Unfall in Hordorf Wer ist schuld am Zugunfall?

Zugunglück in Sachsen-Anhalt (Foto)
Sachverständige untersuchen derzeit das Wrack des verunglückten Harz-Elbe-Express. Bild: dapd

Nach dem Unfall eines Zuges in Sachsen-Anhalt beginnen die Aufräumarbeiten. Auch die Staatsanwaltschaft hat inzwischen die Ermittlung aufgenommen, Experten der Spurensicherung untersuchen das Wrack. Die Verletzten wurden auf umliegende Krankhäuser verteilt.

Gerüchten zufolge soll der Lokomotivführer des Güterzuges, der aktuell leicht verletzt in einem örtlichen Krankenhaus behandelt wird, ein rotes Haltesignal übersehen haben. Die Polizei sieht aber auch einen Ausfall des Signals als mögliche Ursache. Vor Ort beginnt derweil die Spurensuche: Spezialisten der Magdeburger Staatsanwaltschaft untersuchen die Wracks der Züge und die Strecke auf technische Mängel. Experten der Deutschen Bahn (DB) und der Betreibergesellschaften des Regionalzuges sowie des Güterzuges sind vor Ort.

Zehn Menschen kamen bisher bei dem Zugunfall in der Nähe von Hordorf in Sachsen-Anhalt ums Leben. Die Wucht des Aufpralls des Personen- und des Güterzuges war heftig: Wegen der vermutlich hohen Geschwindigkeiten der beiden Züge, starben die Passagiere auf den vorderen Sitzen nach Polizeiangaben sofort. Um die aus dem Zug geschleuderten Personen zu finden, musste die Polizei Spürhunde einsetzen. Mehr als vierzig Personen wurden bei dem Unfall verletzt.

Mindestens zehn Tote
Zugunglück in Hordorf
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Kurz nach 9 Uhr am Sonntagvormittag traf Wolfgang Böhmer, der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, an der Unfallstelle ein, um sich vor Ort ein Bild von der Lage machen zu können. Böhmer dankte den mehr als 100 Einsatzkräften für ihre Arbeit. Zum Ausmaß des Unglücks sagte Böhmer, nach seinen bisherigen Erkenntnissen müssten bei dem Zusammenprall der beiden Züge «erhebliche Kräfte eingewirkt haben».

«Alle Verletzten sind erstmal versorgt», sagte Staatssekretär Rüdiger Erben, der bereits am frühen Morgen vor Ort war, gegenüber dem Nachrichtensender n-tv. Die mehr als vierzig Verletzten Insassen des Harz-Elbe-Expresses von Magdeburg nach Halberstadt seien in umliegende Krankenhäuser verteilt worden. Auch Erben lobte die Rettungskräfte für ihre schnelle Hilfe. Noch immer schweben vier oder fünf Personen in Lebensgefahr.

Zugunglück
Die Unglücksstelle in Hordorf
Video: YouTube

Ministerpräsident Böhmer besucht in der Zwischenzeit die Verletzten in den Krankenhäusern. Deutsche Bahn-Chef Rüdiger Grube hat sich betroffen über den schweren Unfall gezeigt. «Ein solches Unglück erschüttert alle Eisenbahner», erklärte Grube am Vormittag. Sein Mitgefühl gelte den Angehörigen und den Verletzten. Der bundeseigene Konzern habe Kontakt mit den betroffenen Bahnunternehmen aufgenommen und Hilfe angeboten. «Selbstverständlich werden wir alles uns Mögliche tun, um die am Unfall Beteiligten zu unterstützen.»

sua/cvd/news.de/dapd/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Brasilianer
  • Kommentar 1
  • 31.01.2011 14:11

Es ist schon richtig das Ermittlungsbehörden alle Details des Unglücks aufklären aber die Hauptschuld müsste ja wohl feststehen : auf dieser Strecke gab es nicht das Standartgemässe Sicherheitsystem welches die Lok beim überfahren von Rot bremst - das ist dem Bahnchef bekannt u. sicher auch dem Verkehrsminister also setzten diese die Fahrgäste der Gefahr aus und müssten zur Verantwortung gezogen werden da nutzt keine Bestürzung.

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