Zugunfälle Die schwersten Zugunfälle in Deutschland

Mindestens zehn Menschen starben bei einem Zugunglück in Sachsen-Anhalt. 18 Reisende werden schwer und 25 leicht verletzt. Ein schrecklicher Unfall. Doch solche Zugunfälle kommen immer wieder vor - ein Überblick.

Eschede (Foto)
1998 kam es zu einem der schwersten Zugunglücke in Deutschland: 101 Menschen starben in dem entgleisten ICE bei Eschede. Bild: dpa

21. Dezember 1939: Im Genthin gab es das bislang größte Unglück der deutschen Eisenbahngeschichte. Dabei starben laut Statistik der Deutschen Reichsbahn 186 Menschen, 106 wurden verletzt. Der D-Zug D180 überfuhr ein Halt zeigendes Blocksignal und traft bei der Annäherung an den Bahnhof Genthin auf ein für den Zug D10 noch offenes Einfahrtssignal. Ein zusätzlich missinterpretiertes Notsignal führte dann dazu, dass der D180 mit 100 km/h auf den im Bahnhof stehenden D10 auffuhr.

8. November 1951: Im oberbayerischen Bahnhof Walpertskirchen kommen 16 Menschen um, als ein Personenzug wegen eines Fahrdienstleiterfehlers auf einen Nahgüterzug auffährt.

Mindestens zehn Tote: Zugunglück in Hordorf

18. Dezember 1954: Im Hauptbahnhof Dortmund kollidiert ein ausfahrender Nahverkehrszug mit einem einfahrenden Kinder-Sonderzug. Eine Weiche war wegen Bauarbeiten falsch gestellt. 15 Tote, 71 Verletzte.

5. Oktober 1961: Im Hamburger S-Bahnhof Berliner Tor fährt ein Personenzug auf einen Bauzug, den der Fahrdienstleiter übersehen hatte. 28 Tote, 55 Verletzte.

6. Juli 1967: An einem Bahnübergang in Langenweddingen bei Magdeburg fährt ein Tanklastzug mit 15.000 Litern Benzin wegen einer nur halb geschlossenen Schranke auf den Bahndamm und kollidiert mit einem Zug und explodiert. 94 Menschen sterben.

22. Juni 1969: Im Bahnhof Hannover-Linden explodiert ein Güterwaggon mit Munition. Zwölf Tote, 30 Verletzte.

9. Februar 1971: Am Bahnhof Aitrang im Allgäu entgleist der TEE 56 «Bavaria» in einer Kurve vermutlich infolge eines Bremsendefekts. Ein Schienenbus prallt gegen den umgestürzten Steuerwagen. 28 Tote, 42 Verletzte.

27. Mai 1971: Auf der Strecke Wuppertal - Radevormwald stößt ein als Schülersonderzug fahrender Schienenbus mit einem Nahgüterzug zusammen. Ursache ist unter anderem ein vereinfachtes Signalsystem auf der Strecke. 46 Tote, 25 Verletzte.

21. Juli 1971: In Rheinweiler bei Freiburg entgleist der D 370 «Schweiz-Express» vermutlich wegen eines technischen Defekts in einer Kurve. 23 Tote, 142 Verletzte.

5. November 1973: Auf der Strecke Kassel - Bebra fährt ein D-Zug wegen Bremsenversagens auf einen anderen auf. 14 Tote, 65 Verletzte.

8. Juni 1975: Auf der Strecke München - Lenggries stoßen zwei Eilzüge infolge von Fahrdienst- und Fahrplanfehlern frontal zusammen. 41 Tote, 122 Verletzte.

22. Juli 1975: Im Bahnhof Hamburg-Hausbruch prallt ein Nahverkehrszug frontal auf einen Schnellgüterzug. Elf Tote, 125 Verletzte.

31. Oktober 1982: Bei Potsdam fährt ein Güterzug auf einen vollbesetzten Personenzug. Der Lokführer des Güterzuges übersah bei dichtem Nebel Signale. Acht Tote, 55 Verletzte.

29. Februar 1984: Im Bahnhof Hohenthurm bei Halle fährt der D-Zug Berlin-Saarbrücken auf einen Personenzug auf. Der Lokführer übersah bei Nebel ein Haltesignal. Elf Tote, 46 Verletzte.

11. Oktober 1985: Bei Magdeburg stoßen auf einem wegen Bauarbeiten nur eingleisig befahrbaren Streckenstück ein Personenzug und eine Diesellok frontal zusammen. Als Ursache gilt Versagen des Fahrdienstleiters. 13 Tote, 40 Verletzte.

3. Dezember 1988: Bei Görlitz stoßen ein Kohlezug aus Polen, dessen Lokführer ein Haltesignal übersah, und ein Zug der DDR-Reichsbahn frontal zusammen. Acht Tote, vier Verletzte.

2. Februar 1990: Im Bahnhof Rüsselsheim stößt ein ausfahrender S-Bahn-Zug mit einem einfahrenden Zug zusammen. Ein Fahrer hatte ein Haltesignal übersehen. 17 Tote, 72 Verletzte.

15. November 1992: In Northeim in Niedersachsen rast der D-Zug Innsbruck - Kopenhagen in einen Güterwagen, der wegen eines abgefallenen Puffers entgleist war. Elf Tote, 52 Verletzte.

29. September 1994: Zwei Nahverkehrszüge stoßen bei Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein frontal zusammen. Sechs Tote, 20 Verletzte.

5. Juli 1997: Ein Güterzug verliert bei Marburg Stahlrohre. Ein Rohr bohrt sich in die Seite eines entgegenkommenden Regionalexpresszugs. Sechs Menschen werden getötet, zehn verletzt.

3. Juni 1998: Im niedersächsischen Eschede entgleist der ICE 884 wegen eines gebrochenen Radreifens. 101 Menschen sterben.

6. Februar 2000: Vor dem Bahnhof von Brühl entgleist kurz nach Mitternacht der D-Zug 203, der sich auf dem Weg von Amsterdam nach Basel befand. Neun Menschen sterben, 149 Passagiere werden verletzt, ein Teil von ihnen schwer.

11. Juni 2003: In Baden-Württemberg kommen bei einem Zusammenstoß zweier Regionalzüge bei Schrozberg in der Nähe von Schwäbisch Hall sechs Menschen ums Leben.

5. Mai 2004: In Weyhe bei Bremen überrollt ein Güterzug drei unmittelbar neben den Gleisen spielende Kinder. Die drei Jungen im Alter von vier Jahren sind auf der Stelle tot.

26. April 2005: Im Oberallgäu wird bei einem Unglück der Zugführer getötet. 15 Insassen des Zuges, der auf der Strecke Ulm-Kempten am Übergang Unterwengen bei Dietmannsried mit einer Baumaschine zusammenstößt, werden verletzt.

19. Juli 2005: Auf einem unbeschrankten Bahnübergang im oberbayerischen Landkreis Miesbach sterben zwei junge Männer. Ein Zug hat ihr Auto erfasst und 40 Meter mitgeschleift.

25. August 2005: Beim Zusammenstoß eines Regionalzuges und eines Autos an einem beschrankten Bahnübergang im thüringischen Sollstedt kommen zwei Frauen ums Leben.

22. September 2006: Auf einer Teststrecke im Emsland rast ein Transrapid mit rund 200 Stundenkilometern in einen mit zwei Personen besetzten Werkstattwagen. 23 Menschen sterben.

4. Dezember 2007: In Germersheim in Rheinland-Pfalz werden drei Kinder im Alter von 11, 13 und 14 Jahren beim Spielen auf den Gleisen von einem Zug erfasst und getötet.

29. Januar 2011: Beim Zusammenstoß eines Personenzuges mit einem Güterzug auf einer eingleisigen Strecke in Hordorf bei Oschersleben in Sachsen-Anhalt kommen zehn Menschen ums Leben, 18 Reisende werden schwer und 25 verletzt.

sua/cvd/news.de/dapd

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Emil Hütli
  • Kommentar 1
  • 30.01.2011 16:03

Angesicht der Großkotzigkeit, der Arroganz unseres Landes, sind solche Katastrophen aus Menschenhand eine Schande und sonst gar nichts. Herzliches Beileid allen Hinterbliebenen und beste Wünsche für alle die um ihr Überleben und um ihre Gesundheit kämpfen. Die Schuld ist letztlich bei unseren Ruinatoren der Bahn allegemein zu suchen. Es ist an der Zeit, das profitsüchtige Zocker, HOchstpler und Wunschbörsianer ihren Hut nehmen und für den verursachten Schaden voll in persönliche Haftung genommen werden.

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