Wohntrends Die Wanne wandert ins Schlafzimmer

Möbelmesse (Foto)
Der Stöckelschuh lädt zum Baden ein. Bild: dpa

Von news.de-Mitarbeiter Nikolaus Klamroth, Köln
Pimp meine Wohnung: 1200 Anbieter aus 49 Ländern zeigen in Köln die Möbeltrends nicht nur für das Jahr 2011. Die Räume verschmelzen, und ein Japan-Zimmer ist der letzte Schrei. News.de hat sich umgeschaut.

Ob neue deutsche Gemütlichkeit oder eine Wohnung, die die Seele streichelt - wer sich bei den 1200 Ausstellern der Internationalen Möbelmesse (IMM Cologne) in Köln umhört, hat den Eindruck, zu Hause muss bald alles anders aussehen.

Die mehr als 100.000 gezeigten Möbel machen deutlich: Die Wohnung regelrecht aufzumotzen scheint angesagter denn je. Dabei orientieren sich Designer und Möbelbauer unter anderem an der Gesundheit, an wieder aufkommenden Trends wie dem Mehr-Generationen-Haushalt oder der Tatsache, dass allein an der Inneneinrichtung immer weniger abzulesen ist, ob man gerade in Japan ist oder doch in Amerika. Ländergeprägte Stile breiten sich weltweit als Trend aus.

Wohnen 2011
Die neuen Trends für zu Hause
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Obendrein verschwinden - vor allem in Deutschland - traditionelle Raumgrenzen. Der Fernseher zieht immer stärker auch in die Küche ein, der Esstisch wird dank integriertem Elektrik-Terminal zur Fernbedienung für alle Haushaltsgeräte, und das Schlafzimmer wandelt sich zur Wellness-Oase, in der eine Badewanne nicht fehlen darf. Die Wohnräume sollen miteinander verschmelzen, alte Möbel werden mit modernen kombiniert.

So sehen die Kreativen der Möbelbranche die Wohnzukunft. Doch was ist mit dem Wohnen 2011? In diesem Jahr dominieren fünf Schwerpunkte ganz deutlich: umweltschonende und deutlich kleinere Möbel, sachliche Farben, neue Stoffe und natürlich Lichtakzente. Erste Impressionen von der Möbelmesse finden Sie in unser Bilderstrecke.

Nachhaltigkeit durch Ressourcenschonung

Grundsätzlich steht bei allen neuen Möbeln Design und Qualität im Vordergrund. Letzteres wird vom Anspruch der «Nachhaltigkeit» ergänzt. So steige die Nachfrage nach Massivholzmöbeln. Obendrein müssen sich Möbelhändler immer häufiger die Frage gefallen lassen, welche Materialien verwendet werden und woher sie kommen.

Die Kunden werden sensibler im Umgang mit Ressourcen. Die Industrie steht nun vor der Aufgabe, Möbel zu bauen, die am Ende ihrer Tage recyclebar sind. «Wir merken trotz oder wegen unserer Zivilisation, dass zum Wohlbefinden Körper und Geist gehören. Im Lebensmittelbereich ist es das Thema Bio, bei Freizeitaktivitäten ist es die Natur und bei Konsumgütern das Thema Nachhaltigkeit, das die Menschen bewegt. Hier sind wir erst am Anfang einer großen Green-Line-Welle», sagt ein Sprecher des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie.

Formen

Nach Big-Sofas und riesigen Sitzecken werden Polstermöbel wieder kleiner. Sie umzuklappen und ihren ursprünglichen Zweck zu verändern, soll den Verbrauchern aber weiterhin Spaß machen. Individuell zusammenstellbare Regale, Sideboards oder Vitrinen präsentieren sich schnörkellos - abgestimmt auf den nicht mehr wegzudenkenden Flachbildfernseher.

Farben

Auch wenn es eigentlich keine Farbe ist: Weiß ist und bleibt im Trend. Starke Farbakzente werden neben dem Möbelstück eher durch Zierkissen und andere Accessoires gesetzt. Wer Weiß nicht mag, greift nun am ehesten zu Naturtönen. Aber auch der Klassiker der 1980er Jahre kehrt zurück: Schwarz wird im Polsterbereich und bei Kastenmöbelfronten tonangebend sein.

Muster

Streifen, florale Aufdrucke, Jeansoptik, abstrakte Grafik: Beim Thema Muster der Bezugsstoffe ist noch am meisten Verspieltheit zu erkennen. Viele Stoffe sind zudem nicht mehr glatt. Die Hersteller setzen bei der Verarbeitung auf verschiedenste Strukturen.

Licht

Nachdem sich die Glühbirne aus dem Haushalt zwangsverabschiedet, wird sie durch modernste LED-Leuchten ersetzt. Beim Möbeldesign werden LEDs daher Einsatz in Vitrinen, als Regal- und Schrankbeleuchtung oder als Zierleisten bei Sideboards finden. Die neuste Entwicklung sind organischen Dioden, die sogenannten OLEDs. Sie ermöglichen den Herstellern großflächige Beleuchtungen, weil aus OLEDs inzwischen sogar ganze Regalböden hergestellt werden. Licht und energieeffiziente Lichtquellen - oftmals versteckt installiert - sind voll im Trend.

Perfektion in der Küche

Unter dem Motto «Living Kitchen» werden auf der IMM Cologne auch wieder  Küchenmöbel und Küchengeräte präsentiert. Dass es dabei um Optimierung geht, ist nicht zu übersehen. Zudem zieht High-Tech aus den Restaurantküchen ein: SalamanderOfen mit starker Oberhitze und KonvektomatDampfgarer gehören in Fertigküchen nunmehr zum Standard - doch alles muss möglichst energiesparend sein.

Dass Arbeitsbereich und Küchentisch gezielt beleutet werden, ist zwar kein neuer Trend. Was aber auffällt: Die eigentlichen Leuchtkörper fallen in den neuen Küchen kaum noch auf. Nur ihr Licht ist zu sehen.

Beim Design zeigen sich die Küchen in Köln von einer ganz schlichten Seite. Auch hier dominiert die Farbe Weiß, Verzierungen sucht der Besucher vergeblich. Neuster Trend im Küchenbereich sind offene Regale und ganz viel Glas als Material für Fronten, Arbeitsflächen und Fliesenspiegel.

ham/ivb/news.de

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