Michael Triegel Der Papstmaler

Michael Triegel (Foto)
Michael Triegel hat Papst Benedikt  XVI. porträtieren dürfen. Bild: ap

Von news.de-Mitarbeiter Ronny Janke
Im Leipziger Museum der bildenden Künste werden in den nächsten Monaten vermutlich alle Besucher zuerst nach einem Bildnis Ausschau halten: Michael Triegel hat Papst Benedikt XVI. porträtiert. Ab dem 27. November zeigt eine Ausstellung 70 Werke des Leipziger Malers.

Papst Benedikt XVI. nennt ihn seinen «Raffael». Michael Triegel aber, an den das Kompliment gerichtet ist, nimmt es gelassen. Und das, obwohl der gebürtige Erfurter derzeit einen Medienrummel erleben dürfte, wie er ihn sich in seinen kühnsten Träumen nicht hat vorstellen können. Denn Triegel durfte das derzeitige katholische Kirchenoberhaupt porträtieren.

Das Papst-Gemälde ist Bestandteil der Ausstellung Verwandlung der Götter, die am 28. November im Museum der bildenden Künste in Leipzig feierlich eröffnet wird. Zwei Jahre hat die Arbeit an dem besonderen Porträt gedauert: Der Leiter des Bistums Regensburg war auf Triegel aufmerksam geworden. Der malt figürlich, beherrscht die Lasur-Technik der alten Meister und legt stets großen Wert darauf, die Menschen mit seiner Kunst zu berühren. Als der 41-Jährige gefragt wurde, ob er Papst Benedikt XVI. malen möchte, sagte er sofort zu.

Bei einer Generalaudienz im Vatikan durfte Triegel zwei Stunden lang in der ersten Reihe sitzen, den Papst beobachten und ein paar Skizzen anfertigen. «Das war sehr gut, ihn so von nahem zu sehen und auch die Aura zu spüren, von der man nicht unberührt bleibt», erzählt der Künstler. Und der malt vor allem das, was ihn beschäftigt und bewegt. «Vielleicht», beschreibt er seine Arbeit, «gewinne ich durch das Malen eine Distanz zu dem, was mich sonst zerreißen könnte.»

Einfach einen 83-jährigen Mann gemalt

Die Ausstellung Verwandlung der Götter war nicht von langer Hand geplant: Triegels Bilder sind immer auch ein Stück weit Sinnsuche, wie der Künstler erklärt. Das, was er am Ende auf Leinwand gebannt hat, ist für ihn immer Ausdruck einer Sehnsucht. Die ist notwendig, denn wie der Papst-Porträtierer verrät, arbeitet er «unter Sehnsucht produktiver als in einem gesättigten Zustand».

Dass Michael Triegel seine Werke jetzt in einer 70 Arbeiten umfassenden Schau in Leipzig ausstellt, kommt nicht von ungefähr. Hier hat er Malerei und Grafik studiert. «Das, was ich glaube sagen zu müssen, bedurfte eines Handwerks», erzählt der Mann, und erklärt damit, wie er zur Malerei und Grafik gekommen ist. Einmal das Oberhaupt der katholischen Kirche malen zu dürfen, damit hätte er jedoch nie gerechnet.

Auch wenn sich Triegel an großen Vorbildern wie Giovanni Bellini, Raffael oder Leonardo da Vinci orientiert, bleibt er bescheiden und stellt klar: «Mein Wunsch war es nicht, eine Ikone zu schaffen, sondern einfach einen 83-jährigen Mann zu malen.» Dieses und 69 andere Gemälde können bis zum 6. Februar 2011 im Leipziger Museum der bildenden Künste bestaunt werden.

TV-Tipp:
Lebensläufe: Der Papst-Maler Michael Triegel, 28. November, 22.10 Uhr, MDR

wie/reu/news.de/ddp

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • zankl
  • Kommentar 1
  • 29.11.2010 08:31

Habe gestern die Reportage im TV gesehen.Muß dem Maler ein großes Lob aussprechen. Er hat die Falschheit in den Augen von Benedikt perfekt getroffen!!!!!

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