Kambodscha Fast 380 Tote bei Massenpanik

Bei einem traditionellen Volksfest sind in der Hauptstadt Kambodschas 378 Menschen ums Leben gekommen. Unter den jungen Leuten sei eine Massenpanik ausgebrochen, berichten Reporter vor Ort. Künftig wird der 22. November als Trauertag begangen.

300 Tote bei Massenpanik in Kambodscha (Foto)
Bei einer Massenpanik in Kambodscha hat es zahlreiche Tote gegeben. Bild: dpa

Tragisches Ende eines dreitägigen Volksfestes in Kambodscha: Bei einer Massenpanik sind in Phnom Penh 378 Menschen ums Leben gekommen, wie Regierungschef Hun Sen mitteilte, 755 wurden verletzt. Bei den meisten Opfern handelt es sich um junge Leute. Sie wollten nach einem Konzert zum traditionellen Wasser-Fest in der Hauptstadt Kambodschas eine Brücke überqueren, hieß es. Laut Behördenangaben erstickten die meisten Opfer oder starben an inneren Blutungen.

Das Unglück ereignete sich gegen 21.30 Uhr Ortszeit (15.30 Uhr MEZ). Ein Augenzeuge sagte, zum Zeitpunkt des Unglücks seien mehr als 1000 Menschen auf der Fluss-Brücke gewesen - wohl auf dem Heimweg von der «Diamanteninsel». Plötzlich fiel nach seinen Worten eine Person in Ohnmacht. Dann seien Sanitäter herbeigeeilt, berichtete der Augenzeuge namens Ly Vuthy. Auf der Brücke habe es keine Ausweichmöglichkeit gegeben, so dass es zur Panik gekommen sei. Viele Menschen seien im Gedränge verzweifelt von der Brücke ins Wasser gesprungen.

Dabei wurden viele totgetrampelt oder fielen ins Wasser. Völlig orientierungslos versuchten einige, sich gegen den Strom einen Fluchtweg durch die Massen zu bahnen. Noch Stunden nach dem Chaos jagten Krankenwagen durch die Stadt. Auf dem Fluss Bassac trieben Leichen, am Ort der Massenpanik blieben Hunderte herrenlose Schuhe zurück.

Leichen auf der Straße aufgereiht

Die Verletzten wurden in fünf Krankenhäuser der Stadt gebracht. Freiwillige Helfer und Sicherheitskräfte trugen die Leichen zusammen und reihten sie auf der Straße auf. Gegen Mitternacht war die Brücke geräumt. Einsatzkräfte suchten aber weiter nach möglichen Opfern im Fluss. Regierungschef Hun Sen kündigte an, ein Untersuchungsausschuss solle die Ursachen der Katastrophe klären.

Ministerpräsident Hun Sen bezeichnete die Massenpanik als «die größte Tragödie» in dem südostasiatischen Land seit dem Ende der Gewaltherrschaft der Roten Khmer. Er erklärte den 22 . November zum nationalen Trauertag. Hun Sen sagte, die Regierung werde den Familien der Toten jeweils umgerechnet rund 914 Euro Bestattungskosten zahlen und etwa 183 Euro Unterstützung für jeden Verletzten.

Zu dem Fest zum Ende der Monsunzeit rechneten die Behörden mit bis zu vier Millionen Menschen in der Hauptstadt - das sind doppelt so viele wie die Einwohnerzahl von Phnom Penh. Künftig werde der 22. November als Trauertag begangen, sagte Hun Sen.

cvd/news.de/dpa

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