Weihnachtsgeschenke Die besten gibt's nach dem Fest

Die besten Weihnachtsgeschenke (Foto)
Manchmal ist zu Weihnachten Schenken mit Taktik gefragt: Die besten, preiswerten Geschenke gibt es erst nach dem Fest. Bild: dpa

Was schenken? Diese Frage bewegt dieser Tage viele Deutsche. Doch schnell zuschlagen lohnt nicht immer. Immerhin purzeln die Preise gerade bei Möbeln erst nach Weihnachten. Bei Elektronik sollten Schenkende vor dem Fest zuschlagen.

Der Advent hat gerade begonnen, doch das Geschäft mit den Weihnachtsgeschenken läuft längst auf Hochtouren. Fast ganz Deutschland steckt scheinbar im Kaufrausch. Knausern ist nicht angesagt. Der Handel rechnet schon jetzt mit Traum-Umsätzen bis zum Fest.

Schlaue Schenker wissen jedoch: Nach Weihnachten purzeln traditionell die Preise. Vor allem auf Mode und Textilien sind wieder dicke Rabattaktionen für die Zeit nach den Feiertagen zu erwarten, sagt Tajana Halm, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Je wärmer der Winter, desto voller die Lager.

Momentan jagt bereits eine Preisoffensive die andere. Ob Flachbildschirme, Handys, Uhren oder Winterbekleidung - alles scheint mächtig reduziert zu sein. Kein Wunder, dass der Einzelhandel kräftig die Werbetrommel rührt: Etwa ein Fünftel des Jahresumsatzes wird allein in der Vorweihnachtszeit gemacht. Gleichzeitig weiß jedes Kind, dass zum Jahreswechsel noch einmal der Rotstift angesetzt wird. Bei all den Super-Rabattaktionen davor und danach verliert der Kunde schnell die Orientierung. Und stellt sich die Gretchenfrage: Wann kaufe ich eigentlich günstiger meine Geschenke ein? Vor Weihnachten oder danach?

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Was Sie lieber nicht schenken sollten
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Wünsche oder Restposten

«Als Kunde kann man im Vorteil sein, wenn man antizyklisch handelt», so die Erfahrung von Christian Fronczak, Sprecher des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv). Besonders im hektischen Weihnachtsgeschäft sei nur schwer auszumachen, ob das angepriesenen Schnäppchen tatsächlich so günstig ist.

Auf die Käufer warten gerade im Advent ausgesprochen attraktive Preise, sagt hingegen Kai Falk, Sprecher des Handelsverbands Deutschland (HDE). Sein Rat: Wer ganz gezielt Wünsche der Lieben erfüllen und bestimmte Marken, Modelle und Größen unter den Tannenbaum legen will, sollte noch vor dem Fest auf Geschenkejagd gehen. Angesichts der rekordverdächtigen Kauflaune der meisten Bundesbürger gibt es danach vielleicht nur noch Restposten. Auf jeden Fall haben Schenker nach dem Adventstrubel definitiv schlechtere Karten, das Gesuchte garantiert noch zu finden.

«Bei einzelnen Sortimenten können die Preise nach Weihnachten runtergehen», räumt auch Falk ein. Unmittelbar nach den Feiertagen stehe «sehr schnell die neue Saison an». Dann müssen die Lager leer sein.

Beispiel Möbel, Deko und Einrichtungsgegenstände: Auch wenn jetzt die Zeitungen dick und schwer sind vor lauter Werbebeilagen mit Dumping-Preisen, gibt es vieles mit dem Modellwechsel im Januar oft noch günstiger. Die traditionellen «weißen Wochen» mit kräftigen Nachlässen auf Geschirr und Haushaltswaren sind schon seit Jahren der Geheimtipp für Kenner - und Tradition im Handel. Der Januar gilt als klassischer Ausverkaufs- und Schlussverkaufsmonat.

Technologie zwingt Preise in die Knie

Die große Ausnahme von der Regel sind in diesem Jahr Elektronik-Produkte. Die Preise für hochwertige Hightech-Geräte sind schon jetzt, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft, einsame Spitze, so die Einschätzung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BitkomBundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien. Dabei handelt es sich um die Lobby-Vereinigung der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche. Der Bitkom vertritt eigenen Angaben zufolge 1200 Unternehmen, darunter Geräte-Hersteller, Anbieter von Software, IT-Services sowie von Dienstleistungen im Bereich Telekommunikation, Consumer Electronics und Content Provider. ). Ob moderne Digicams, Notebooks oder DVD-Player - der technische Fortschritt, die starke Nachfrage und die immer billigere Produktion ließen die Preise in die Knie gehen.

«Die Durchschnittspreise bei den meisten Elektronik-Produkten sind nach aktuellen Schätzungen im Verlauf dieses Jahres gesunken», sagt Bitkom-Sprecher Maurice Shahd. Ein Beispiel sind Netbooks, die um zehn Prozent auf gut 250 Euro günstiger wurden. Flachbildfernseher verbilligten sich um fünf Prozent auf durchschnittlich 680 Euro oder Blu-ray-Player um rund 20 Prozent auf gut 170 Euro. Nach Weihnachten geht es preislich wohl nicht noch tiefer. 2011 werde sich der Rückgang voraussichtlich stark verlangsamen, so Shahd. Einer der Hauptgründe: Die gute Konjunktur.

Vielen Bundesbürgern in Aufschwung-Stimmung kommt es dieses Jahr offenbar nicht so auf den Pfennig an. Die Deutschen werden zu Weihnachten wieder spendabler, hat eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young ergeben. Im Schnitt liegt ihr Budget für Geschenke bei 232 Euro, sieben Euro mehr als 2009. Außerdem wollen mehr als die Hälfte der Befragten Bares oder Gutscheine verschenken. Dann können sich die Lieben nach Weihnachten voraussichtlich doch mehr fürs Geld aussuchen.

Mehr über Geschenke, die sie auf den letzten Drücker besorgen können, und Geschenke, von denen Sie lieber die Finger lassen sollten, lesen Sie auf news.de.

ham/cvd/news.de/ap

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