Russland Hungrige Bären graben Leichen aus

Schuld ist die diesjährige Rekordhitze: In Nordrussland sind hungrige Bären auf Friedhöfen auf Nahrungssuche gegangen. Laut einem Bericht haben sie mindestens eine Leiche gefressen. Nun fürchten die Menschen, die Tiere könnten Lust auf frisches Fleisch bekommen.

Bären (Foto)
Bären: Nicht überall sind sie so ungefährlich wie diese hier im Berliner Bärenzwinger. Vor allem, wenn sie Hunger haben. Bild: dpa

Die diesjährige Rekordhitze in Russland hat auch Auswirkungen auf die Bären des Landes gehabt. Waldbrände und Dürren haben Waldgebiete und Erntefelder zerstört. Natürliche Nahrungsquellen für Bären gingen dadurch verloren. Weil sich die Raubtiere Speck für ihren bevorstehenden Winterschlaf anfressen müssen, nähern sie sich immer mehr den Wohnsiedlungen der Menschen.

Nun sind sind hungrige Bären im Norden des Landes auf Friedhöfen auf Nahrungssuche gegangen und haben laut einem Medienbericht mindestens eine menschliche Leiche gefressen. Das zwinge die Bewohner in der Region Komi, rund um die Uhr Wache zu halten, sagte Pjotr Lobanow vom Katastrophenschutz. Die Menschen bewachten ihre Familien und Nutztiere aus Angst, die Bären könnten Lust auf frischeres Fleisch bekommen.

Die nordrussische Region Komi ist zu 70 Prozent mit Taiga-Wäldern bedeckt und daher ein idealer Lebensraum für Bären. Aber nicht nur in diesem Gebiet, sondern in ganz Russland nehmen Bärenangriffe auf Menschen zu. Vor allem im äußersten Osten des Landes kommt es zu solchen Vorfällen, da dort zunehmend Fische gewildert werden. Infolgedessen müssen die Bären nach anderen Nahrungsquellen suchen.

In der Stadt Siktiwkar kam einem Medienbericht zufolge im September ein Mann gerade noch mit dem Leben davon, nachdem er von einem aggressiven Bär angegriffen worden war. Auch Haustiere, Ziegen und Rindvieh sind seit Sommer Bären zum Opfer gefallen. Vielerorts wurden Zäune um landwirtschaftliche Flächen errichtet und die Bewohner achten auf eine bessere Müllentsorgung.

 

 

cvd/news.de/dapd

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