70 Zentimeter Kolumbianer ist kleinster Mann der Welt

Seine Körpergröße unterscheidet Hernandez von seinen Altersgenossen: Er ist 70 Zentimeter groß und wiegt zehn Kilogramm. Damit ist er offiziell der kleinste lebende Mann der Welt.

Der kleinste Mann der Welt (Foto)
Der kleinste Mann der Welt. Bild: dapd

Edward Nino Hernandez ist in vieler Hinsicht ein normaler junger Mann. Der 24-jährige Kolumbianer tanzt gerne Reggaeton, träumt von einem Mercedes und möchte die Welt bereisen.

Allerdings sei er nicht mehr gewachsen, seit er zwei Jahre alt war, sagt Noemi Hernandez über ihren ältesten von fünf Söhnen. Der bisherige Titelverteidiger war der Chinese He Pingping, der vier Zentimeter größer war als Hernandez. Er starb am 13. März. Das Guinness-Buch entdeckte den Kolumbianer wenig später. Und auch er wird den Titel wohl nicht lange behalten: In Nepal wird Khagendra Thapa Mager am 14. Oktober volljährig. Er ist nur 56 Zentimeter groß und wird derzeit vom Guinness-Buch als kleinster Jugendlicher der Welt geführt.

Die Ärzte konnten nicht erklären, warum Hernandez so klein blieb. «Sie haben uns nie eine Diagnose gegeben», sagt seine Mutter in der Wohnung der Familie in einem armen Viertel im Süden von Bogotá. Nino habe bei seiner Geburt nur 1500 Gramm gewogen und sei 38 Zentimeter lang gewesen. Die Ärzte im Universitätskrankenhaus hätten ihn untersucht, bis er etwa drei Jahre alt gewesen sei. Danach hätten sie das Interesse verloren.

Drei Brüder sind normal groß

Hernandez' Eltern verloren 1992 eine Tochter, die ähnlich klein war, kurz vor ihrem ersten Geburtstag. Das jüngste Kind des Paares, der elf Jahre alte Miguel Angel, ist 93 Zentimeter groß. Die anderen drei Brüder sind normal groß.

«Ich bin glücklich, weil ich einzigartig bin», sagt Hernandez. Allerdings hat er Grauen Star in beiden Augen und kann nicht klar sehen. Seine Mutter sagt, er benötige dringend Operationen, die die Familie sich jedoch nicht leisten könne. «Er kann nicht gut sehen», sagt sie. «Er kann nicht lesen.» Weitere medizinische Probleme hat er aber nicht. Hernandez ist geistig normal entwickelt. Manchmal ist er wegen seiner hohen Stimme schwer zu verstehen, und das Schreiben fällt ihm mit seinen kurzen Fingern schwer.

Hernandez wiederholte mehrere Schuljahre, bevor er nach der achten Klasse abging. Er ist sehr gesellig, spielt gerne Domino und Dame und würde am liebsten reisen. «Er wird nur depressiv, wenn er zu Hause bleiben muss», sagt seine Mutter. Eine Freundin hat Hernandez auch. Sie heiße Fanny, sei 18 Jahre alt und knapp 1,50 Meter groß, erzählt er.

Mit Tanzauftritten in Kaufhäusern hat Hernandez ein wenig Geld verdient. Zurzeit steht er für einen Film vor der Kamera, in dem er einen Drogendealer spielt. Ihm gefällt die Arbeit als Schauspieler. An die staunenden Blicke der Menschen hat er sich gewöhnt. «Es stört mich nur, dass die Leute mich immer anfassen und hochheben», sagt er.

jag/ivb/news.de/dapd

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