Pakistan «Wir verhungern schon jetzt»

Die USA schicken den Flutopfern in Pakistan Hubschrauber, um sie mit Medikamenten und Lebensmitteln zu versorgen. Denn viele hungern. So sehr, dass der höchste Geistliche den GlÀubigen zu Beginn des Ramadan freigestellt hat, auf das Fasten zu verzichten.

Flutopfer schaufeln Schutt und Schlamm aus den Ruinen ihrer HĂ€user. Bild: dpa

Die USA wollen den Flutopfern in Pakistan mit MilitĂ€rhubschraubern Hilfe bringen. Das TrĂ€gerschiff «USS Peleliu» mit 19 Hubschraubern und 1.000 Soldaten an Bord traf an der SĂŒdkĂŒste ein. Die Helikopter sollen bei der Rettung von Überlebenden und der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und anderen GĂŒtern helfen.

Der pakistanische MinisterprĂ€sident Yousouf Raza Gilani sagte am Donnerstag der AP bei einem Flug in die Krisenprovinz Baluchistan, sein Land benötige noch mehr Hubschrauber, um die Hilfe fĂŒr die Bevölkerung zu verstĂ€rken. Die Reaktion der Regierung auf eine der grĂ¶ĂŸten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes war von vielen als zögerlich und lĂŒckenhaft kritisiert worden.

Die Überflutungen haben vor zwei Wochen ihren Anfang im Nordwesten des Landes genommen und sich dann sĂŒdwĂ€rts ĂŒber das Land ausgebreitet. Tausende Dörfer wurden ĂŒberschwemmt. Rund 1.500 Menschen kamen bislang ums Leben.

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Nach SchÀtzungen der Vereinten Nationen sind bis zu sieben Millionen Pakistaner dringend auf Hilfe angewiesen. Am Mittwoch hatten die UN um 460 Millionen Dollar (rund 350 Millionen Euro) an Soforthilfe gebeten, um den Opfern Zelte, Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und Medikamente zu bringen und die hygienischen VerhÀltnisse zu verbessern.

Preise fĂŒr Lebensmittel verdreifacht

Die ErnteausfĂ€lle und die SchĂ€den an BrĂŒcken und Straßen haben zu einer Verdreifachung der Lebensmittelpreise in Teilen des Landes gefĂŒhrt. Die Naturkatastrophe hat auch ihren Schatten auf den Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan geworfen. Die normalerweise religiös-festliche und gesellige Stimmung in der muslimischen Bevölkerung in dieser Zeit hat in diesem Jahr dem Elend, dem Kampf ums Überleben und der Angst vor der Zukunft Platz gemacht.

«Ramadan hin oder her: Wir verhungern schon jetzt», erklĂ€rte die 50-jĂ€hrige Mai Hakeema, die in einer Zeltstadt am Rande der Stadt Sukkur Zuflucht gefunden hat. «Wir sind zum Fasten gezwungen, und wir trauern ĂŒber unsere Verluste.»

Mufti stellt Notleidenden Einhalten des Fastens frei

Mufti Muneebur Rehman, einer der höchsten Geistlichen Pakistans, hat es notleidenden GlĂ€ubigen freigestellt, auf das Fasten zu verzichten und dies spĂ€ter nachzuholen. Im Nordwesten Pakistans mit seinen besonders strengglĂ€ubigen Bewohnern wollen FlĂŒchtlinge aber trotz der Katastrophe den Ramadan begehen. «Ich kann Gott den Gehorsam nicht verweigern», erklĂ€rte der 47-jĂ€hrige Fazal Rabi in einer Zeltstadt in Akbarpura. «Daher faste ich, denn das ist Teil meines Glaubens, egal wie die UmstĂ€nde auch sind.»

sck/reu/news.de/ap

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1 Kommentare
  • Logan62

    18.08.2010 00:40

    Ich glaube das die Bevölkerung in Deutschland und Europa eine Abneigung gegenĂŒber den Moslemischen LĂ€dern entwickelt hat. Sie decken die Taliban,sie klagen uns an weil Zivilisten in Afganistan getötet werden was im Krieg unvermeidlich ist. Sie besitzen in Pakistan Atomwaffen und sind selbst nicht in der Lage irgend etwas in den Griff zu bekommen. Wenn sie Hilfe brauchen sind wir gut genug ansonsten sind wir die UnglĂ€ubigen. Das sind wohl die GrĂŒnde warum nich viel gespendet wird !

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