Ungebetener Gast Walter Mixa zieht in Frauenkloster

Walter Mixa (Foto)
Er wird zwischen Nonnen leben. Bild: ap

Ungeliebter Besuch: Der zurückgetretene Augsburger Bischof Walter Mixa wird seinen Lebensabend wohl zwischen Nonnen verbringen. Die sind alles andere als begeistert über den ihnen angekündigten Gast.

Das Augsburger Ordinariat bestätigte entsprechende Medienberichte. Dort bekommt Mixa nach Angaben des Kultusministeriums rund 70 Prozent seiner früheren Bischofsbezüge als Ruhestandsgeld. Das sind brutto etwa 5400 Euro - plus einer Aufwandsentschädigung als früherer Militärbischof.

Nach Angaben des Ordinariats wird Mixa ohne seelsorgerischen Auftrag bei den Franziskanerinnen der Maria-Stern-Schwestern in Fünfstetten im Landkreis Donau-Ries wohnen. Er habe als emeritierter Bischof keinen Dienstherren, hieß es. Der Ort Fünfstetten gehört zum Bistum Eichstätt, die Franziskanerinnen unterstehen aber der Diözese Augsburg. In beiden Bistümern war Mixa Bischof.

Die Nonnen äußerten sich über den Zuzug wenig begeistert. Es habe eine Diskussion gegeben, sagte Provinzvikarin Schwester Beda Rauch der Hamburger Morgenpost. «Wir haben ihn nicht eingeladen», die Nonnen seien gebeten worden, ihn bei sich aufzunehmen.

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Das Kloster ist Altersruhesitz für 13 Nonnen. Allerdings wohne noch ein weiterer Geistlicher dort, der blind sei. Auf die Frage, ob Mixa im Kloster mithelfe solle, sagte Schwester Beda: «Es ist nicht geplant, seine Seelsorge in Anspruch zu nehmen.» Allerdings steht es Mixa nach Angaben des Ordinariats frei, Aushilfen in der Seelsorge anzunehmen und Sakramente wie Firmungen zu spenden. Das habe ihm der Papst ausdrücklich zugebilligt.

Mixa war nach Prügelvorwürfen aus seiner Zeit als Stadtpfarrer in Schrobenhausen im Mai von seinem Amt zurückgetreten. Als Nachfolger hat der Papst den Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa berufen, der im Oktober in Augsburg in sein Amt eingeführt werden soll.

cvd/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
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  • Kommentar 2
  • 23.11.2010 15:47

Da bekommt "Bescheidenheit" doch eine ganz andere...

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  • Doreen
  • Kommentar 1
  • 23.07.2010 01:54

"Dort bekommt Mixa nach Angaben des Kultusministeriums rund 70 Prozent seiner früheren Bischofsbezüge als Ruhestandsgeld. Das sind brutto etwa 5400 Euro - plus einer Aufwandsentschädigung als früherer Militärbischof." BITTE WIEVIEL?!???!! Und das sind nur 70% der ursprünglichen Bezüge, sehe ich es also richtig, dass er zuvor über 7700€ brutto bekommen hat? Also wenn sich das nicht aufs Jahr bezieht, sondern tatsächlich auf den Monat, dann kann ich mir so ein bescheidenes Leben fern der irdischen Genüsse im Kloster aber gut vvorstellen!

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