Landwirtschaft Dioxin-Skandal weitet sich aus

Der Skandal um dioxinbelastete Bio-Eier weitet sich aus: mindestens neun Bundesländer sind betroffen. Akute Gesundheitsgefahr bestehe aber nicht, beteuert das Verbraucherministerium.

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Dioxin in Bio-Eiern: Der Skandal weitet sich aus. Bild: ddp

Der Skandal um dioxinbelastetes Biofutter ist offensichtlich größer als zunächst angenommen. Der verseuchte Mais aus der Ukraine ist an Betriebe in mindestens neun Bundesländern geliefert worden, bestätigte eine Sprecherin des Bundesministeriums für Verbraucherschutz. Sie betonte, dass keine akute Gesundheitsgefahr für Verbraucher bestehe.

Nach Dioxinfunden in Bioeiern und Futtermitteln waren vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zahlreiche Höfe gesperrt worden. Der Mais war nach Behördenangaben im Winter von einem niederländischen Unternehmen von Nordrhein-Westfalen aus in mehrere Bundesländer verkauft worden.

Neben Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen seien Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig- Holstein und Baden-Württemberg betroffen, berichtete das Bielefelder Westfalenblatt am Samstag unter Berufung auf das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Braunschweig.

Legehennenfarmen in Mecklenburg-Vorpommern nicht betroffen

Zumindest in Mecklenburg-Vorpommern, das jedes dritte deutsche Bio-Ei liefert, sind nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums keine Legehennenfarmen betroffen. Lediglich ein Betrieb mit Ziegen und Schweinen habe Futter von dem Lieferanten bekommen, sagte Ministeriumssprecherin Marion Zinke in Schwerin. Das Ziegenfutter sei schon aufgebraucht gewesen. Das Schweinefutter sei sichergestellt worden und werde untersucht.

In Niedersachsen hatten 19 Öko-Betriebe das verseuchte Futter erhalten. Nach Tests wurden bis auf zwei mittlerweile alle wieder freigegeben, sagte der Sprecher des Agrarministeriums, Gert Hahne, in Hannover. In den beiden gesperrten Betrieben sollen Anfang kommender Woche weitere Proben genommen werden. Auch in Hessen dürfen zwei Bio-Hühnerfarmen vorsorglich keine Eier mehr verkaufen, teilte ein Sprecher des Umweltministeriums in Wiesbaden mit.

In Baden-Württemberg könnten mehr Höfe betroffen sein als bislang bekannt. Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Betriebe den dioxinverseuchten Mais verfüttert haben, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart. Bereits am Freitag hatten Lebensmittelkontrolleure damit begonnen, einen Bio-Hühnerhof im Regierungsbezirk Stuttgart zu überprüfen, der den verseuchten Mais verfüttert hatte. In Berlin prüfen die Veterinär- und Lebensmittelämter, ob Eier aus betroffenen Chargen in den Handel gelangt sind.

Lidl und Rewe betroffen

Nach Angaben des Bundesinstitutes für Risikobewertung in Berlin besteht keine akute Gesundheitsgefahr für die Verbraucher. Der Verkauf betroffener Eier und Jungtiere wurde aber bis auf weiteres untersagt. Der Lebensmittel-Einzelhandel, unter anderem sind die Supermarktketten Lidl und Rewe betroffen, hatte bereits betroffene Eier-Chargen aus den Verkauf genommen.

amg/cvd/news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Antonietta
  • Kommentar 1
  • 13.01.2011 08:09

Puten, Hühnern und Schweinen wurde dioxinverseuchtes Futter verabreicht. Als Lösung sollen wieder einmal Tausende von unschuldigen Tieren verbrannt und getötet werden. Eine Aktion die maximal die Symptome dieser dauernden Skandale bekämpft. Für nachhaltige Lösungen wie eine Reduktion des Fleischkonsums und der Massentierhaltung spricht sich bisher kaum jemand aus.

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