25.02.2010, 12.12 Uhr

Aufgespürt: Hitlers Blut lebt im Waldviertel

Bisher war er Landwirt, jetzt ist er Hitlers letzter Verwandter. Der 70-jährige Österreicher hat die DNA Adolf Hitlers - und wird nun seines Lebens nicht mehr froh. Ein belgischer Journalist hat den Mann in Niederösterreich aufgespürt.

Wie ist es, Nachfahre dieses Mannes zu sein? Bild: dpa

«Er war ein Mann wie 100.000 andere», sagt David Pesendorfer, der die Geschichte des Hitler-Nachfahren für das österreichische Magazin news aufgeschrieben hat. Ein Bauer im niederösterreichischen Waldviertel, der früher Feuerwehrmann gewesen sei und jetzt in der Kommunalpolitik mitmischen wolle. Nicht einmal mit seiner Familie habe er darüber gesprochen, sagt Pesendorfer.

Ein belgischer Journalist brachte laut Bild.de die Hitler-DNA aus den USA mit. Dort hatte er demnach einen Großcousin aufgetrieben und sich Speichelproben auf einer Serviette angeeignet. Mit dem genetischen Code des Diktators habe sich Jean-Paul Mulders dann in der Gegend umgetan, in der Hitlers Wurzeln liegen: dem Waldviertel. Zwar haben dort alle Hitler-Nachfahren ihren Namen abgelegt oder geändert, doch Norbert H., dessen Vornamen der Journalist geändert hat, ließ wohl noch den Hitler im Nachnamen erkennen - und sich dann sogar zu einem Speicheltest überreden.

«Er sagt, ‹Hitler hat mein Leben zerstört› und denkt jeden Tag an die Verwandtschaft, sagt Pesendorfer. Er interpretiert das Phänomen Norbert H. als «kollektiven Alptraum Österreichs»: «So wie das dem passiert ist, könnte es mir passieren oder Ihnen passieren.»

iwi/reu/news.de

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