Erbgut Forscher finden Alterungs-Gen

Alter (Foto)
Ein Gen soll daran schuld sein, dass wir mit zunehmendem Alter runzliger werden. Bild: Istockphoto

Mit zunehmendem Alter zeigen sich am menschlichen Körper diverse Verfallserscheinungen: Falten, Knochen- und Muskelschwund. Eine Ursache für diese Alterungsprozesse liegt offenbar bei einem bestimmten Gen, wie US-Forscher nun berichten.

Britische und niederländische Wissenschaftler haben ein Gen entdeckt, das eine Schlüsselrolle beim Älterwerden spielen könnte. Die Forscher der Universität Leicester, vom King's College London und der Universität Groningen stießen auf das Gen, als sie die Beziehung zwischen bestimmten Krankheiten und der Alterung des Erbguts untersuchten, wie sie im Fachjournal Nature Genetics berichten. Es gebe Hinweise, dass das Risiko altersbedingter Krankheiten wie Herzerkrankungen oder mancher Krebsarten enger mit diesem Chromosomen-Alter als mit dem tatsächlichen in Verbindung stünden, sagt Professor Nilesh Samani von der Universität Leicester. Chromosomen sind die Träger des Erbguts.

Die Forscher untersuchten sogenannte Telomere, die wie eine Art Schutzkappen die Chromosomen-Endungen bedecken. «Menschen werden mit Telomeren einer bestimmten Länge geboren», sagt Samani. Diese verkürzen sich mit jeder Zellteilung, woran sich das Chromosomen- Alter ablesen lässt. Die Forscher fanden heraus, dass Menschen mit einer bestimmten Genvariante kürzere Telomere haben und biologisch älter aussahen. «Die Ergebnisse werfen die Frage auf, ob Menschen mit dieser Variante eher unter altersbedingten Erkrankungen leiden», sagt Samani.

Frauen über 50
Reife Schönheiten

Die Forscher analysierten mehr als 500.000 Genvarianten im menschlichen Chromosomensatz. «Die identifizierte Variante liegt nah beim Gen TERC, das schon dafür bekannt ist, eine wichtige Rolle im Erhalten der Länge der Telomere zu spielen», sagt Professor Tim Spector vom King's College London. «Unsere Studie legt nahe, dass manche Menschen genetisch so programmiert sind, dass sie schneller altern.» Nach Berechnungen der Forscher geht es dabei um drei bis vier Jahre. Die Genvariante könnte auch die Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen erhöhen, die das Altern fördern, wie Rauchen, Fettleibigkeit oder zu wenig Bewegung.

car/reu/news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig