Ruth Moschner «Bio ist eben auch sexy»

Ruth Moschner (Foto)
Ruth Moschner ist vielseitig. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier
In vielen Kühlschränken und Gemüsekisten ist sie längst angekommen - doch am Ziel ihrer Träume ist die Bioidee noch nicht, findet Bio-Botschafterin Ruth Moschner. News.de hat die Moderatorin verraten, wie «bio» sie privat ist.

Ernähren Sie sich immer «bio»?

Moschner: Bio ist für mich seit meinem 20. Lebensjahr ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens. Leider kann ich das, nicht zuletzt durch meinen Job, nicht immer konsequent leben. Ich merke aber an meiner Arbeitsleistung und Körperenergie und am Wohlbefinden sofort, wenn die Ernährung ungesund war. Gutes Essen kann ein komplettes Filmteam motivieren, umgekehrt geht es aber leider auch.

Fühlen Sie sich auch privat als Bio-Missionarin?

Moschner: Nicht bewusst. Aber viele meiner Freunde haben durch mich ihre Gewohnheiten umgestellt. Wenn ich durch zwanglose Überzeugungsarbeit Menschen etwas Gutes tun kann, dann bin ich gerne Missionarin. Zwingen tue ich aber niemanden.

Bio-Botschafterinnen
Promis für bessere Ernährung
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Wie sind Sie zum ersten Mal mit «Bio» in Berührung gekommen?

Moschner:Mit Anfang 20 habe ich meine Ernährung auf Bio umgestellt. Bereits nach ein paar Wochen hatte ich erste Erfolge, zum Beispiel haben sich Allergien reduziert, manche sind ganz verschwunden. Ich hatte plötzlich auch wieder Energie und Motivation Sport zu treiben. Ganz davon abgesehen, dass ich Essen wieder als Genuss betrachtet habe und nicht nur als «Mittel gegen Hunger». Die Sachen sind einfach wesentlich leckerer.

Wie haben sie Ihr Leben umgestellt?

Moschner: Seither esse ich viel bewusster. Ich liebe es, selbst zu kochen, und ich esse nichts mehr, von dem ich nicht weiß, was drin ist. Dieses blinde Vertrauen mancher Menschen kann ich einfach nicht nachvollziehen. Manche Leute probieren stundenlang, um die richtigen Jeans zu finden, und dann schieben sie unüberlegt 'ne Tiefkühlpizza in den Ofen.

Öko und Bio sind inzwischen in aller Munde und sogar im Discounter zu haben. Sind Sie zufrieden mit dem Werdegang der Biobewegung?

Moschner: Ich finde es toll, dass Bio und Öko kein Randgruppenimage à la Jutetüte
und Korksandale haben. Zufriedener wäre ich jedoch mit konsequentem Bio-Essen an Kindergärten und Schulen und einer strengeren Verordnung in punkto Gentechnik.

Die drei Biobotschafter Deutschlands sind weiblich. Denken Sie, Frauen sind empfänglicher für die Bioidee?

Moschner: Ich glaube, als Frau geht man sensibler mit seinem Körper um und entwickelt dadurch natürlich auch ein Gefühl dafür, was einem gut tut und was nicht. Gesundes Essen ist ja auch was für die Seele. Das halten einige «echten Kerle» wahrscheinlich für uncool. Wenn die aber merken, dass sie dadurch fitter und attraktiver werden, dann ändern sie auch schnell ihre Meinung. Bio ist eben auch sexy.

Frau Moschner, Sie engagieren sich für Jugendliche, Tiere und Bio. Ist es für Sie sehr wichtig, den «guten» und «korrekten» Weg für sich zu finden - und fällt Ihnen das Finden leicht?

Moschner: Wer sich engagiert, bekommt viel häufiger Kritik als Lob. Damit muss man lernen zu leben. Genauso, wie es dazu gehört, Schneematsch mit dem Fahrrad zum Einkaufen zu fahren und gewisse Werbeverträge abzusagen. Ich persönlich würde mich aber nicht gut fühlen, wenn ich es anders machen würde. Daher fällt es mir am Ende eben doch leicht, meine Entscheidungen so zu treffen, dass sie nachhaltig vertretbar sind. Und das Beste: Ich habe dadurch einen gesunden, tiefen Schlaf!

 

Ruth Moschner (33) arbeitet als TV-Moderatorin und Schauspielerin und hat drei Bücher veröffentlicht. Im Fernsehen kennt man sie vor allem von Freitag Nacht News (RTL), sie moderierte Big Brother, saß mit Dieter Bohlen in der Jury von Das Supertalent und hatte ihre eigene Clip-Show Total lustig. Außerdem ist sie in vielen Fernsehproduktionen zu sehen. Ruth Moschner engagiert sich mit ihrem Verein «Ruth tut gut» für Jugenliche, im Nabu für Natur- und in der Tierschutzliga für Tierschutz.

ham/ivb/news.de

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