Wetterchaos in den USA Vom Schnee verweht

Vom Schnee verweht (Foto)
Ausgestorbene Straßen in den USA. Neben dem Verkehr kamen auch öffentliche Einrichtungen und auch der Weihnachtshandel zum Erliegen. Bild: ap

Von Sarah Karush
Die US-Ostküste steht Kopf: Über 4000 Verkehrsunfälle sind die Folge des plötzlichen Wintereinbruchs. Hunderttausende sind ohne Strom. Eine Blizzard-Warnung wurde für die Landeshauptstadt Washington D.C. ausgesprochen.
 

Ein eisiger Wintersturm hat an der US-Ostküste ein Schneechaos angerichtet und bereits fünf Menschen das Leben gekostet. In Hunderttausenden Haushalten fiel am Wochenende der Strom aus, der Verkehr brach zusammen. Die Polizei musste zu mehr als 4000 Verkehrsunfällen ausrücken, zahlreiche Flüge wurden gestrichen. In einigen Gegenden fielen fast 60 Zentimeter Neuschnee.

Auf dem Reagan National Airport in Washington D.C. fielen 40 Zentimeter Schnee, so viel wie noch nie an einem einzigen Tag im Dezember. Ebenso viel wurde in Philadelphia gemessen. In New York erwarteten die Meteorologen bis zu 25 Zentimeter Schnee. Im Staat Virginia befreiten Rettungsmannschaften in Allradfahrzeugen hunderte gestrandeter Autofahrer.

Rund 500 Menschen suchten in Notunterkünften Schutz vor der Kälte. Flugreisende mussten mit erheblichen Verspätungen rechnen, wenn ihre Verbindungen nicht gleich ganz gestrichen wurden. Wer seine Verbindung nicht auf die kommenden Tage umbuchen konnte, werde viel Geduld aufbringen müssen, sagte eine Sprecherin der Flughafenbehörde in Washington.

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Das Winterwetter hatte auch erhebliche Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft am letzten Adventwochenende. Einkaufszentren waren fast leer, und Geschäftsinhaber meldeten, dass die Käufer ihre Vorräte aufstockten. «Die Leute müssen das Geld statt für Weihnachten für das Notwendigste ausgeben», sagte ein Kaufmann, Ron Hart, der in West Virginia einen Gemischtwarenladen betreibt. «Unser Weihnachtsgeschäft ist erheblich zurückgegangen, weil die Leute anderes kaufen müssen.»

Schneestiefel und Wetterjacken im Senat

Auch im ehrwürdigen Senat hinterließ das Winterwetter Spuren. Bei einer Sitzung am Samstag dominierten Wetterjacken, Schneestiefel und andere eher an eine Skihütte erinnernden Kleidungsstücke. «Sieht wie in Vermont hier aus», sagte Senator Pat Leahy, der aus dem für seine Wintersportorte bekannten US-Staat stammt.

Präsident Barack Obama entschuldigte sich bei Journalisten dafür, dass er sie bei so schlechtem Wetter zu einer Pressekonferenz über den Kopenhagener Klimagipfel und die Gesundheitsreform in Weiße Haus gerufen habe. Als schneeerprobter Mann aus Chicago machte er sich aber auch über die frierenden Washingtoner lustig, bei denen schon bei ein bisschen Eis die Schule ausfalle. Es sei an der Zeit, ein wenig «harte Chicago-Widerstandskraft» in Washington anzuwenden. Jetzt fühle er sich in Washington zuhause.

sgo/news.de/ap

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