Komodowarane Giftzähne der Riesenechsen

Giftzähne beim Komodowaran entdeckt (Foto)
Wagemutige Forscher haben Komodowaranen ins Maul geschaut. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Anwen Roberts
Sie sind als Killer-Reptilien verrufen, die ihren Opfern Todesqualen bereiten. Dabei hatte sich Kultautor Douglas Adams vor allem über den Mundgeruch der Komodowarene beschwert. Tapfere Forscher haben sich getraut, den Echsen ins Maul zu schauen.

«Der braucht 20 Minuten, um eine komplette Ziege zu fressen. Fell, Hörner und Zähne werden später wieder hochgewürgt.» So beschreibt der englische Zoologe Mark Cawardine den Komodowaran, die größte Echse der Welt, die glücklicherweise nur auf ein paar indonesischen Inseln wie Komodo und Flores lebt.

Das drei Meter lange und über 150 Kilogramm schwere Reptil gilt als Ursprung chinesischer Drachenlegenden und ist in der Tat das einzige Lebewesen auf diesem Planeten, dem man die Rolle abnehmen würde. Der Waran ist bekannt für seine giftigen Bisse, die dem Opfer oft über Stunden hinweg einen langsamen und qualvollen Tod bereiten. Ein Franzose soll sogar noch zwei Jahre nach einem Biss an der Verletzung gestorben sein, die nicht abheilen wollte, berichtet Cawardine.

Bislang hatte man geglaubt, die schweren und langwierigen Verletzungen durch Monsterbisse kämen allein durch die Bakterien im Maul der Echse zustande. Die tummeln sich dort zwar in vielfältiger Form, sodass sie sicher zu den Qualen und Entzündungen beitragen. Wagemutige Forscher um Bryan G. Fry von der australischen Universität Melbourne haben jetzt allerdings festgestellt, dass der Komodowaran ähnlich wie eine Schlange Giftdrüsen im Maul hat.

Da ihr Kiefer nicht so kräftig ist wie der von Krokodilen beispielsweise, sei der Giftcocktail vermutlich eine Art Kompensation, um doch noch größtmöglichen Schaden anzurichten, so die Forscher der Studie, die im US-Magazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) erschienen ist.

Mark Cawardine gilt seit 20 Jahren als ausgewiesener Komodo-Experte, schließlich ist er den Riesenechsen auf Weltreise mit Science-Fiction-Autor Douglas Adams mehrfach persönlich begegnet. Das ungleiche Paar tourte auf der Suche nach vom Aussterben bedrohten Tierarten durch zahlreiche Länder der Welt. Ihre Erlebnisse fanden als humoristische Reportagen im typischen Adams-Stil Eingang in das Kultbuch Last Chance to See (Die letzten ihrer Art).

Douglas Adams starb 2001 mit 49 Jahren an einem Herzinfarkt, bevor es zu der geplanten Verfilmung kommen konnte. Seinen Part in der aktuellen BBC-Produktion, die im Herbst dieses Jahres in Großbritannien ausgestrahlt wird, hat nun der bekannte Comedian Stephen Fry übernommen. Im April waren Fry und Cawardine für den TV-Sender in Indonesien - und waren wenig überrascht, die Monstren mit genauso verrohten Sitten wie zuvor vorzufinden.

Über Sinn und Unsinn der Monstermythen hatten Adams und Cawardine bereits in der ursprünglichen Reportage über die Drachen auf Komodo philosophiert. Der Zoologe beschrieb erschreckende Eigenarten des Tieres, etwa, dass sie ihre eigene Brut verspeisen würden. Daher seien kleine Komodoechsen gut beraten, ihre ersten Lebensmonate auf den Bäumen zu verbringen, bis sie alt genug seien, sich gegen die Erwachsenen zu verteidigen. Dorthin könnten die ausgewachsenen Echsen ihnen aufgrund ihrer Schwerfälligkeit nämlich nicht folgen.

Wenn Klein-Komodowaran also vom Baum falle und gefressen werde, sei das Pech, meinten die Autoren. Natürlich sieht bei menschlichen Opfern, die vom Baum stürzen, die Moral der Echsen nicht viel anders aus.

Aus dem Netz

Kultbuch «Last Chance to See» in Auszügen im Netz

news.de/dpa/ap

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • JudySUAREZ30
  • Kommentar 1
  • 21.06.2010 11:23

That's known that money makes us free. But what to do when somebody does not have cash? The one way is to receive the home loans and just car loan.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig