Neue Spezies Flechtenart nach US-Präsident Obama benannt

Kuriose Würdigung für Barack Obama: Ein Botaniker entdeckte eine unbekannte Flechte und nannte sie Caloplaca obamae. Damit knüpft er an die schräge Tradition der Taxonomie-Zunft an, die mit kreativen Taufen schon öfter Aufsehen erregt hat.

Seltsame Flechten in Kalifornien (Foto)
Flechten wie hier im Yosemite Nationalpark in Kalifornien gehören zu den seltsamsten Lebensformen unseres Planeten. Bild: ap

Für seine Bemühungen um die Wissenschaft ist US-Präsident Barack Obama eine ganz besondere Ehre zuteil geworden: Forscher haben eine südkalifornische Flechte nach ihm benannt. «Ich entdeckte die neue Art im Jahr 2007 bei einer Erhebung zur Flechtenvielfalt auf der Insel Santa Rosa», sagt Kerry Knudsen vom Herbatorium der Universität von Kalifornien in Riverside.

Weltweit sind bislang rund 17.000 Flechtenarten bekannt, davon gedeihen rund 1500 in Kalifornien. Die kuriosen Gewächse sind symbiotische Lebensformen aus Pilzen und Algen oder Bakterien, haben aber ganz besondere Eigenschaften, die nur begrenzt mit denen von Pilz oder Alge allein vergleichbar sind.

«Ich nannte die Flechte Caloplaca obamae, um die Unterstützung des Präsidenten für die Wissenschaft zu würdigen», sagte Knudsen. Wie der 58-Jährige im Fachblatt Opuscula Philolichenum schreibt, stellte er seinen Artikel genau an jenem Tag fertig, an dem Obama die US-Präsidentschaft antrat.

Entdecker neuer Arten haben traditionsgemäß das Vorrecht, die Spezies nach ihrem Gusto zu taufen - solange der Name in Einklang mit der Linné-Nomenklatur steht. Der Botanik-Pionier Carl von Linné hatte festgelegt, dass jede Art eine zweiteilige Bezeichnung aus Gattungsnamen (Genus) und Artennamen hat. Da das Genus in der Regel schon bekannt ist, können sich die Spaßvögel unter den TaxonomenNaturwissenschaftliche Disziplinen verwenden den Begriff der Taxonomie für die hierarchische Klassifikation, also die Unterteilung der Spezies beispielsweise in Klassen oder Unterklassen. also nur im hinteren Teil des Namens austoben.

Genau das hat sich aber eine ganze Reihe von Spezies-Entdeckern nicht nehmen lassen, wobei die kreative Taufpraxis ganz eigene Stilblüten getrieben hat: vom berüchtigten, 1937 auf Anophthalmus hitleri getauften «Hitler-Käfer», bis zu den Rachegelüsten heutiger US-Entomologen, die ein paar Schimmelpilz fressende Kleinstkäfer nach den als forschungsfeindlich verrufenen US-Politikern Bush, Cheney und Rumsfeld benannten.

aro/car

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