Hauseinsturz in Köln Bergung der Opfer steht bevor

Mehrmals mussten die Einsatzkräfte ihre Suche nach den zwei Vermissten verschieben. Jetzt soll es endlich losgehen. Die Bagger haben sich nach Behördenangaben bis zur Ruine des eingestürzten Hauses vorgearbeitet.

Einsturz Köln (Foto)
Die Bagger haben sich bis zur Hausruine vorgearbeitet. Bild: ap

Anhaltende Niederschläge hatten die Feuerwehrleute bisher aufgehalten und verschärften die Lage am Unglücksort. Die Stimmung sei gedrückt, so der Sprecher. Vermisst werden ein 23-jähriger Designstudent und ein 17-jähriger Bäckerei-Azubi. Sie hielten sich vermutlich in den Dachgeschosswohnungen eines der Häuser auf, die am Dienstag zusammen mit dem Stadtarchiv eingestürzt waren.

Die Chance, dass die beiden jungen Männer lebend geborgen werden, geht nach Angaben der Feuerwehr gegen Null. Bereits kurz nach dem Unglück hatte die Polizei Signale des Handys von einem der beiden Vermissten geortet. Allerdings sei die Ortung nur bis auf rund 200 Meter genau.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) die Bodenverhältnisse während des U-Bahnbaus in der Nähe des eingestürzten Stadtarchivs nicht überwacht haben sollen. KVB-Sprecher Joachim Berger sagte, lediglich vor der Ausschreibung des U-Bahnbaus und vor dem tatsächlichen Baubeginn sei der Boden stichpunktartig untersucht worden.

Zwei weitere Häuser an der Severinstraße gelten nach Angaben der Stadtverwaltung zur Zeit als akut einsturzgefährdet. Einsatzkräfte hätten diese Gebäude bereits unmittelbar nach dem Unglück räumen lassen. Das gegenüber der Unglücksstelle liegende Friedrich-Wilhelm-Gymnasium ist laut Stadtverwaltung nicht einsturzgefährdet. Der Vorbau der Schule werde derzeit statisch untersucht. Im Laufe des Vormittages würden Bodenuntersuchungen durchgeführt.

In der Nacht zu heute hatten Feuerwehrleute auf Zuruf der zum Unglücksort gerufenen betroffenen Bewohner die wichtigsten Wertgegenstände und Dokumente aus den Wohnungen geholt und sichergestellt. Dazu gehörten unter anderem auch die Geldbestände einer betroffenen Spielhalle. Diese seien dem Spielhallenbesitzer direkt an Ort und Stelle übergeben worden. Andere Wertgegenstände hätten Mitarbeiter des Ordnungsamtes entgegengenommen und in benachbarten ungefährdeten Räumlichkeiten zwischengelagert.

hav/che

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