Jahr der Astronomie Die Sonne ist auch nur ein Stern

Im nächsten Jahr ist es 400 Jahre her, dass mit Galileo Galilei erstmals ein Mensch ein Teleskop in den Himmel richtete, um den Geheimnissen auf den Grund zu gehen. Damit begann 1609 die Geschichte der modernen Astronomie.

Astronomie (Foto)
Vor 400 Jahren begann die Geschichte der modernen Astronomie. Bild: ap

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen und die Internationale Astronomische Union (IAU) haben deshalb 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie erklärt. Auf zahllosen Veranstaltungen weltweit soll nicht nur an die Erfindung des Teleskops erinnert werden, sondern bei den Menschen auch wieder eine «Begeisterung für die Astronomie» geweckt werden, erklärt Michael Geffert, der die deutsche Koordinationsstelle zum Internationalen Jahr der Astronomie leitet.

Die Chance, dass die Astronomie für ein Jahr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücke, solle genutzt werden, um Menschen aller Altersgruppen «astronomische Inhalte zu vermitteln», sagt Geffert. Schülern sollen dabei in einem Projekt gezeigt werden, dass die «Sonne auch nur ein normaler Stern ist».

Die Themenvorschläge für die Schulen gehören zu den vielen Anregungen und Veranstaltungen, die die Astronomie auch «in andere gesellschaftliche Bereiche hineintragen» sollen, erklärt Geffert. So wollen die Astronomen auch auf dem Evangelischen Kirchentag in Bremen präsent sein, der unter dem Motto steht: «Mensch, wo bist Du?» Das sei ja auch eine Frage, die die Astronomen intensiv beschäftige, sagt Geffert.

Für Menschen, die an den Veranstaltungen im kommenden Jahr zum Thema Astronomie interessiert sind, gibt es auf der deutschen Internetseite zum IYA2009 (International Year of Astronomy 2009) einen Terminkalender, der in nächster Zeit wohl noch ständig aktualisiert werden wird. «Fast jeden Tag kommt etwas hinzu», sagt Geffert. Zu den Höhepunkten wird sicher die Ausstellung «Sternstunden - Wunder des Sonnensystems» im Gasometer in Oberhausen gehören, die im April eröffnet wird und noch bis 2010 zu sehen ist. Dort wird es ein riesiges Modell des Mondes und auch eine Ausstellung mit historischen Instrumenten geben.

Die Geschichte und Entwicklung des Teleskops wird im kommenden Jahr natürlich immer wieder ein Thema sein. Galileo erkannte, als er in sein Instrument blickte, plötzlich Berge und «Seen» auf dem Mond und entdeckte die ersten Monde des Jupiters, die inzwischen nach ihm benannten vier Galileischen Monde. Sein Teleskop lässt sich heute nur mit den einfachen Geräten für Einsteiger in die Amateurastronomie vergleichen. Und selbst die sind leistungsfähiger als das, was Galileo zu seiner Zeit zur Verfügung hatte.

Das allein sollte eigentlich schon für jeden Anlass genug sein, einmal selbst durch ein Teleskop in den Himmel zu blicken. Dazu wird es im Astrojahr auch genügend Möglichkeiten geben. Eine weltweite Veranstaltung vom 2. bis 5. April steht unter dem Motto «100 Stunden Astronomie» und rückt die Beobachtung des Weltraum mit den eigenen Augen in den Mittelpunkt.

Wozu Teleskope heute in der Lage sind und was in Zukunft noch möglich sein wird, das zeigt die Show «Augen im All - Vorstoß ins unsichtbare Universum», die im Mai in rund zwei Dutzend deutschen Planetarien startet. Sie entstand unter Federführung der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA).

Eröffnet wird das Internationale Jahr der Astronomie mit einer Konferenz bei der UN-Kultur- und Wissenschaftsorganisation (UNESCO) am 15. und 16. Januar. Dazu werden in Paris rund 400 Teilnehmer erwartet, neben Vertretern der UN, von UNESCO und IAU auch Wissenschaftler, darunter auch einige Nobelpreisträger. In Deutschland findet die Auftaktveranstaltung am 20. Januar in Berlin statt.

Mehr Infos: http://www.astronomie2009.de/

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig