Hilferuf vor Weihnachten Maddies Eltern veröffentlichen Video im Internet

Die Eltern der seit eineinhalb Jahren verschwundenen Madeleine haben sich mit einem Appell an die Öffentlichkeit gewandt. Gerry und Kate McCann veröffentlichten ein Video, das das Mädchen bei seinem letzten Weihnachten vor zwei Jahren zeigt.

Maddies Eltern erneuern vor Weihnachten Appell (Foto)
Kate und Gerry McCann suchen weiter nach ihrer Tochter. Bild: dpa

«Das ist unser zweites Weihnachten ohne unsere Tochter. Bitte helfen Sie, dass es kein drittes gibt», heißt es in der Botschaft der Eltern. Madeleine war im Mai 2007 aus einem Ferienappartement in Portugal kurz vor ihrem vierten Geburtstag verschwunden. Die McCanns hatten darauf eine beispiellose Medienkampagne gestartet.

In dem Video www.findmadeleine.com ist Madeleine unter anderen neben ihren beiden kleinen Geschwistern zu sehen, wie sie fröhlich spielt und ihre neuen rosa Schuhe stolz herzeigt. In einem Elfenkleid tanzt Maddie zudem im Haus umher. «Weihnachten ist die Zeit für Kinder. Bitte helfen Sie uns, unsere Tochter wiederzubekommen», heißt es in dem Video weiter. Der Sprecher der Eltern erklärte, die Feiertage seien immer schwierig für die Familie. Beide Eltern glaubten aber immer noch fest daran, dass Madeleine lebe, und suchten weiter nach ihr.

Die McCanns haben bisher mehr als eine Million Pfund (rund 1,3 Millionen Euro) für die Suche nach ihrer kleinen Tochter ausgegeben. Darunter sind unter anderem Ausgaben für die spanische Privatdetektei Metodo 3 sowie für Werbung und Rechtsschritte der McCanns, berichteten britische Medien. «Wir können kein Limit setzen. Ein Kind hat keinen Preis. Wir zahlen, was wir müssen», zitierte die Zeitung Daily Mirror die Mutter Kate McCann. «Wir wissen, dass sie entführt wurde und glauben, dass irgendjemand etwas weiß oder vermutet.»

In den Fonds flossen Spenden von Prominenten, Geschäfts- und Privatleuten ein. Zudem bekamen die McCanns aus einer Klage gegen britische Zeitungen mehr als eine halbe Million Pfund. Nach Angaben ihres Sprechers sind derzeit noch 500.000 Pfund in dem Fonds.

Das Ärztepaar aus Mittelengland kritisierte in einem Interview mit der portugiesischen Wochenzeitung Expresso zudem in scharfen Tönen den ehemaligen Chefermittler, Goncalo Amaral. Sein Verhalten und die Tatsache, dass er ein Buch mit seinen Vorwürfen gegen die Eltern veröffentlicht hat, nannte Kate McCann «eine Schande». «Wir wollen Madeleine lebend finden. Wenn sie tot ist, wollen wir es wissen. Es gibt nichts in dem Polizeibericht, dass darauf hindeutet, dass ihr etwas Schlimmes zugestoßen ist.»

Madeleine war kurz vor ihrem vierten Geburtstag verschwunden. Im Juli hatte die Staatsanwaltschaft in Portugal die Eltern von dem Vorwurf freigesprochen, selbst etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun gehabt zu haben.

Gleichzeitig gab der ehemalige Chefermittler Amaral der spanischen Zeitung El Mundo ein Interview, in dem er seine These bekräftigte, Madeleine sei tödlich verunglückt und die Leiche von den Eltern versteckt worden. Der Vater habe sie an einem Strand vergraben und Tage später in einem Leihwagen weggebracht. Möglicherweise sei die Leiche dafür eingefroren worden.

Die McCanns hätten den Tod ihrer Tochter aus Angst vertuscht, das Sorgerecht über ihre anderen zwei Kinder zu verlieren, sagte Amaral. Die britischen Behörden hätten ihnen Nachlässigkeit vorwerfen können, weil sie Madeleine und ihre Geschwister in der Wohnung alleine gelassen hatten. Außerdem spiele laut Amaral das Geld eine Rolle: «Die McCanns sind Menschen, keine Psychopathen. Wenn sie zugäben, dass ihre Tochter tot ist, würden sie das Geld aus dem Maddie-Fonds verlieren.»

san

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