16.08.2009, 10.00 Uhr

Sexappeal: Wann ist ein Mann ein attraktiver Mann?

Attraktivität ist ein entscheidender Faktor bei der Partnerwahl – zumindest in sexueller Hinsicht. Doch scheinbar ändert sich das Männerideal vom rauhen Macho hin zum milchgesichtigen Weichei. Was macht Männer für Frauen wirklich attraktiv?

Bescheidenheit und Selbstironie können die sexuelle Anziehungskraft von Männern deutlich erhöhen. Als Paradebeispiel dafür nennen US-Forscher den britischen Schauspieler Hugh Grant, denn er sieht nicht nur gut aus, sondern kann in seinen Filmrollen auch über sich selbst lachen. Oft spiel Grant den charmanten Trottel. Und ist damit ein Mann mit Sexappeal. «Humor ist bekanntermaßen für Frauen sexuell attraktiv, aber wir haben herausgefunden, dass Selbstironie dabei die attraktivste Art von Humor ist», sagte Gil Greengross, Leiter eines Forscherteams der Universität von New Mexico.

Bei Untersuchungen spielte er Studentinnen Aussagen von Männern vor, die über sich selbst Auskunft gaben. Anschließend mussten die Frauen festlegen, welche der Herren sie sexuell am attraktivsten fanden. Am besten schnitten eindeutig die ab, die sich selbst auf die Schippe und nicht zu ernst nahmen.

Doch Menschen sind oberflächlich. Über Sympathie und Attraktion zum anderen Geschlecht entscheidet zunächst das Aussehen. Ob ein gut aussehender Mann auch noch die Mischung aus Bescheidenheit und Humor besitzt, die ihn zusätzlich sexuell attraktiv machen, entscheidet sich erst nach ein paar gewechselten Worten.


Den Mann zeichnet zunächst erstmal seine Verpackung aus. Forscher der Universität Regensburg – die übrigens auch eine Attraktivitätsformel für Frauen entwickelten – haben herausgefunden, was ein männliches Gesicht attraktiv macht (Link führt auf ein pdf-Dokument).

Braune, reine Haut, wenig Fettansatz, dunklere Augenbrauen und Wimpern, kleinerer Abstand zwischen Augenlid und Lidfalte, höhere Wangenknochen machen ein männliches Gesicht attraktiv. Wenn dann noch die obere Gesichtshälfte im Verhältnis zur unteren breiter ist und der Mann keine Geheimratsecken hat, sowie volle Lippen, markantes Kinn und einem verhätlnismäßig schmalen Hals sei er perfekt.

Warum genau diese Merkmale einen Mann attraktiv machen, verrät die Biologie. Denn trotz aller Vernunft sollen Menschen auch im 21. Jahrhundert gengesteuerte Wesen sein. Wir finden Menschen attraktiv, mit denen wir uns paaren wollen. Die beschriebenen Merkmale wie ein markantes Kinn, ausgeprägte Wangenknochen und buschige Augenbrauen werden durch das Hormon Testosteron hervorgerufen, das aus Jungs echte Männer macht.

Viel Testosteron bedeutet hohe Anziehungskraft auf Frauen, denn nur solche Männer schenken gesunden Nachwuchs. „Es gibt mehrere Untersuchungen, die zeigen, dass Attraktivität an die Gesundheit gekoppelt ist“, sagt der Wiener Attraktivitätsforscher Karl Grammer in einem Interview. Das dachte man zumindest bisher.

Denn mittlerweile sind nicht mehr die testosterongeschwängerten Kraftmeier gefragt. Nicht mehr Bruce Willis mit seinem männlich-dreitagebärtigem Gesicht lässt in Hollywoodfilmen Frauenherzen höher schlagen, sondern zum Beispiel Zac Efron, ein weichgesichtiger Milchbubi ohne erkennbaren Bartwuchs.

Diesen Wandel im männlichen Attraktivitätsideal erklären aktuelle Studien. Der Evolutionsbiologe Tony Little fand in einem Versuch mit Hunderten Probantinnen heraus, dass Frauen mittlerweile Männer mit weiblicheren Gesichtszügen dem kantigen Kerl vorziehen. Auch die Testpersonen einer Studie des Psychologen David Perrett an der schottischen University of St. Andrews nahmen weiblichere Gesichtsformen bei Männern als schöner wahr.

Die Forscher deuteten dies ebenso als Hinweis auf gute Gene. Die Frauen assoziierten die weicheren Gesichtszüge außerdem mit Zuverlässigkeit, Wärme und Ehrlichkeit. Charaktereigenschaften, die bei einem modernen Mann mehr gefragt sind als Abenteuerlust und Draufgängertum.

Doch Schönheitsideale und Attraktivitätsmuster sind einem Wandel unterworfen – sagen die Forscher - feminine Männertypen also nur eine Frage der heutigen Zeit, vielleicht auch beeinflusst durch die Medien. Denn genauso wie für einen Zac Afron gibt es auch noch dankbare Abnehmerinnen für einen rauhen Kerl wie Bruce Willis.

kab/iwe/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser