Mordfall Corinna Stiefvater des Verdächtigen gab Polizei Hinweis

Am Fundort der Leiche liegen zwei Rosen zum Gedenken an die tote Corinna. (Foto)
Zwei weiße Rosen liegen am Ufer eines Nebenarmes der Mulde in Eilenburg zum Gedenken an die tote Corinna. Bild: dpa

Bei der Polizei sollen insgesamt 165 Hinweise auf den Mörder von Corinna aus Eilenburg eingegangen sein. Einen wichtigen davon soll laut Medienberichten der Stiefvater des mutmaßlichen Täters geliefert haben. Die Polizei ermittelt weiter.

Die Polizei ist dem mutmaßlichen Mörder der neunjährigen Corinna aus Eilenburg bei Leipzig laut Bild-Zeitung auch mit Hilfe eines Hinweises aus der Familie des Tatverdächtigen auf die Spur gekommen. Wie das Blatt berichtete, meldete sich der Stiefvater des 39-jährigen Peter S. einen Tag nach dem Verschwinden des Mädchens bei der Polizei.

Grund war demnach ein merkwürdiges Verhalten seines Stiefsohns. So sei dieser am Tag von Corinnas Verschwinden, dem Dienstag vergangener Woche, dick angezogen gewesen, habe auf Nachfrage seiner Mutter dazu aber nichts gesagt. Einen Tag später sei die Familie dann gefragt worden, warum der Sohn im Garten Sachen verbrenne. Zudem sei er «komisch, besonders lieb zu seiner Mutter» gewesen, zitierte das Blatt den Stiefvater. Diesem kam das Verhalten merkwürdig vor: «Mein Kopf fing an zu kreiseln.» Daraufhin habe er die Polizei angerufen.

Der Stiefvater sagte weiter, diese Tat sei für beide Mütter schrecklich. Die Mutter seines Stiefsohnes befinde sich in der Psychiatrie. Corinna war Dienstag vergangener Woche vom Spielen nicht nach Hause zurückgekehrt. Einen Tag später fanden Suchtrupps ihre Leiche in Eilenburg am Ufer eines Nebenarms der Mulde. Der alkoholkranke S., der in der Nähe einen Garten hat, wurde am Samstagabend festgenommen und gestand, das Kind vergewaltigt und getötet zu haben. Die Polizei hatte erklärt, zur Ergreifung hätten vier Hinweise aus der Bevölkerung beigetragen.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz, bestätigte den Bild-Bericht nicht. «Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu einzelnen Hinweisen», sagte er.
Die Sonderkommission «Corinna» ist unterdessen auf 51 Kripo-Beamte reduziert worden.

Die Spurensicherung im Garten des Verdächtigen wurde abgeschlossen. Die Wohnung wird noch weiter untersucht. Bisher hat die Polizei weder den Tatort noch die Todesursache bekanntgegeben.

Weiterführende Links:

Mordfall Corinna: Verdächtiger erinnert sich kaum an Geständnis
Anwalt zweifelt an Geständnis: War Corinnas Mörder betrunken?
Sexualverbrechen in Eilenburg: 39-Jähriger gesteht Mord an Corinna

iwe/hav/news.de/ap

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig