Sexualverbrechen in Eilenburg 39-Jähriger gesteht Mord an Corinna

Noch immer können viele Menschen in Eilenburg die Tat nicht fassen. (Foto)
Noch immer können viele Menschen in Eilenburg die Tat nicht fassen - und legen Blumen und Teddybären zum Gedenken ab. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Der mutmaßliche Sexualmörder der neunjährigen Corinna hat ein Geständnis abgelegt. Gegen den 39-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen. Mehrere Hinweise führten die Polizei in der Nacht zum Sonntag zu dem Verdächtigen. Am Tatort werden weiter Spuren gesichert.

Vier von bislang 164 Hinweisen haben die sächsische Polizei zum mutmaßlichen Sexualmörder der neunjährigen Corinna geführt. Ein 39-jähriger Arbeitsloser aus Eilenburg hat nach Polizeiangaben in der Nacht ein Geständnis abgelegt. Er war in betrunkenem Zustand am Samstagabend gegen 23 Uhr festgenommen worden.

Ein Zeuge habe den Mann in Begleitung eines Mädchens gesehen, auf das die von der Polizei herausgegebene Beschreibung von Corinna passte, berichtete Jürgen Georgie, Leiter der Polizeidirektion Westsachsen. Ein weiterer Hinweis: Der Mann habe sich zu einer ungewöhnlichen Zeit ungewöhnlich verhalten. Ein dritter Zeuge hatte den 39-Jährigen in nasser und verschmutzter Kleidung gesehen. Ein vierter Hinweis werde noch geprüft.

«Wir sind der Überzeugung: Was er gesagt, dass kann nur er wissen», so Landespolizeipräsident Bernd Merbitz zur Vernehmung des Verdächtigen. Die Polizei sei zuversichtlich, ihm die Tat anhand von Spuren nachweisen zu können. Der mutmaßliche Täter habe in Eilenburg einen Bauwagen abgestellt. Dieser werde weiterhin auf Spuren untersucht.

Über Einzelheiten der Tat wurde nichts mitgeteilt. «Wir waren diesmal so schnell mit der Ermittlung des Täters, dass wir uns noch am Beginn der Spurenauswertung befinden», sagte Merbitz. Außerdem wollen die Ermittler keine Einzelheiten zur Tat bekanntgeben, um die weiteren Ermittlungen nicht zu gefährden.

Zwischen Wohnung des Verdächtigen und Corinnas Wohnung liege etwa ein Kilometer, so Merbitz. Der Tatort wird derweil in der Nähe des Fundorts der Leiche vermutet. Der Tatverdächtige sei wegen Delikten wie Brandstiftung vorbestraft und stand unter so genannter Führungsaufsicht, die Teil der Bewährungsauflagen ist. Zuletzt wurde er im Juli 2008 nach Verbüßung einer Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen.

Die Sonderkommission «Corinna» arbeite mit Hochdruck weiter, hieß es. So sollen am Tatort Spuren gesichert werden. Ziel ist es, den Täter zweifelsfrei zu überführen. Auch die Auswertung der gerichtsmedizinischen Untersuchungen würden noch andauern.

Corinnas Familie bat über ihre Anwältin die Medien darum, in Ruhe gelassen zu werden. Die Beerdigung des Mädchens ist im engsten Familienkreis geplant. Das Datum ist unbekannt. Der Tod des Kindes löste in der Öffentlichkeit viel Anteilnahme aus. Am Samstagabend hatten sich in einer Kirche in Eilenburg Hunderte Menschen zu einer Andacht für Corinna versammelt.

Weiterführende Links:

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hav/seh/news.de/dpa

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