Schräger Blick auf den Hund Vier Beine spalten die Gesellschaft

Der Hund erregt die Gemüter. (Foto)
Der Hund erregt die Gemüter. Bild: istockphoto

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier
Hunde sind ganz schön wer in unserer Gesellschaft. Jetzt bekommen sie sogar einen eigenen Tag, an dem sie mit ins Büro dürfen. Manche Leute finden das überkandidelt, genau wie Hundewiesen oder Hund statt Kind. Dabei stört es eigentlich keinen großen Geist.

Man kann die Gesellschaft nach vielen Kriterien spalten. Die Spaltung, die hier thematisiert wird, ist vertikal und zieht sich durch alle Schichten: Es geht um den Hund.

Es gibt die Hundebesitzer. Arm, reich, gebildet, verroht, Yorkshire-Töle oder kuscheliger Pitbull – eins ist ihnen gemein: Sie finden ihren Hund gut, und sie finden es gut, einen Hund zu haben. Am liebsten hätten sie ihn immer und überall dabei.

Fraktion zwei säße in einem imaginären Gesellschaftsparlament ungefähr so weit entfernt von den Hundebesitzern wie die Linke von der NPD: die Hundeablehner. Sie Hundehasser zu nennen, wäre ihnen sicher zu martialisch, denn nur ein kleiner Teil von ihnen hasst den Hund an sich. Die meisten sind eher genervt davon, dass Hunde in ihrer Eigenschaft als Haustier permanent gesellschaftliche Präsenz zeigen. Auf Bürgersteigen, vor Supermärkten, auf nach ihnen benannten Wiesen, leinenlos im Wald und jetzt auch noch im Büro. Sie fänden es vermutlich am besten, wenn Hunde zurückkehrten in ihren natürlichen Lebensraum, als sie noch Wolf, Hyäne oder Schakal waren.

Damit zwischen Haltern und Ablehnern kein luftleerer Raum herrscht, gibt es auch in Sachen Hund eine Art Mitte. Das ist mein Platz an der Hundefront. Dieser Mitte sind Hunde entweder egal oder sie findet sie ganz sympathisch, würde sich aber nie selbst einen anschaffen. Sie regt sich tierisch über vollgekackte Fußwege auf, freut sich aber auch, wenn so ein Kollege Hund erst an ihr schnüffelt und dann mit dem Schwanz wedelt.

Die Mitte ist der Ansicht, dass Hunde lieber brav bei ihrem Herrchen unter dem Schreibtisch liegen sollten, anstatt zuhause alleine zu versauern. Sie findet auch Hundewiesen ganz praktisch, wenn das die Gehsteige entlastet. Sie findet rasierte Pudel abartig, aber man kann ja auch nicht jeden mögen. Hunde sind nun einmal ein Anhängsel des Menschen, und als solche ähneln sie ihm ziemlich. Es gibt solche und solche.

Wenn manche Hundeablehner nun kritisieren, dass diese Tiere zunehmend ein menschliches Kind ersetzten oder sogar weiter reichende Rechte hätten, ist das eher abwegig. Wer, warum auch immer, kein Kind haben will oder kann, schafft sich vielleicht einen Hund an. Oder auch zwei. Na und? Manche Leute haben sogar Hunde und Kinder. Und die Kinder finden das großartig. Also entspannen. Und, Fraktion eins: Haufen einsammeln!

Weiterführende Links:

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