Von news.de-Redakteurin Anwen Roberts - 20.06.2009, 18.30 Uhr

Mittsommer in Stonehenge: Massenspektakel unter strengen Auflagen

Das Feiern der Sommersonnenwende gehört zu den ältesten Bräuchen der Welt. Zum Mittsommerfest werden im südenglischen Stonehenge zehntausende Besucher erwartet. Die Polizei will mit einer Null-Toleranz-Strategie gegen Ausschweifungen vorgehen.

Stonehenge-Mittsommerfest unter schärfster Polizeikontrolle. Bild: dpa

Zehntausende wollen am Wochenende in der südenglischen Kultstätte Stonehenge das uralte Fest der Sommersonnenwende feiern: den längsten Tag des Jahres und zugleich ersten Sommertag.

Das uralte heidnische Fest zur Sommersonnenwende wird heute noch in zahlreichen Kulturen begangen. Die Sonnenwende ist der Augenblick, ab dem die Sonne täglich wieder ein Stück tiefer am Horizont erscheint, und fällt in diesem Jahr auf den frühen Sonntagmorgen. Vor allem in skandinavischen Ländern wird der Sommer mit Lichtern und Johannisfeuern begrüßt - denn je weiter nördlich, desto kürzer ist die Nacht des längsten Tag des Jahres.

Dementsprechend sollen die Mittsommer-Feiern in Stonehenge bis zum Tagesanbruch andauern. Weil die Wetterprognosen gut sind und die Sonnenwende auf ein Wochenende fällt, werden mehr als 30.000 Personen erwartet. Nun machen sich die englische Polizei und die Denkmalschutzorganisation English Heritage für den rekordverdächtigen Besucherandrang im prähistorischen Steinkreis bereit.

Britische Zeitungen berichten von einer groß angelegten Polizeioperation mit unbemannten Überwachungsdrohnen, Pferden und Drogenhunden, die am heutigen Samstag in Stonehenge startet.

Die örtliche Polizei der Grafschaft Wiltshire hatte angekündigt, «unsoziales Verhalten» von vornherein verhindern zu wollen. Die Polizeipräsenz bei der Veranstaltung ist an Einsätze angelehnt, wie sie etwa in Großstädten am Samstagabend stattfinden würden. Angekündigt ist ein «Null-Toleranz»-Vorgehen der Einsatzleitung speziell bei Trunkenheit und Drogen.

Die Stonehenge-Geländemanager von English Heritage hatte vorab einen Leitfaden mit Benimmregeln herausgegeben, die polizeiliche Eingriffe überflüssig machen sollen. So ist die Alkoholmenge pro Person auf vier Halbliterdosen Bier oder eine Flasche Wein oder Apfelwein begrenzt. Und illegale Drogen seien in Stonehenge wie überall anders auch illegal.

Private Feiern oder unangemeldete Tanzveranstaltungen in der Umgebung seien ebenfalls unerwünscht, wie dem Leitfaden und auch Warnungen der Polizei zu entnehmen war. Einige «friedliebende Druiden» sagten der englischen Tageszeitung The Guardian, dass sie aus Angst vor Eskalationen den Feierlichkeiten fernbleiben wollten.

Weiterführende Links:

«Der globale Polizeistaat»: Wie die Sicherheit unsere Freiheit frisst


Aus dem Netz:

Friedliebende Druiden: Der Guardian über Drohnen im Einsatz gegen Druiden

seh/news.de

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