... die Arbeit der Treuhand erwiesen. Anders als in der Post-Sowjetunion seien die einstigen Kombinate und Volkseigenen Betriebe (VEB) an Investoren aus der Branche verkauft worden. Die krassen Privatisierungsauswüchse wie in den einstigen Sowjetstaaten blieben Ostdeutschland erspart. «Die Treuhand konnte zu 100 Prozent klare Verhandlungen mit Investoren und ihrem Übernahmekonzept führen. Diese branchenspezifische Privatisierung war der richtige und alternativlose Weg»,...
... Es gab also in dem Sinne keine Kündigungen, sondern eher Versetzungen auf andere Stellen. Die Kombinate in der DDR waren groß, da gab es für jeden Arbeit. Wie entsteht denn verdeckte Arbeitslosigkeit? Ragnitz: In der DDR gab es keine Marktwirktschaft, alles war verstaatlicht, die Leute konnten nicht entlassen werden. Selbst, wenn jemand eigentlich gar nicht qualifiziert war, musste er weiter durchgefüttert werden. Worin besteht der Unterschied zur offenen Arbeitslosigkeit? Ragnitz:...
... Orgsanisationen wie die Freie Deutsche Jugend. Schlussendlich traf es auch die Volkseigenen Kombinate und Betriebe, in denen reihenweise Arbeitskräfte auf die Straße gesetzt wurden. Anhand dieser Entwicklung kristallisiert sich bereits das Kernproblem der zuvor verdeckten Arbeitslosigkeit in der DDR heraus. Zahlreiche Angestellte waren «unter den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen aus betriebswirtschaftlicher Sicht überflüssig», schrieben Gürtler und...
... weiterer Punkt: Anfang der 1970er Jahre kam es in der DDR zur Bildung von riesigen unflexiblen Kombinaten, quasi ein von der Regierung diktierter Zusammenschluss vieler kleinerer Betriebe. In diesen Kombinaten sieht Professor André Steiner, Historiker am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, eine wesentliche Ursache für das Scheitern der DDR-Wirtschaft. Die Gründung der Kombinate sei oft «ohne ausreichende ökonomische Begründung vorgenommen worden», so Steiner....
... sie trotzdem davon profitiert. Wurde gut gearbeitet, dann wurden die Gewinne der Betriebe und Kombinate an den Staatshaushalt abgeführt. Von dort gab es eine Umverteilung in die Sozialsysteme, für Kultur, für die Bildung und Infrastruktur. Das war nicht unwichtig in der DDR, aber am Ende hat das niemand als seinen persönlichen Anteil gesehen, sondern als etwas, was ihm ohnehin zustand. War das eine Ursache für das Scheitern der DDR? Luft: Das war sicherlich eine Ursache. Das...