... Seine ganze Karriere fußte auf riskanten Investments und Bankgeschäften, die nur dank der Deregulierung des amerikanischen Finanzsektors seit Mitte der 1980er möglich waren. Dass gerade ein liberaler Investmentbanker als Finanzminister den Job des Regulierers übernimmt, klingt abwegig, ist aber gar nicht ungewöhnlich. Hank Paulson hat berühmte Vorbilder: Robert Rubin, Finanzminister unter Bill Clinton, wechselte ebenfalls von Goldman Sachs in die Politik und Jon Corzine,...
... die Politik gefordert, jetzt die Antworten auf die Krise zu finden. «Die Liberalisierung und Deregulierung ging zu weit und wurde missbraucht», sagte er. «Der Bankensektor muss saniert und neu geordnet werden - durchgreifend und zügig. Den Akteuren an den globalen Finanzmärkten muss ein Ordnungsrahmen gesetzt werden - umfassend und wirkungsvoll.» Der Bundespräsident warnte zudem vor Wirtschaftsprotektionismus, mit dem Länder ihre Märkte abschotten wollen. Deutschland müsse sich...
... war der Fall des Martin Bangemann. Der FDP-Politiker war als EU-Kommissar maßgeblich für die Deregulierung der Telekommunikationsmärkte zuständig. Plötzlich wollte er einen Posten im spanischen Telekommunikationsunternehmen Telefónica übernehmen. Das war selbst den Oberbürokraten aus Brüssel suspekt. Der Rat der Europäischen Union setzte deshalb vor dem Europäischen Gerichtshof ein Verfahren gegen Bangemann in Gang, um ein mögliches Fehlverhalten des Politikers zu...
... eine akute Gefahr für das neue Wirtschaftswachstum nach der globalen Finanzkrise. «Die Deregulierung der Finanzmärkte hat die Welt an den Abgrund geführt. Ein Markt ohne Regeln ist kein Markt mehr.» Er werde die G20-Staaten bitten, Berichte über die Lage auf ihren Agrarmärkten zu erstellen.Dass europäische Handelsplätze nicht durch Regeln beeinträchtigt werden dürften, die an anderen Orten nicht bestehen, akzeptiere er nicht: «Wenn ein Land die Mafia nicht bekämpft,...
haben es fast alle geglaubt - Deregulierung war das Allheilmittel des vergangenen Jahrzehnts. Viele Ökonomen und Wirtschaftsvertreter predigten landauf, landab: Das Kapital an den Finanzmärkten sollte möglichst ungehindert fließen. Der Arbeitsmarkt müsse von allen Zwängen befreit werden. Der Markt würde es dann schon richten. Das war der Zeitgeist, dem sich auch die ehemalige rot-grüne Regierung unterwarf. Das Programm war simpel: Der Spitzensteuersatz wurde gesenkt,...
... die Schere zwischen Reich und Arm weiter geöffnet hat. Was ist passiert? Das geschah durch die Deregulierung der Finanzmärkte und - parallel dazu - die Deregulierung der Arbeitsmärkte. Letztere hat insbesondere im Niedriglohnsektor ein Ausfransen der Verteilung nach unten ermöglicht. Das trifft nicht nur arbeitslose Hartz-IV-Empfänger, sondern auch Menschen, die beschäftigt sind. Der Lohndruck reicht über den Niedriglohnbereich bis in die Mittelschicht, deren Einkommen im Vergleich...
... Rudolf: Das hängt davon ab, inwieweit man regulierend eingreift. Im Moment ist die Tendenz: Deregulierung. Bei der jetzigen Bundesregierung gibt es auch überhaupt kein Bewusstsein dafür, an den Missständen etwas zu verändern. Leiharbeit wird akzeptiert. 2011 werden wir wahrscheinlich die Grenze erreichen und eine Million Leiharbeiter haben. Unsere Befürchtung ist, dass prekäre Arbeitsverhältnisse für junge Leute bald nicht nur eine Frage des Berufseinstiegs sind. Auf der...
... Report geißelt allerdings vor allem die Finanzaufseher und Politiker, die mit ihrer Deregulierung und ihren Fehlentscheidungen die Krise erst hätten derart ausufern lassen. Ins Feuer geraten neben Ex-Präsident George W. Bush auch der amtierende Notenbankchef Ben Bernanke und dessen Vorgänger Alan Greenspan. Letztlich habe aber schon der ehemalige Präsident Bill Clinton mit seinen Lockerungen im Finanzwesen den Grundstein für die Krise gelegt.Überschattet wurde die Vorlage...
... Report geißelt allerdings vor allem die Finanzaufseher und Politiker, die mit ihrer Deregulierung und ihren Fehlentscheidungen die Krise erst hätten ausufern lassen. Ins Feuer geraten neben Ex-Präsident George W. Bush auch der amtierende Notenbankchef Ben Bernanke und dessen Vorgänger Alan...
... führt der Bericht aus. Auch Bernankes Vorgänger Alan Greenspan habe mit seinem Drängen nach Deregulierung erheblichen Anteil daran gehabt, die Blase auf dem US-Immobilienmarkt immer größer werden zu lassen. Über Jahre waren die Preise für Häuser scheinbar unaufhaltsam gestiegen. Zudem hätten zahlreiche Banken mit ihrer «Gier» und schlechtem «Management» zu der Krise beigetragen.Der Report prangert nach Angaben der «New York Times» unter anderem an, dass die fünf größten...
... sich das alles. Die schützenden Grenzen zwischen diesen Geschäftsbereichen wurden von den Deregulierungsmaßnahmen der Achtziger- und Neunzigerjahre zerstört. Gehört ein Gekko mittlerweile nicht zu den Sauriern im Finanzhaibecken? Stone: 2008 gab es keine Gordon Gekkos mehr. Solche Typen, diese Art Freibeuter, gehörten nun der Vergangenheit an, und wurden ersetzt von Institutionen, die früher reguliert worden waren. Der große Crash machte das alles plötzlich sehr spannend,...
... vertan? Blüm: Auch wir sind Opfer eines gewissen Zeitgeistes, der in der Flexibilisierung und Deregulierung die Rettung der Menschen sieht. Diesen Zeitgeist gab es zumindest auf dem Leipziger Parteitag, auf dem auch Steuersenkungen und Kopfpauschalen befürwortet worden sind. Wer da den Sozialstaat verteidigt hat, der galt als Dinosaurier. Ich zum Beispiel kam mir vor wie einer, dem man den Führerschein entziehen müsste wegen mangelnder Zurechnungsfähigkeit. Das hat sich inzwischen...
... Gerechtigkeit, für die Regulierung der Finanzmärkte aber auch ein Bekenntnis zu freien Märkten, Deregulierung und – wenn es die Marktbedingungen zulassen – Privatisierung.» Die Beziehungen zu den Tories, den britischen Konservativen, bleibe wohl frostig, da Deutschland sich zum EU-Vertrag von Lissabon bekenne. Die Tories lehnen ihn ab. Die New York Times erwartet von der neuen Koalition eine liberale Wirtschaftspolitik - allerdings gebe es für Steuersenkungen wenig...
... Spannend wird sein, ob es ihr in den Koalitionsverhandlungen gelingt, eine allzu drastische Deregulierung der Wirtschaft, wie sie die FDP in ihrem Wahlprogramm verlangt, zu verhindern. Merkel weiß, dass die schwarz-gelbe Reformagenda bei der Mehrheit der Deutschen schnell ihren Zauber verlöre, wenn das gesamte Arsenal an neoliberalen Wunschvorstellungen Wirklichkeit würde. Kommt es zur Wiederabschaffung von Mindestlöhnen, zu Lockerungen beim Kündigungsschutz, zum Abbau der...
... Debatte, aber unter Reagan und Bush und auch Clinton wurde das zu einer Art Glauben, dass Deregulierung gut war und die Regierung die Dinge nur verschlimmern würde. Ich glaube, das ist immer ein Hin und Her. Wahrscheinlich liegt das daran, dass egal welcher Standpunkt gerade die Oberhand gewonnen hat: Man treibt es zu weit, es kommt zu Exzessen. Und dann schlägt das Pendel wieder zurück. Richard Sylla ist Professor an der Stern School of Buisness in New York. Er gilt als einer der...
Deregulierung bedeutet in der Ordnungspolitik, einem Teilbereich der Wirtschaftspolitik, den Abbau oder die Vereinfachung von Marktregulierung in Form von staatlichen Normen und Vorschriften.