Thilo Sarrazin über den Islam: "Feindliche Übernahme"? Neues Sarrazin-Buch in der Kritik

Als SPD-Mitglied machte Sarrazin Karriere. Mit seinen Warnungen vor Einwanderung unterstützt er inzwischen die AfD und verstört Liberale und Linke. Das neue Buch könnte beide Lager in ihrer Meinung bestärken.

Schon vor der Veröffentlichung seines neuen Buches "Feindliche Übernahme" stand Thilo Sarrazin in der Kritik. Bild: Michael Kappeler/dpa

Das Datum ist kein Zufall: Thilo Sarrazins neues Buch erscheint am 30. August. Auf den Tag genau acht Jahre nach seinem ersten und politisch höchst umstrittenen Bestseller "Deutschland schafft sich ab". Der Termin soll wohl auch ein Hinweis sein nach dem Motto: Seht her, ich habe schon damals Recht gehabt. Nun präsentiert der frühere Berliner SPD-Finanzsenator und Bundesbanker Sarrazin erneut Thesen, die zum Teil für heftige Kontroversen sorgen dürften. "Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht", lautet der aktuelle provokante Titel.

Thilo Sarrazin veröffentlicht neues Buch über den Islam

Darin schreibt Sarrazin, der Anteil der Muslime in Deutschland werde in den nächsten Jahrzehnten deutlich zunehmen. Gleichzeitig sorge der rückständige Islam, den die Mehrheit der Muslime praktiziere, dafür, dass es kaum gelungene Integration und zu wenig Deutschkenntnisse gebe. Die nachfolgenden Generationen der Muslime hätten im Durchschnitt eine schlechtere Schulbildung, wenig wirtschaftliche Erfolge und eine erhöhte Kriminalität. Zudem seien sie wenig aufgeschlossen für Demokratie und Gleichberechtigung.

"Feindliche Übernahme"? Sarrazin sieht Gefahr durch den Islam

Sarrazins Fazit: Die "religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime" und deren steigende Geburtenzahlen gefährdeten die offene Gesellschaft, Demokratie und den Wohlstand. Er fordert, die Einwanderung von Muslimen streng zu regulieren. Flüchtlinge müssten möglichst in der Nähe ihrer ursprünglichen Lebensgebiete versorgt werden. Die Ankunft von Flüchtlingen in Europa müsse verhindert werden, um Asylmissbrauch zu unterbinden. Boote im Mittelmeer sollten aus seiner Sicht an ihren Ausgangspunkt zurückgebracht werden. Illegale Einwanderer und in Deutschland abgelehnte Asylbewerber will Sarrazin "unverzüglich und ausnahmslos" abschieben.

Neues Sarrazin-Buch sorgt für Kritik

Unabhängig von politischen Bewertungen fallen in dem umfangreichen Text mit zahllosen Zitaten und Quellenangaben immer wieder Verallgemeinerungen, Übertreibungen und Unstimmigkeiten auf. So heißt es: "In großen Teilen der muslimischen Welt werden die jungen Mädchen beschnitten" und "Überall in der islamischen Welt können Frauen ihr Kopftuch nicht ablegen, ohne in höchste Gefahr zu geraten". Experten widersprechen da vehement, weil Beschneidungen vor allem in bestimmten afrikanischen Ländern ein großes Problem sind und Kopftücher keineswegs überall die Regel.

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