Eine Frau gibt Auskunft: Barbara Schöneberger: "Isabelle Huppert" ist mein Lieblingslied

Multitalent Barbara Schöneberger hat ein neues Album aufgenommen. Sogar pikante Themen wie "Routine-Sex" kommen in "Eine Frau gibt Auskunft" auf den Tisch.

Neue Musik von Entertainerin Barbara Schöneberger Bild: Sony Music / Benno Kraehahn/spot on news

Nach den Longplayern "Jetzt Singt Sie Auch Noch!" (2007), "Nochmal, Nur Anders" (2009) und "Bekannt aus Funk und Fernsehen" (2013) hat Barbara Schöneberger (44) nun ihr viertes Studioalbum vorgelegt. "Eine Frau gibt Auskunft" (Sony Music) erscheint am heutigen Freitag (11.5.) und ab März 2019 geht die Entertainerin dann auch auf Tour. Obwohl die Texte keinesfalls nur die schönen Seiten im Leben einer Frau, besser gesagt mehrerer unterschiedlicher Frauen, beleuchten, hat das Album eine eindeutig positive Grundstimmung.

Warum das so ist, erklärt die Künstlerin im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. Außerdem verrät Schöneberger, warum das Stück "Isabelle Huppert" am autobiografischsten ist und ob sie mit ihren Kindern daheim musiziert.

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Das Album hat eine positive Grundstimmung. Wie wichtig ist Ihnen generell eine positive Grundeinstellung zum Leben?

Barbara Schöneberger: Meine positive Grundeinstellung zum Leben ist tatsächlich die Grundlage für alles, was ich mache. Mein Mann sagt abends schon mal zu mir: "Lass mich raten, heute war es bei dir wieder totaaal lustig!" Und so war es dann auch meistens. Das ist Ausdruck meiner inneren Einstellung, es ist aber auch Veranlagung und natürlich ist es auch einfach Teil meiner Lebensrealität. Denn mein Job ist ja keine harte und ernste Arbeit. Ich muss mich ein paar Stunden lang ein bisschen zusammenreißen und konzentrieren. Ansonsten bin ich umgeben von Annehmlichkeiten. Es wäre schon ganz schön bescheuert, wenn ich nicht schön finden würde, wie ich lebe und leben darf. Ich bin auch wirklich dankbar dafür.

Die CD heißt "Eine Frau gibt Auskunft". Als Journalistin weiß ich natürlich, dass Sie genau das eigentlich nicht so gern machen...

Schöneberger: Das stimmt. Das mag ich nicht so sehr, wenn es wirklich um die eigene emotionale Substanz geht. Tatsächlich rede ich in der Öffentlichkeit nicht gerne über meine Familie. Wenn es aber nach meiner Veranlagung ginge, würde ich jedem alles erzählen, als stolze Mutter natürlich auch über die Kinder: "Guck mal, sind sie nicht süß und so intelligent..." Ich finde aber, dass das nicht der richtige Weg ist und deswegen fällt es mir manchmal zwar schwer, nicht über mein Privatleben zu sprechen, und trotzdem tue ich es.

In Ihrem neuen Album besingen Sie viele verschiedene Frauentypen. Die Texte sind größtenteils von Peter Plate und Ulf Leo Sommer. Wie sind sie entstanden?

Schöneberger: Wir haben uns im Vorfeld zusammengesetzt und Frauentypen skizziert: Was kann sie? Was will sie? Was hat sie erlebt? Wie sieht sie aus? Auf diese Weise haben wir uns für jedes Lied einen bestimmten Frauentyp gebastelt. Sie bekamen dann auch alle einen bestimmten Namen. Basierend auf diesen Gesprächen sind dann die Songs entstanden. Und bei einigen habe ich auch mitgedichtet.

Was hat es mit "Isabelle Huppert" auf sich?

Schöneberger: "Isabelle Huppert" ist mein Lieblingslied und es war auch das erste, das wir geschrieben haben. Von allen Liedern ist dieser Frauentyp am nahesten an mir dran, weil ich mir schon damals bei den Teenie-Partys immer gedacht habe: Jetzt stell dich doch mal in die Ecke und lass mal die anderen kommen. Steh doch nicht immer ganz vorne, lache und erzähle die ganze Zeit Geschichten. Sei doch mal geheimnisvoll, halt dich mal zurück... Das ist mir aber nie gelungen und gelingt mir auch bis heute nicht. Ich kann eben nicht geheimnisvoll in der Ecke stehen und darauf warten, dass ich angesprochen werde. Ich melde mich immer lieber selbst zu Wort.

Sie sind Moderatorin, Sängerin, Instagram-Star, Lifestyle-Ikone, Autorin und Mutter, Ehefrau und Hausfrau. Ganz schön viel. Was mögen Sie am liebsten?

Schöneberger: Das eine hat sich aus dem anderen ergeben. Und für mich ist die tollste Entwicklung der letzten Jahre, dass ich als ich selbst gebucht werde. Ich muss keine Rolle oder Haltung einnehmen. Ich kann immer ich selber sein. Daher muss ich auch nicht zu viel vorbereiten oder stundenlang proben. All diese Facetten sind Teil eines Kuchens. Und das Beste ist, dass alles gleichzeitig geht... Zu 90 Prozent bin ich allerdings Mutter und Hausfrau. Mein Leben findet überwiegend zuhause und in meinem normalen häuslichen Umfeld statt. Ich koche jeden Tag und ich mache jeden Tag Gartenarbeit, weil es einfach mein Leben ist. Alles andere versuche ich in möglichst kurzer Zeit abzuarbeiten, um danach sofort wieder nach Hause zu können. Es wirkt in der Öffentlichkeit so, als wäre ich ständig auf dem roten Teppich. Dem ist aber nicht so.

In einem Ihrer Songs geht es unter anderem um stündliches Instagram-Checken. Wie süchtig sind Sie selbst?

Schöneberger: Ich kann es ein Stück weit nachvollziehen. Weil ich aber noch ohne Internet aufgewachsen bin, habe ich schon ein sehr gutes Regulativ in mir. Ich schaue auch nur auf das Handy, wenn ich unterwegs bin. Zuhause liegt es irgendwo vorne in der Tasche und wird dann auch mal drei Tage gar nicht angeschaut. Wenn ich aber unterwegs bin, schau ich auch ständig rein. Und obwohl ich Instagram insgeheim verachte, mache ich es doch auch. Letztendlich ist es aber ohnehin immer das gleiche: Ein Video gucken sich ungefähr 150.000 Leute an, ein Bild zwischen 7000 und 15.000. Wenn ich dann aber mal irgendwas von einem Werbepartner hochhalte, dann gucken es sich gleich deutlich weniger Leute an. Die Nutzer wollen also definitiv keine Werbebotschaften haben. Na ja, vielleicht von Stefanie Giesinger und Caro Daur, aber eben nicht von mir. Da ist es weitaus komplizierter als man denkt. Deswegen nutze ich Instagram eigentlich nur noch, um über meine beruflichen Aktivitäten backstage zu berichten. Und wenn ich nicht arbeite, wird auch nichts gepostet.

Wie ist es mit der Musik zuhause? Machen Sie sowas wie Hausmusik?

Schöneberger: Ich selbst singe den ganzen Tag und das überträgt sich auf alle. Aber es ist sicher nicht so, dass wir jeden Sonntagabend um 18.30 Uhr zusammen Hausmusik machen. Außerdem muss ich gestehen, dass ich das Klavier gerade zu Gunsten eines 50er-Jahre-Sessels aus roséfarbenem Samt nach oben in den ersten Stock geräumt habe. Dafür fühle ich mich auch sehr, sehr schlecht, aber es wird auch sicher irgendwann wieder zurückkehren.

spot on news

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