EduBirdie: Pure Abzocke? YouTube-Stars werben für Schulbetrug

Keine Lust auf Hausaufgaben? Schüler sollen eine Firma bezahlen, die ihre Aufsätze schreibt! Dafür werben YouTube Stars - gegen Geld. Ist das verwerflich?

Kontroverse YouTube-Werbung für Schulbetrug. Bild: dpa

Viele YouTube-Stars stehen unter Kritik nachdem sie auf ihren Kanälen Werbung für EduBirdie, einem Anbieter für fremdgeschriebene Hausarbeiten, gemacht haben. Laut einer Ermittlung der "BBC" sind es über 250 Kanäle, die die ukrainische Firma bewerben. Ihnen wird vorgeworfen, Betrug an Schulen und Universitäten zu verharmlosen. Betroffen sind Millionen Schüler und Studenten, die von ihren Stars ermutigt werden, Aufsätze von Angestellten der Firma schreiben zu lassen.

Anders können sie sich die Miete nicht leisten - YouTuber haben oftmals keine Wahl

Die YouTuber schieben die Schuld dagegen auf veränderte Richtlinien der Plattform, die es den Vloggern erschwert, mit ihren Videos Geld zu verdienen. Dadurch seien die YouTuber auf jede Kooperation angewiesen, sagte Drewsif Gilchrist ("DrewIsSharing") der "MailOnline". Für die Erwähnung von EduBirdie bei seinen 133.000 Followern habe er 250 Pfund bekommen. Für seinen Kollegen JMC, ein britischer Gamer, soll bei 2.5 Millionen Abonnenten weitaus mehr Gewinn herausgesprungen sein.

Schon fast Abzocke: gekaufte Essays zu schlecht, um zu bestehen

Obwohl das Geschäftsmodell von EduBirdie nicht illegal ist, können Nutzer große Probleme bekommen. Die Aufsätze entsprechen teilweise nicht den Anforderungen der Lehrer und die Schüler fallen durch. Der Service selbst wird von seinen Nutzern dementsprechend schlecht bewertet: Genervte Studenten beschweren sich regelmäßig über Grammatikfehler und falsche Zitate.

Das Unternehmen weigert sich außerdem, das Geld eines anderen enttäuschten Nutzers zurückzuzahlen, der eine Erstattung anforderte. Die Gebühren gingen stattdessen an den schlechten Schreiber. Boosta, ein Unternehmen das neben EduBirdie auch Plagiats-Checker anbietet, betont dass die Essays nur zum Vergleich vorgesehen sind und nicht in dieser Form eingereicht werden sollten.

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Video: Youtube/B & C Links Business and Consumers Links

scs/rut/news.de

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