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"Beatsteaks" im Interview:    Beatsteaks-Gitarrist Peter Baumann muss Farbe bekennen

Auf ihrem neuen Album "Yours" wildern die "Beatsteaks" durch die Musikgenres. Bild: Paul Gärtner

News.de: Euer neues Album ist bunt und anders als die bisherigen. Zwei kontroverse Songs fallen besonders auf: "Velosolex" und "Filthy Crime". Wie passen da die Beatsteaks noch hinein?

Peter Baumann: Mit "Velosolex" wollten wir uns einfach mal austesten. Und mit Stereo Total wollten wir auch schon lange zusammenarbeiten. Wir hatten den Song schon lange im Gedächtnis. Der Song wurde einmal aufgenommen und hat allen sofort gefallen. Und "Filthy Crime" ist mit Peter Fox produziert. Er ist hingegen richtig pingelig beim Produzieren. Wir dachten bei den Songs nicht an den Song oder auch nicht an die Liveperformance. Wir wollten uns frei machen davon, bestimmte Lieder aus verschiedenen Gründen nicht zu machen. Der Song ist der Chef.

"Yours" ist beim ersten Hören gar nicht livetauglich. Wie wollt ihr das Album auf der Bühne umsetzen?

Da bin ich total auf Deiner Seite, ich bin eigentlich derjenige in der Band, der da zuerst dazwischen schießt und fragt, wie man die Songs live spielen kann. Aber dadurch bleiben viele Ideen auf der Strecke, weil man sie dann eben nicht umsetzt. Und bei "Yours" habe ich mich dann auch zurückgehalten und wie wir das live spielen, werden wir dann schon sehen. Viele Songs wachsen und verändern sich mit der Zeit und es wäre schade, wenn wir uns damit die Chance auf solche Songs verbauen. Wir proben ja schon fleißig und spielen auch schon einige Livekonzerte und interessanterweise geht da ganz viel.

Es wird also spannend, wie das neue Set auf der Bühne aussehen wird?

Also diese ganzen "Let me in" und "Hand in Hand" nimmt uns ja keiner, die werden wir auch immer wieder spielen und die brauchen wir ja nicht neu schreiben. Wie werden ja auch nicht alle neuen Songs live spielen, aber wir nehmen uns viel vor. Die Aufgabe besteht ja auch darin, ein neues Set für uns zu basteln, damit ich mir nicht vorkomme, wie in einer Theateraufführung. Wir müssen aber einfach neue Lieder spielen, um zu wissen, ob wir mit neuen Songs auch noch überzeugen können.

Wie steht ihr als Punkrockband zu dem neuen Album?

Wir müssen bei allem, was wir machen, natürlich auf den Bauch hören. Natürlich habe ich Angst, ob das, was wir machen, auch gefällt. Bei "Yours" sind es ganz viele neue Lieder geworden. Und das ist gut so, so nimmt es den Druck von den einzelnen Songs. Und wir hatten einfach Lust auf Sachen, die wir noch nie gemacht haben.

Apropos neue Sachen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Deichkind?

Wir fanden Deichkind von den Texten her schon immer lässig und gut, musikalisch haben wir ja eigentlich nicht viel miteinander zu tun. Und es macht eine Menge Spaß mit so einer Band zusammenzuarbeiten, als beispielsweise mit einer gleichartigen Band wie den Broilers. Es macht viel mehr Spaß, wenn solche Leute über unsere Musik drübersingen. Deichkind sind musikalisch so weit weg von unserem Genre, aber humormäßig liegen wir auf einer Wellenlänge. Und wenn ich ihre Texte höre, würde ich mir wünschen, so etwas auch zu können, aber solche Texte können eben nur Deichkind.

Fühlt ihr euch mit dem Album erwachsen geworden?

Nö, hoffentlich. Eigentlich sind wir das auch nicht. Und unser Beruf als Musiker ist ja auch die beste Entschuldigung dafür, niemals erwachsen zu werden. Für mich ist es eher ein Horrorszenario, wenn jemand fragt, ob wir uns endlich gefunden haben. Wenn jemand sagt, dass ein Song nach den Beatsteaks klingt, dann ehrt mich das. Wir haben aber kein endgültiges Ziel, fertig zu sein. Der Weg ist das Ziel.

Ihr habt das Album jetzt eineinhalb Jahre produziert, was sagt euer Umfeld dazu? Und wie sind eure Erwartungen?

Nee, bis jetzt waren alle völlig aus dem Häuschen. Das würde sich so schön frei anhören und so bunt, wie unsere Konzerte auch sind. Und wenn wir uns keine Deadline gesetzt hätten zum Selbstschutz, würden wir immer noch daran arbeiten. Wir hatten noch so viele Ideen. Aber wir wollten einfach wieder auf die Bühne. An Verkaufszahlen orientiere ich mich nicht. Ich bin froh, wenn wir Konzerte spielen können und mit unserer Musik gut leben können. Ich erwarte nicht den weltweiten Durchbruch, aber ich würde mich freuen, wenn wir viele Fans davon begeistern können. Es gibt immer welche, die meckern. Die sind einfach nur lauter, als die breite Masse. Da habe ich aber aufgehört mir Gedanken darüber zu machen. Das nehme ich am Ende noch mit ins Bett und kann dann nicht schlafen. Logisch ist es nicht wie früher, aber die Leute, die es jetzt hören, sind auch nicht wie früher.

Was habt ihr noch mit "Yours" vor?

Naja, das neue Album erscheint und dann gehen wir damit hausieren und verkaufen es als das weltbeste Album. Und für die Kollaborationen gibt es auch Live-Varianten ohne die Deichkinds und Farin Urlaubs.

Wie kam es, dass Du bei "You In Your Memories" wieder selbst zum Mikro greifst?

Es macht einfach wirklich Spaß. Das war ursprünglich ein Demo, was ich angebracht habe und Arnim (Teutoburg-Weiß, der Sänger der Beatsteaks) meinte dann nach mehrmaligem Probieren, ich solle es doch selber singen, ich würde es doch fühlen. Und dann kam uns die Schnapsidee, doch mal Chad Price von All zu fragen, ob er die dritte Strophe singen würde.

Auf "Yours" habt ihr unheimlich viel musikalische Einschläge. Oasis, Beastie Boys, The Clash - wie kam es dazu?

Ja, bei "Fever" ist so ein bisschen Oasis dabei. Wir haben auch viel mit The Krauts produziert, da ist alles etwas beatlastiger wie bei Marteria. Der Sound der Platte steht und fällt mit den verschieden Produzenten, die uns unterstützt haben. Wir haben das mit einfließen lassen, was uns auch selber gefällt.

Danke für das Interview und viel Erfolg!

Beatsteaks auf "Yours"-Tour 2017

07.10.2017 DE-Rostock - Moya Kulturbühne
18.10.2017 DE-Hamburg - Grosse Freiheit 36
20.10.2017 DE-Stuttgart - LKA Longhorn
21.10.2017 DE-Karlsruhe - Substage
22.10.2017 DE-München (Muffathalle) - Muffatwerk
24.10.2017 AT-Graz - Orpheum Graz
25.10.2017 AT-Wien - ARENA WIEN
27.10.2017 DE-Erfurt - Stadtgarten Erfurt
29.10.2017 DE-Saarbrücken - Garage Saarbrücken
30.10.2017 DE-Erlangen - Kulturzentrum E-Werk
01.11.2017 DE-Hannover - Capitol Hannover
02.11.2017 DE-Köln (E-Werk) - E-Werk & Palladium Köln
05.11.2017 CZ-Prag - Roxy Prague
07.11.2017 CH-Zürich (Volkshaus) - Restaurant Volkshaus
09.11.2017 DE-Coesfeld - Fabrik Coesfeld
10.11.2017 UK-London - KOKO London
12.11.2017 NL-Amsterdam - Melkweg Amsterdam

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koj/sba/news.de

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