Von news.de-Volontär Eric Mittmann - 03.11.2016, 10.46 Uhr

"Battlefield 1" im Test: Darf Krieg wirklich so viel Spaß machen?

Das wohl am sehnlichsten erwartete Spiel des Jahres ist da: "Battlefield 1". Multiplayer-Action im Ersten Weltkrieg, eine endlich mal wieder gute Singleplayer-Kampagne und die derzeit beste Grafik in einem Ego-Shooter. So weit die Versprechungen, so groß das moralische Dilemma.

"Battlefield 1" versetzt den Spieler in den Ersten Weltkrieg und lässt ihn dort sowohl Kämpfe im Einzel- als auch Mehrspieler-Modus erleben. Bild: Electronic Arts

An Bord meines Britischen MKV-Panzers "Black Bess" kämpfe ich mich durch die französische Stadt Cambrai. Feindliche Panzer fallen meinen Geschützen zum Opfer, das Bord-MG mäht deutsche Soldaten nieder. Während die Gebäude des Ortes von den Explosionen erfasst werden, ertönt im Hintergrund das Thema aus "Battlefield 1942". Es ist der Höhepunkt der ersten Kriegsgeschichte in "Battlefield 1" - und leider auch einer der wenigen.

Bereits am 21.10. veröffentlichte Publisher Electronic Arts (EA) das wohl am sehnlichsten erwartete Spiel des Jahres. Nach einigen eher mittelmäßigen Ausflügen in die Moderne versprach der mittlerweile zehnte Teil der Serie mit einem Ausflug in den Ersten Weltkrieg ein noch vergleichsweise unverbrauchtes Setting, in dem Spieler sowohl im Single- als auch Multiplayer die Schrecken historischer Schlachten und Schauplätze erleben sollen. Darüber hinaus überwarfen sich Tester und Spiele-Magazine bereits im Vorfeld immer wieder mit Lobpreisungen über die aktuell beste Grafik in einem Videospiel. Doch ist an all dem etwas dran?

"Battlefield 1" im Performance-Check: Oh schöner, schöner Krieg

Nun, zumindest was letzteren Punkt betrifft, können wir ganz klar sagen: "Ja, das stimmt so." Zwar fällt die Überraschung nicht mehr so groß aus wie beim im vergangenen Jahr veröffentlichten "Star Wars: Battlefront", dennoch übertrifft sich Entwickler DICE einmal mehr mit der Performance seines neuesten Babys. Die Grafik ist detailverliebt, die Soundkulisse atemberaubend und das Gameplay wohl das beste, das es in der aktuellen Ego-Shooter-Landschaft zu finden gibt.

Der Einzelspieler ist dabei in sogenannte Kriegsgeschichten unterteilt. Einer der Höhepunkte ist dabei die Story "Durch Blut und Morast", in der man mit einer Panzerbesatzung hinter den feindlichen Linien ums Überleben kämpft. Bild: Electronic Arts

Panzer rollen über verschlammte Schlachtfelder, ganze Ortschaften werden dem Erdboden gleich gemacht und von überall her sind Schreie, Schüsse und Explosionen zu hören. Ganz klar: Mit "Battlefield 1" kehrt DICE endlich zu alter Stärke zurück und lässt das Kampfgefühl nahezu beängstigend gut anfühlen.

Sollte das wirklich so viel Spaß machen?

Doch genau da liegt eines der größten Schwierigkeiten von "Battlefield 1": Der Umgang mit seinem Setting und dem historischen Hintergrund. Sollte ein Spiel, das das Massensterben des Ersten Weltkrieges thematisiert, wirklich Spaß machen? Wie lässt sich eine Tragödie präsentieren, in der es kein klares Gut-gegen-Böse-Schema gibt und man sich nicht hinter bloßer Fiktion verstecken kann?

"Battlefield 1" scheut nicht davor zurück, das Grauen des Krieges darzustellen, bleibt dabei jedoch oftmals hinter seinen Möglichkeiten. Bild: Electronic Arts

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