Terence Hill: Bud Spencer: "Ich wette, irgendwann sterbe ich wirklich"

Bud Spencer ist immer noch Kult. Auf Facebook hat er über eine Million Fans und auch sein neues Buch findet sicher wieder zahlreiche Leser. Wie es um seine Freundschaft mit Terence Hill steht und was er von falschen Todesmeldungen hält, verrät er im Interview.

Bud Spencer ist auch ein erfolgreicher Buchautor Bild: ddp images/spot on news

Bud Spencer ist inzwischen 86 Jahre alt - und blickt auf eine lange Karriere nicht nur als Schauspieler zurück. Carlo Pedersoli, so sein bürgerlicher Name, war oder ist Sportler, Musiker, Unternehmer - und Bestsellerautor. In seinem neuen Buch "Was ich euch noch sagen wollte..." (Schwarzkopf & Schwarzkopf, 368 Seiten, 19,99 Euro) lässt er seine persönlichsten wie bedeutsamsten Momente Revue passieren - und er verrät, was er aus ihnen gelernt hat. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht er über seine Facebook-Fans, die die Millionenmarke schon überschritten haben, den Tod und natürlich über Terence Hill.

Was bedeutet Ihnen das Schreiben?

"Was ich euch noch sagen wollte..." von Bud Spencer finden Sie hier

Bud Spencer: Jetzt, wo ich nicht mehr das machen kann, was ich die vergangenen 50 Jahre getan habe, muntert es mich auf, Bücher über mein Leben und meine Erfahrungen zu schreiben. Und es scheint so, als wären viele Menschen daran interessiert, mehr über mich zu erfahren. Das ist wirklich immer noch eine große Überraschung für mich und auch eine große Verantwortung, besonders wenn ich darüber nachdenke, dass die meisten meiner Fans sehr jung sind.

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Ihr Gehirn besteht seit vielen Jahren darauf, noch immer 28 Jahre alt zu sein, heißt es in Ihrem neuen Werk. Wie macht sich das bemerkbar?

Bud Spencer: Ich fühle mich innerlich jung und bin voller Projekte und Ideen, aber leider ist mein Körper damit nicht einverstanden und erinnert mich jeden Tag daran, dass ich alt bin. Viele Dinge, die ich jetzt gerne machen würde, werden immer schwieriger. Ich habe eine Menge Gewicht verloren und versuche mich in Form zu halten, aber es ist nicht leicht.

Ihre offizielle Facebook-Seite hat mehr als 1,1 Millionen Likes. Wie ist es, so viele Fans in den sozialen Netzwerken zu haben?

Bud Spencer: Vor einem Jahr wusste ich kaum, was Facebook ist. Dann haben mich meine Neffen in die Welt der Sozialen Medien eingeführt und ich habe gelernt, wie ich dieses unglaubliche Werkzeug nutze, um mit all meinen Fans in Kontakt zu treten. Innerhalb von wenigen Monaten haben wir die Marke von 1,1 Millionen Fans geknackt und das scheint ein großartiges Ergebnis zu sein. Jetzt habe ich die Möglichkeit, mit chinesischen und australischen Fans, Freunden aus Argentinien oder dem Irak zu kommunizieren. Einige der Nachrichten sind unglaublich berührend und ich danke allen meinen Fans, dass sie so treu sind. Aber auch hier fällt es mir nicht leicht zu verstehen, wie all das möglich ist.

Gibt es eine Fan-Begegnung, die Sie besonders berührt hat?

Bud Spencer: Davon gibt es viele. Aber kürzlich wurde ich in Rom von Yorgo besucht, das ist ein sehr großer Fan von mir aus Deutschland. Er kam mit einem Musikinstrument und spielte und sang viele Songs aus meinen alten Filmen. Er berichtete mir von all den großen Emotionen, die er spürt, wenn er meine Filme schaut. Das Unglaubliche daran ist, dass Yorgo blind ist. Ein anderer verrückter Fan von mir hat eine komplette Szene aus den "Trinity"-Filmen als Tattoo auf seinem Rücken. Über sie habe ich auch in meinem Buch geschrieben.

Es gab in den vergangenen Jahren falsche Meldungen über Ihren angeblichen Tod. Wie gehen Sie damit um?

Bud Spencer: Ja, in den vergangenen zehn Jahren bin ich viele Male für tot erklärt worden und bis jetzt lache ich über diese Meldungen. Am schlausten war jemand, der meinen Tod verkündet hat und gleichzeitig versuchte, eine Lebensversicherung zu verkaufen. Was soll ich sagen? Ich bin immer noch da. Aber ich wette, eines Tages wird es wirklich so weit sein.

Sie sind immer noch mit Terence Hill befreundet. Hätten Sie bei ihrem ersten Zusammentreffen gedacht, dass so eine lange Freundschaft entstehen würde?

Bud Spencer: Terence ist ein fantastischer Typ. Wir sind so unterschiedliche Menschen, teilen aber die gleichen Grundsätze im Leben. Wir respektieren unsere Familie und andere Leute und wir haben nie etwas gegen unser Gewissen getan. Wenn ich unsere gemeinsamen Filme ansehe, kann ich etwas Magisches erkennen. Wir haben nicht versucht, uns gegenseitig zu mögen, wir haben nicht gespielt, nett zueinander zu sein. Irgendwie mussten wir nicht schauspielern. Wir waren sehr natürlich und die Chemie zwischen uns am Set war echt.

Was schätzen Sie am meisten an ihm?

Bud Spencer: Ich schätze die Tatsache, dass er ein normaler Typ geblieben ist, auch nachdem wir sehr erfolgreich und berühmt geworden sind. Er hat sich überhaupt nicht verändert. Wir waren nie eifersüchtig oder neidisch aufeinander und das ist selten im Film-Geschäft.

Sie sind seit 56 Jahren verheiratet. Haben Sie einen Tipp für junge Paare, wie man so lange glücklich bleibt?

Bud Spencer: Das ist eine sehr schwere Frage. Ich würde sagen, das Geheimnis dabei ist, die richtige Ehefrau zu finden, nur wie erkennt man sie? Da hatte ich natürlich Glück. Allerdings wurden familiäre Beziehungen als ich 1960 geheiratet habe noch mehr respektiert. Heute gibt es ein viel größeres Freiheitsbedürfnis, aber die Konsequenzen davon sind nicht immer positiv.

Haben Sie sich für die nächsten Jahre Ziele gesetzt?

Bud Spencer: Aber natürlich, ich hoffe, dass auch dieses Buch ein Erfolg wird und denke bereits über das nächste Projekt nach. Außerdem komponiere ich weiterhin Lieder. Die Musik war schon immer meine größte Leidenschaft und es ist vielleicht die einzige wahre universelle Sprache auf der Welt, die in der Lage ist, Menschen zu vereinen und nicht zu trennen. Das kann ich zu Hause in meinem Haus am Klavier machen.

Sie sollen sehr religiös sein. Wie stellen Sie sich ein Leben nach dem Tod vor?

Bud Spencer: Ich kann nicht sagen, dass ich sehr religiös bin, da ich eher selten in die Kirche gehe und auf meine ganz eigene Art bete. Aber ich bin sicherlich ein Gläubiger und bin sehr gespannt, was nach diesem Leben passiert. Ich vermute oft, dass alles, was im täglichen Leben geschieht, ein Traum ist und dass das wirkliche Leben in einer anderen Dimension erwacht. Ich hoffe nur, dass es in dieser anderen Realität weniger Gewalt und Missbrauch gibt.

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