Ann Sophie, Xavier Naidoo, Andreas Kümmert
Diese Musiker gerieten 2015 ins Stolpern

Würde es den Eurovision Song Contest nicht geben, das Jahr 2015 wäre für so manchen deutschen Künstler angenehmer verlaufen. Davon können auch Ann Sophie, Xavier Naidoo und Andreas Kümmert ein Lied singen.

Musste beim ESC in Wien eine herbe Pleite einstecken: Ann Sophie. Bild: © Ben Wolf/Universal/spot on news

Stolpersteine gibt es im Leben viele. Doch das Jahr 2015 scheint für deutsche Musiker einen besonders großen aufgestellt zu haben: den Eurovision Song Contest (ESC). Die Karrieren von gleich drei Künstlern gerieten durch den Gesangswettbewerb ins Wanken. Richtig gestürzt ist aber ein anderer - und das ganz ohne ESC.

Null Punkte für Ann Sophie beim ESC

Der ESC und Ann Sophie (25, "Black Smoke") - das war von Anfang an ein großes Missverständnis. Und wie das mit Missverständnissen eben oftmals so ist, sie enden in einem Desaster. Das Desaster von Ann Sophie drückte sich in einer Ziffer aus: Null. Diese stand nach der Punktevergabe in Wien auf dem Tableau. Null Punkte für Deutschland!

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Video: spot on news

So eine Schmach gab es zuletzt vor gut einem halben Jahrhundert. 1964 und 65 hieß es nach der Gesamtabrechnung ebenfalls: "L'Allemagne - zéro points". Trotzdem kann Ann Sophie aus der Nullnummer auch etwas Positives ziehen: Ein Platz im ESC-Mittelfeld hätte ihr nicht mal eine Erwähnung in diesem Jahresrückblick eingebracht. Außerdem weiß jeder Musik-Kenner: Ihre Stimme ist mehr als null Punkte wert.

Andreas Kümmert sagt den ESC ab

Andreas Kümmert lehnte die ESC-Teilnahme in Wien ab© Olaf Heine / Universal Music

Er ist eigentlich für das Desaster von Ann Sophie beim ESC verantwortlich. Denn ursprünglich hatte Andreas Kümmert (29, "Simple Man") den deutschen ESC-Vorentscheid "Unser Song für Österreich" gewonnen und sich das Ticket für das Finale in Wien gesichert. Noch in der Live-Show sorgte er für einen Eklat: Er lehnte seine Teilnahme am ESC ab und überließ Ann Sophie seinen Platz. Er sei nicht der Typ für diese Aufgabe sondern "nur ein kleiner Sänger", erklärte der ehemalige "The Voice"-Sieger einer sichtlich verdutzten Moderatorin Barbara Schöneberger und dem Publikum.

Für weiteren Ärger sorgte in der Zeit darauf auch die eine oder andere spontane Konzertabsage, für die Kümmert in den sozialen Netzwerken teils heftig kritisiert wurde. Erst im September legte Kümmert die wahren Gründe für seinen ESC-Rückzieher in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" offen. Er habe vor seinem Triumph beim Vorentscheid eine bedrohliche Nachricht auf Facebook bekommen. "Ich hoffe, du verreckst auf der Bühne, du fettes Schwein!", soll ein User dem Sänger damals geschrieben haben.

Shitstorm statt ESC für Xavier Naidoo

Der ESC wurde auch Xavier Naidoo zum Verhängnis (ddp images)

Auch für den erfahrenen Popstar Xavier Naidoo (44, "Hört, Hört") erwies sich der ESC dieses Jahr als Stolperstein. Im November verkündete der NDR stolz, dass der Sohn Mannheims im nächsten Jahr für Deutschland beim ESC in Schweden an den Start gehen werde. Naidoo sei ein "Ausnahmekünstler", der seit zwanzig Jahren seinen Platz im deutschen Musikleben habe, begründete Thomas Schreiber, Unterhaltungskoordinator der ARD, die Entscheidung. Doch statt Freude zog ein Shitstorm auf.

Im Netz wurde heftige Kritik an Naidoo laut. Der Musiker sei rechtspopulistisch und homophob, war dort unter anderem zu lesen. Sogar eine Online-Petition gegen Naidoos ESC-Teilnahme wurde ins Leben gerufen. Bei so viel Gegenwind knickte die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt schließlich ein und zog ihren Vorschlag zurück. Naidoo singt nun doch nicht beim ESC für Deutschland. Ein peinliches Schauspiel, das da auf dem Rücken des Künstlers ausgetragen wurde.

Severino Seeger als Betrüger verurteilt

Severino Seeger hat seine große Chance vertan © Ben Wolf

Dass ein Skandal auch ohne ESC möglich ist, hat Severino Seeger (29, "Hero Of My Heart") bewiesen. Der Frankfurter gewann im Mai das Finale von "Deutschland sucht den Superstar". Den Sieg konnte er jedoch nicht als Sprungbrett für seine Karriere nutzen. Statt Presseterminen und kreischenden Fans warteten auf Severino Gerichtstermine und wütende Betrugsopfer. Der 29-Jährige war nämlich nicht immer der charmante, singende Casanova, den er bei seinen TV-Auftritten so gerne verkaufte.

In seiner Zeit vor "DSDS" verdiente sich Severino sein Geld durch Betrügereien. Gemeinsam mit einer Bande hatte er ältere Damen um über 100.000 Euro betrogen. Er alleine wurde vom Landgericht Frankfurt für einen Schaden von knapp 20.000 Euro verantwortlich gemacht. Im Juni erhielt Severino dafür die Quittung vor Gericht: ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung. Das Geld hat er zwar mittlerweile an seine Opfer zurückgezahlt, aber eine Karriere konnte er nie wirklich starten. Denn RTL ließ den "DSDS"-Gewinner nach dem Urteilsspruch fallen und auch seine "Unchained Tour 2015" floppte gewaltig. Tiefer Fall statt Höhenflug.

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bua/news.de/spot on news

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