Diese Sex-Passagen gehören in keinen Bücher-Ständer: Wie bitte?! Von "ekstatischem Schmerz" und "knolligen Ständern"

Die "Literary Review" verleiht den "Bad Sex Award" für die schlechteste Sex-Szene. Ob "kichernder Schneeball aus vollschlanker Kopulation" oder "lärmende Achterbahn-Spirale aus leidenschaftlicher Rotation" - das sind die peinlichsten Passagen!

Sex in der Literatur soll eigentlich mitmachen und anmachen, stattdessen sorgt er jedoch meist für zahlreiche Leser-Lacher. Bild: mariesacha/Fotolia

Morrissey wurde eine ganz besondere Ehre zuteil. Der Sänger aus Großbritannien gewann den "Bad Sex in Fiction Award 2015". Sie haben noch nie davon gehört? Der Preis zeichnet die schlechteste Sexszene in Romanen fernab des Erotik-Genres aus. Und die haben es allemal verdient!

Morrissey bekommt Bad Sex Award 2015 für "The List of the Lost"-Sexszene

Und das ist Morrisseys Knaller-Sexszene:

"Darauf verwandelten sich Eliza und Ezra in einen kichernden Schneeball aus vollschlanker Kopulation, schreiend und rufend, als sie sich spielerisch bissen und aneinander zerrten wie in einer gefährlichen und lärmenden Achterbahn-Spirale aus leidenschaftlicher Rotation, wobei Elizas Brüste wie zwei Fässer über Ezras heulenden Mund rollten und der ekstatische Schmerz seines knolligen Ständers seine Aufregung etwas milderte, während er schlagend und schmatzend seinen Weg in jeden von Elizas Muskeln fand, abgesehen von der anderweitig zentralen Zone."

Ahja, kichernde Schneebälle also. Haben Sie verstanden, was damit gemeint ist? Oder sind Sie gar in Wallungen gekommen? Nicht wirklich, oder?!

"Bad Sex in Fiction Award" verleiht schon zum 23. Mal den gefürchteten Preis für den schlechtesten Sex in der Literatur

Kein Wunder, dass es bei solchen Grusel-Passagen einen echten Preis zu verleihen gibt. Der "Bad Sex in Fiction Award" wird daher bereits seit 1993 verliehen. Ja, miese Sex-Beschreibungen gibt es schon seit geraumer Zeit! Die Sex-Stellen der früher ausgezeichneten Romane sind mindestens genauso amüsant! Eine kleine Kostprobe gefällig?

"Als seine Hand ihren Nippel streifte, wurde ein Schalter umgelegt und sie war wie erleuchtet. Er berührte ihren Bauch, und es schien, als brannte seine Hand durch sie hindurch. Er verschwendete beiläufige Berührungen an ihrem Körper, und bittersüße Empfindungen fluteten ihr Hirn. Sie wurde Orten in sich bewusst, die nur von einem Gott mit Sinn für Humor dort versteckt worden sein konnten", heißt es in Ben Okris "The Age of Magic".

Der ekstatische Höhepunkt eines Dreier-Liebesspiels ist in Manil Suris Roman "The City of Devi" nicht einmal als solcher erkenntlich:

„Wir rasen wie Superhelden vorbei an Sonnen und Sonnensystemen, wir tauchen durch Schwärme von Quarks und Atomkernen. Die Statistiker dieser Welt jubilieren angesichts unseres bahnbrechenden vierten Sterns." Ja, damit ist tatsächlich ein Orgasmus gemeint. Nur war das den Wenigsten beim Lesen bewusst. Klingt eher nach einem Chemie-Schulbuch, als nach erotischer Literatur, oder?

Bei Rowan Somerville klingt Sex so: "So wie ein Schmetterlingssammler ein dickhäutiges Insekt auf einen stumpfen Pin aufspießt, bohrte er sich in sie." Er hat den 2010er Award mehr als verdient!

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