Von news.de-Redakteurin Jana Koopmann - 24.06.2015, 20.11 Uhr

Muse, Ferris MC und Co. im Album-Test: Die passende Musik zum Festival-Warm-Up

Der Festivalsommer 2015 ist in der heißen Phase. Doch wer auch die Woche über nicht genug bekommt, sollte diese Alben in die heimische Mediathek aufnehmen.

Muse - Drones

Back to the Roots heißt es bei Muse und ihrem neuen Album "Drones". Zumindest musikalisch besinnen sie sich nach mehreren Ausflügen wieder auf ihr Altbewährtes. Laute Gitarren, ein phänomenaler Bass und nicht zu vergessen die Stimmgewalt des Matt Bellamy. Es ist der Rock, der endlich wieder in all seinen Facetten zum Vorschein kommt und die Muse-Fans wieder in den Bann ziehen wird. Doch Muse wären nicht Muse, wenn auch hier ab und an kleinere Ausflüge stattfinden, so ist der Opener "Dead Inside" doch eher dem Synthesizer unterstanden. Dagegen sind Songs wie "Psycho" oder "The Handler" endlich wieder schrammelige Rocksongs, wie man sie auf keinem Muse-Album vermissen will. Erst recht erwacht ist das alte Muse-Feuer in "Reapers" – spätestens jetzt ist der Pogo im Wohnzimmer angekommen, denn hier gibt es neben der röhrigen Stimme und den Gitarrenriffs wieder eine tolle Rockhymne.

Zwar gibt es Muse auf diesem Album nicht in einer Neuerfindung, aber sie haben endlich wieder das aus sich herausgeholt, was die Fans so an ihnen lieben. Definitiv ein hörenswertes Album.

Fazit: 4 von 5 Sternen
Künstler: Muse
Album: Drones
Label: Warner Music

Auf der Bühne erleben kann man Muse zu einigen Festivalterminen:

30.06.2015 - Köln, Amazon Artist Spotlight
13.09.2015 - Berlin, Lollaopalooza Festival

Marsimoto – Ring der Nebelungen

Er ist zurück. Marterias Alter Ego Marsimoto und er rappt wieder für eine grünere Welt. Aber keine Sorge, liebe Marsimoto-Freunde, auch auf dieser Platte geht es nicht um Öko-Themen und Luftverbesserung. Marsi hat nichts von seiner Kifferromantik verloren, im Gegenteil, er wagt den Gang ins Mutterland Jamaika und weiß die typischen Klänge perfekt einzusetzen. "Ring der Nebelungen" ist das beste Marsimoto-Album, das es bisher gab. Marsimoto hat sich neben seiner Bewusstseinserweiterung im jamaikanischen Dschungel Unterstützung der Herren Kid Simius, K-Paul und Dead Rabbit geholt und eine wirklich runde und griffige Scheibe daraus gemacht. Die erste Single-Auskopplung "Illegalize it" blieb zwar bisher weit unter den Erwartungen, jedoch mach die ersten Festivalauftritte Lust auf das Album. Der kleine grüne Außerirdische wandelt in einem Beatgemisch aus Dancehall, Dub und Reggae. Sprachgewandt wie eh und je ruft Marsi in "Anarchie" die grüne Revolution aus. Auch hat er lange nicht seine Wurzeln vergessen. "An der Tischtennisplatte" erinnert er sich an seine Jugendtage im Plattenbau. Auch Marsimoto bekennt in "Zecken raus" wieder Flagge. Der Rostocker beweist mit dem Album einmal mehr, dass er einer der besten Texter derzeit ist. Gerne mehr davon!

Fazit: 5 von 5 Sternen
Künstler: Marsimoto
Album: Ring der Nebelungen
Label: Four Music

Ab November geht Marsimoto auf Hallentour, vorher gibt er sich noch die Ehre auf einem Festival. Tickets gibt es hier:

21.08.2015 - Dresden, Filmnächte am Elbufer
24.11.2015 - Hamburg, Docks
25.11.2015 - Hamburg, Docks
27.11.2015 - Rostock, moya Kulturbühne
28.11.2015 - Frankfurt, Batschkapp
30.11.2015 - Zürich, X-TRA
01.12.2015 - Wien, Arena Wien
02.12.2015 - Ulm, Roxy
06.12.2015 - Leipzig, Haus Auensee
07.12.2015 - München, TonHalle
09.12.2015 - Würzburg, Posthalle
10.12.2015 - Mannheim, Maimarkt Club
12.12.2015 - Saarbrücken, E-Werk
13.12.2015 - Bielefeld, Ringlokschuppen
15.12.2015 - Köln, Palladium
16.12.2015 - Dortmund, Westfalenhalle 3A
17.12.2015 - Bremen, Pier 2
19.12.2015 - Berlin, Columbiahalle

Von Campingplatz bis Dixi-Klo
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Florence And The Machine - How Big How Blue How Beautiful

Das größte Pfund der Indie-Rockerin Florence Welsh ist eindeutig ihre unverkennbare Stimme und der Hang zur Professionalität. Das letzte Album ist mittlerweile schon 4 Jahre her und auch mit der aktuellen Platte "How Big How Blue How Beautiful" beweisen Florence And The Machines, warum sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören werden. Ganz gleich, ob Folk, Indie, Rock oder Country, sie schaffen es bestens alle Stilrichtungen miteinander zu vereinen. Neu bei diesem Mal: Bläser-Arrangements.
Textlich verarbeitet Florence Welsh die letzten doch sehr aufregenden Jahre. "What Kind Of Man" konnten vorab schon hören, eine wunderbare Mischung aus ruhigen Tönen, rockigen Klängen und der unverkennbaren Stimme. Doch auch die anderen Songs, vor allem die epochal angehauchten "Queen Of Peace" und "Third Eye" lassen vermuten, welches Potenzial noch in der zarten Dame steckt. Jetzt, wo sie all ihre dunklen Erlebnisse der letzten Jahre verarbeitet hat, kann es nur noch bergauf gehen.

Fazit: 4 von 5 Sternen
Künstler: Florence And The Machine
Album: How Big How Blue How Beautiful
Label: Island Records

Live gibt es Florence and the Machine in Deutschland im Dezember zu sehen:

13.12.2015 - Berlin, Velodrome
14.12.2015 - Hamburg, Barclaycard Arena
16.12.2015 - München, Olympiahalle
18.12.2015 - Düsseldorf, Mitsubishi Electric Hall

Ferris MC - Glück der Scherben

Sascha Reimann aka Ferris MC scheint die letzten Monate ein richtiges Arbeitstier gewesen zu sein. Nicht nur, dass er mit Deichkind eine neue Platte aufgenommen hat und nun mit den Jungs durch die Festivalrepublik tourt, auch seine eigene Diskografie hat er erweitert und das Album "Glück der Scherben" veröffentlicht. Nicht weniger als neun Jahre hat es gedauert, bis der Hamburger Jung das Soloprojekt wieder zum Schnurren brachte. Neun Jahre, in denen Ferris tatsächlich erwachsen geworden ist. Seine negativen Ausfälle verarbeitet er bestens in "Kater", das er nicht mit allen Promis kann beweist er in "Roter Teppich". Damit ihn niemand überhört, gibt es "Fensterlose Zeit" – die Zeit ohne den großartigen Ferris. Und mit "All die schönen Dinge" gibt er bereitwillig Auskunft über seine Pläne.

Ferris MC "Glück ohne Scherben" ist lange nicht so chaotisch, wie das Zusammentreffen mit seinen Kumpels von Deichkind, aber nicht weniger typisch. Es ist ein solides Comeback, nicht umsonst ist das Album in die Charts gesprungen. Eine Platte, die tatsächlich Lust auf mehr von Ferris MC macht.

Fazit: 4 von 5 Sternen
Künstler: Ferris MC
Album: Glück ohne Scherben
Label: Warner Music

Live auf die Ohren gibt es Ferris MC ab Oktober. Schnell Tickets sichern:

23.10.2015 - Bremen, Kulturzentrum Schlachthof
24.10.2015 - Lingen, Emsland Arena
11.11.2015 - Frankfurt, Zoom
12.11.2015 - Wiesbaden, Kulturzentrum Schlachthof
20.11.2015 - Duisburg, Grammatikoff
23.11.2015 - Düsseldorf, zakk Halle
24.11.2015 - Köln, Stadtgarten
25.11.2015 - München, Muffathalle
14.12.2015 - Berlin, Postbahnhof am Ostbahnhof

Irie Rèvoltès - Irie Rèvoltès

Heidelberger Punkrock at its best! Pünktlich zu den Schlammschlachten der hiesigen Festivallocations melden sich die Herren von Irie Rèvoltès mit ihrem neuen gleichnamigen Album zurück. Und das lautstark. Ein Markenzeichen der Band ist ja der Sprechgesang in deutscher und französischer Sprache und das soll auch auf der neuen Platte so bleiben. Irie Rèvoltès haben schon immer ihr politisches Statement musikalisch verpackt und so bleibt es auch in diesem Fall. In ihrem schreienden Refrains in "Jetzt ist Schluss" und "Ruhe vor dem Sturm" kreiden sie Fehlverhalten mehr als deutlich an. Die glücklichen Rebellen (das heißt Irie Rèvoltès übersetzt aus dem jamaikanischen Patois und dem Französischen) wollen mit ihrer neuen Platte endlich mobil machen gehen Fremdenhass und soziale Missstände.

Aber auch der Sommersound soll nicht zu kurz kommen, hämmernde Beats und mitreißende Tanzmusik wie in "Privatisation" macht den Grillabend perfekt. Einflüsse von Reggae oder R'n'B, Hip Hop oder Ska sind unverkennbar, allerdings schaffen Irie Rèvoltès auf dieser Scheibe ihren eigenen unverkennbaren Stil. Und der macht wirklich Spaß!

Fazit: 5 von 5 Sternen
Künstler: Irie Rèvoltès
Album: Irie Rèvoltès
Label: Ferryhouse Productions

Wer Irie Rèvoltès live erleben will, kann das hier:

02.10.2015 - Dresden, Kulturzentrum Strasse E
06.10.2015 - Wien, Arena Wien
08.10.2015 - Köln, Live Music Hall
10.10.2015 - Esch-Alzette (LUX), Kulturfabrik
11.10.2015 - München, Muffathalle
14.10.2015 - Hamburg, Grosse Freiheit 36
15.10.2015 - Berlin, Columbiahalle
16.10.2015 - Dortmund, FZW
17.10.2015 - Bremen, Kulturzentrum Schlachthof
19.10.2015 - Leipzig, Werk2
20.10.2015 - Erlangen, E-Werk
21.10.2015 - Frankfurt, Batschkapp
23.10.2015 - Stuttgart, LKA-Longhorn
24.10.2015 - Mannheim, Maimarkt Club

FOTOS: Festival-Wochenende Das hat gerockt

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koj/bua/news.de

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