Sexismus-Trolle im Netz
So läuft die Twitter-Jagd auf Frauenhasser

Frauenhasser und FemNazis treiben bei Twitter ihr Unwesen. Die Aktivistengruppe Zero Trollerance erklärt ihnen den Krieg und verspricht: Wir wandeln Sie vom Sexisten zum besseren Menschen. Und so funktioniert's.

Es gibt viele Arten sich gegen Sexismus zu wehren. Bild: dpa

Anonymer Internet-Sexismus ist ein echtes Problem. Im World Wide Web tummeln sich so einige Frauenhasser und sogenannte FemNazis (Feminismusgegner), die mit ihren Kommentaren nur allzu oft weit unter der Gürtellinie und jenseits der Netiquette liegen.

Die Aktivistengruppe Zero Trollerance hat den sexistischen Trollen, die vor allem bei Twitter ihr Unwesen treiben, den Kampf angesagt. Sie hat ein Programm geschrieben, das sexistische Kommentare erkennen kann. Und zwar nicht nur auf Deutsch und Englisch, sondern in vielen verschiedenen Sprachen - sogar Nigerianisch ist dabei.

Erfahren Sie hier mehr über: Tittygram: Brüste als Litfaßsäule der Zukunft.

Versautes Gezwitscher auf Twitter
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@ZTrollerance kämpft gegen Sexismus bei Twitter: Mit Videos gegen Internet-Trolle

Und so funktioniert die neue Anti-Sexismus-Masche von @ZTrollerance bei Twitter. Hat der Twitter-Bot mittels Sprachanalyse einen sexistischen Kommentar ausfindig gemacht, wird der Verfasser automatisch mit einer Antwort #zerotroll beliefert, die ein Video von einem sogenanten Troll Coach enthält: "Sieht aus, als würdest du trollen.... Brauchst du Hilfe? Der erste Schritt, ist dein Verhalten zu beherrschen."

Die Sexismus-Trolle machen dann Bekanntschaft mit Adler King, seines Zeichens Höflichkeits-Guru. Der erklärt den bösen Kommentatoren dann, wie sie mittels eines Selbsthilfe-Programms in sechs einfachen Schritten zu einem besseren Menschen werden.

ZeroTrollerance der Peng!-Collective: In sechs Schritten zu einem besseren Menschen

Guru Adler King erklärt: "Mit meiner Hilfe kannst selbst du zu einem anständigen menschlichen Wesen werden!" Und das sind die sechs Schritte, die jeder ungehobelte Troll durchschreiten soll: 1. kein Verleugnen (des eigenen Verhaltens), 2. kein Internet, 3. kein Ärger, 4. keine Angst, 5. kein Hass, 6. kein Troll. Die Schritte erklärt Guru King in einzelnen Videos.

Das alles ist das Werk der deutschen Aktivistengruppe Peng!-Collective aus Berlin. Eine Gruppe von Künstlern, Aktivisten und Wissenschaftlern, die sehr spezielle Aktionskunst entwickeln, um die Zivilgesellschaft zu Kampagnen zu bewegen.

Die Peng!-Collective hat sich unter anderem auch schon mit dem mächtigen Öl-Konzern Shell angelegt. Die Guerilla-Aktivisten der Gruppe hatten beim Shell Science Slam im Mai 2014 eine Ölkatastrophe auf der Bühne inszeniert. Sehr medienwirksam und für Shell völlig überraschend.

Lesen Sie hier: "Gib dieses Shirt deiner Frau": Chauvi-Waschanleitung sorgt für Empörung.

FOTOS: Frauenfeindlich und diskriminierend Die 10 sexistischsten Werbeplakate

Bei Zero Trollerance nun will die Peng!-Collective vermeintliche Internet-Trollen mit ihren eigenen Waffen schlagen und auf humorige Weise etwas dagegen unternehmen, dass User beleidigt werden.

Allerdings gibt es ein Problem: Die Nachrichten an die Trolle werden von Fake-Accounts verschickt, die als Spam gelten und bei Twitter somit eigentlich verboten sind. Gut möglich also, dass das Projekt Zero Trollerance bald schon wieder Geschichte ist. Doch der Peng!-Collective war dann wenigstens für einige Zeit die Aufmerksamkeit für das Problem Sexismus im Web sicher. Immerhin ein Anfang!

Auch interessant: So rührend wehrt sich das Internet gegen Mobbing.

VIDEO: Die Tipps vom Anti-Sexismus-Guru
Video: Youtube (MarieBauer)

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boi/sam/news.de

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