Von news.de-Redakteurin Jana Koopmann - 18.08.2014, 14.33 Uhr

Riesenrad, Strand und ganz viel gute Musik: Schlammschlacht beim Highfield Festival 2014

Das 17. Highfield Festival ist Geschichte. Sechs Headliner in drei Tagen versprachen eine riesige Party. 25.000 Feierwütige trotzten dem Regen und gaben ein ganzes Wochenende lange alles.

Fettes Brot live. Bild: Imago/Future Image/spot on news

Erstmals nach dem Umzug an den Störmthaler See war das Highfield Festival 2014 ausverkauft. 25.000 Fans gaben alles, um drei Tage durchzufeiern. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr wurde das Festivalgelände deutlich verbessert. Die Badestelle wurde vergrößert und auch die Bühnen anders aufgestellt und auf eine Größe vereinheitlicht, so dass noch mehr Fans ihre Bands feiern konnten. Und das taten sie ausgiebig.

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Highfield Festival 2014: Warm Up am Freitag mit Frank Turner

Sweethead durften am Freitag das Highfield Festival 2014 eröffnen. Erste Highlights des ersten Tages waren zweifelsohne die American Authors und die Jungs von Fünf Sterne Deluxe. Das Publikum tanzte sich warm. In der Abenddämmerung holte Frank Turner seinen Auftritt aus dem letzten Jahr nach, den er wegen einer Rücken-OP absagen musste. In diesem Jahr dankten es ihm die Festivalbesucher und feierten den britischen Musiker euphorisch. Mit lauten Gitarrenriffs ging es auch in die Nacht. Placebo rockten los und die Masse feierte die Rocker aus London. Sänger Brian Molko sang sich und die Menge in Höchstform. Den Abschluss des ersten Tages machten die kalifornischen Rocker Queens of the Stone Age. Dass es zwischendurch immer wieder regnete machte der in Gummistiefeln und mit Regenponchos tanzenden Festivalgilde nichts aus. Sie feierten bis zum letzten Ton.

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Hitgarantie am Samstag mit Fettes Brot & Co. beim Highfield Festival 2014

Auch der zweite Tag versprach nur wenig Wetterbesserung. Mittlerweile waren sicherlich auch einige Zelte auf dem Camp ertrunken. Doch die Meute hielt das nicht vom Feiern ab. Der Strand war trotz kühler Temperaturen gut besucht, jedoch entwickelte sich das Riesenrad zum Publikumsmagneten. Es bot sich in luftiger Höhe ein schöner Ausblick über das gesamte Festivalgelände. Durch das langsam aufweichende Infield wurden die Konzerte zur Schlammschlacht. Gummistiefel und Regenjacken waren Pflicht, wenn man auch in den späten Abendstunden noch feiern wollte. Der Nachmittag begann recht ruhig mit den Musikern von Jupiter Jones und Bosse. Ersterer surfte mit seinem Longboard durch die Menge, während Bosse sich zu Fuß durch die ersten Reihen machte. Die Musik von Revolverheld passte leider nicht so ganz zu den lauten Tönen, die am Abend noch folgen sollten.

Von Campingplatz bis Dixi-Klo
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Fettes Brot enterten die Blue Stage pünktlich um 22.30 Uhr und begannen ihr Erdbeben. Hit an Hit reihte sich aneinander, das Publikum war textfest und tanzfreudig und auch der Regen störte mittlerweile niemanden mehr. Die Show der Hamburger Jungs war einfach heiß genug. Egal ob «Jein», «Emanuela» oder «Nordisch by Nature». Die Songs kamen aus tausenden Kehlen. Ausdauernd und unermüdlich wurde minutenlang das Riesenrad gefeiert und überdimensionale Luftballons ins Publikum geworfen. Mitten in der Euphorie wurden die drei Herren von Plüschteddys und Plüschgiraffen angegriffen, aber diesen Kampf überstanden die Hamburger unverletzt – im Gegensatz zu den Stofftiergesellen. Macklemores «Thrift Shop» wurde ausgeliehen und König Boris mit dem Song «Lauterbach» frenetisch gefeiert. Nachdem der letzte Bass verklungen war, legten auch schon die amerikanischen Punk-Rocker von Blink-182 auf der Green Stage los. Der Gummistiefelpogo nahm kein Ende, die Festivalbesucher feierten die Band 90 Minuten lautstark.

Highfield Festival 2014: Volles Haus am Sonntag mit Macklemore & Ryan Lewis

Der letzte Festivaltag begann ruhig, die ersten Besucher waren von den vergangenen beiden Tagen gezeichnet. Am Nachmittag gaben die Punkrocker von Turbostaat auf der Bühne alles, nur um am Abend nochmal einen kleinen Gastauftritt bei den Beatsteaks hinzulegen. Den Abend läutete Bela B. auf der Blue Stage mit seinem Mix aus Country, Pop und Punk ein. Die letzten Töne des charismatischen Sängers waren noch nicht verklungen, als schon auf der Green Stage The Hives die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberten. Warmsingen für das Highlight des Abends war angesagt. Das Wetter hielt, es blieb trocken. Bei den Hives ist Tanzen Pflicht, sie verstanden es, die Festivalbesucher bestens zu unterhalten.

Mit dem Einsetzen der Dunkelheit folgten dann auch die Beatsteaks. Freie Plätze waren Mangelware und mit den ersten Tönen des Openers starteten der Massenpogo und die Bierduschen. Und der Spaß riss nicht ab, 90 Minuten gaben ausnahmslos alle nochmal Vollgas. Und auch die Kollegen von Turbostaat durften nochmal ran, um «Frieda und die Bomben» gemeinsam zu performen. Selbst wer die Berliner Jungs zum ersten Mal live sah, war nach kurzer Zeit begeistert und mitgerissen. Den krönenden Abschluss gab es auf der Green Stage. Macklemore & Ryan Lewis gaben sich die Ehre und ließen drei erschöpfende Tage ausklingen. Schade nur, dass er seine wenigen Songs so sehr in die Länge ziehen musste und zwischen den einzelnen Songs unglaublich lange Ansprachen hielt, so dass keine richtige Stimmung mehr aufkommen konnte. Macklemore lobte die deutschen Frauen und das Schnitzel und hämmerte gleich zu Beginn «Thrift Shop» hinaus. Erst als zum zweiten Mal sein Hit «Can't hold us» in der Zugabe ertönte, nimmt er Anlauf für die berüchtigte Ice Bucket Challenge. Er wurde vom CEO von Netflix herausgefordert, an dieser viralen Spendenaktion teilzunehmen und bestand bravourös.

Alles in allem war es ein gelungenes Festival-Wochenende mit einem spannenden Line-Up, durchwachsenem Wetter und vor allem ausverkauftem Haus. Nun heißt es warten auf das Highfield Festival 2015.

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qus/news.de

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