Architektur: Ausstellungen zum 80. Geburtstag des Architekten Müther

Wismar/Binz - Der 80. Geburtstag des DDR-Architekturstars Ulrich Müther an diesem Montag soll mit zwei Ausstellungen auf Rügen begangen werden. Gestaltet werden sie vom Müther-Archiv, das sich seit 2006 an der Hochschule Wismar befindet, wie Architekturprofessor Matthias Ludwig sagte.

Ausstellungen zum 80. Geburtstag des Architekten Müther Bild: Bernd Wüstneck/dpa

Müther starb 2007. Der Bauingenieur aus Binz, geboren am 21. Juli 1934, wurde mit futuristischen Gebäuden aus Schalenbeton weit über die Grenzen der DDR hinaus bekannt. Rund 50 stehen heute noch, wie Ludwig sagt. Dazu gehört ein Rettungsturm der Wasserwacht in Binz auf Rügen, in dem heute Brautpaare getraut werden. Er sieht aus, als wäre ein Ufo am Strand gelandet.

Müther plante und errichtete vor allem repräsentative Großgebäude wie den «Teepott» in Warnemünde, das inzwischen abgerissene Restaurant «Ahornblatt» in Berlin, Planetarien in Wolfsburg, Finnland und Libyen sowie eine Moschee in Jordanien. In Potsdam steht einer seiner schönsten Bauten, das Restaurant «Seerose».

Müthers Gebäude wirken luftig und leicht. Das Geheimnis sind gebogene Betonschalen, die auf der jeweiligen Baustelle in einem aufwendigen Verfahren individuell gegossen wurden. Sie verleihen den Dächern Eleganz und ermöglichen es, große Flächen ohne Stütze zu überspannen.

Die erste Schau zu Müthers 80. Geburtstag soll im August und September in Binz stattfinden, die zweite wahrscheinlich 2015 in Putbus. Im Frühjahr hatte bereits eine Ausstellung des Archivs in Stuttgart binnen weniger Wochen 2500 Besucher angezogen. Gezeigt wurden Architekturpläne, Modelle und Fotografien der Müther-Bauten.

Ulrich Müther lebte und arbeitete auf Rügen. In Mecklenburg-Vorpommern stehen die meisten seiner Betonschalen-Bauten, darunter die neue Christus-Kirche in Rostock und die Stadthalle in Neubrandenburg.

Internetseite zu Ulrich Müther

news.de/dpa

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