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Musik: Wilder/Kardon beleben das Genre Rockoper

Berlin - Ogottogott, 'ne Rockoper. Eigentlich eine No-Go-Area für heutige Indiemusiker, denn die Zeiten von «Tommy» (The Who) oder «The Wall» (Pink Floyd) sind nun wirklich lange vorbei - zum Glück, sagen viele. Nicht für Anand Wilder und Maxwell Kardon.

Wilder/Kardon beleben das Genre Rockoper Bild: dpa

Ihr «Break Line - The Musical» (Mute) bedient sich großzügig im Fundus der Rockopern und Konzeptalben der 70er Jahre. Also mit einer zusammenhängenden Story, verteilten Gesangsrollen, komplizierten Arrangements sowie stilistischer Hakenschlagerei zwischen Pop, Rock, Country und Gospel («Opportunity» klingt gar wie ein nie verwendeter Song aus «Jesus Christ Superstar»).

Die beiden Arrangeure Wilder (von der experimentierfreudigen US-Band Yeasayer) und Kardon haben über rund zehn Jahre an ihrem Projekt geschraubt und dafür eine Menge Gleichgesinnter aus Indiepop-Zirkeln ins Boot geholt - als Sänger unter anderem Chris Keating (Yeasayer), Haley Dekle (Dirty Projectors) und Ryan Kattner (Man Man), als Begleitmusiker Ira Wolf Tuton (Yeasayer), James Richardson (MGMT) und Rostam Batmanglij (Vampire Weekend). Das Ergebnis kann sich hören lassen.

«Break Line» basiert «auf einer Geschichte über Verrat, Stolz und Liebe», wie das Label vorab verriet. Charaktere wie Darwin Appleby (gesungen von Chris Keating), Ada Schmidt (Haley Dekle) oder The Judge (Cameron Hull) im Bergbau-Städtchen Greenbelt werden über elf recht kompakte Songs mehr oder weniger ausgeformt.

Die Musik ist zwar äußerst versiert komponiert und aufwendig produziert, mit viel Klavier, Streichern, Banjo, Akkordeon, Pauken und Trompeten - sie klingt aber viel weniger verkopft und bombastisch zäh, als man das von älteren Rock-Musicals noch in schlechter Erinnerung hat. Letztlich ist dieses ambitionierte Werk von Wilder/Kardon gut gemachter, schön melodischer Indierock, der sich wohl auch nicht ernsthaft mit «Tommy» oder «The Wall» messen will - im Guten wie im Schlechten.

news.de/dpa

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