Theater: Theresia Walser mit Werk zu Konziljubiläum

Konstanz - Es ist eine Art Rückkehr zu den eigenen Wurzeln: Die Schriftstellerin Theresia Walser hat sich in ihrem neuen Stück «Konstanz am Meer - Ein Himmelstheater» zum ersten Mal mit der Geschichte ihrer Heimatregion am Bodensee befasst.

Theresia Walser mit Werk zu Konziljubiläum Bild: Ilja Mess/dpa

Das Auftragswerk für das Konziljubiläum der Stadt ist gemeinsam mit dem aus Oberschwaben stammenden Autor Karl-Heinz Ott entstanden und soll an diesem Freitag (27. Juni) in Konstanz uraufgeführt werden.

«Diese Gegend ist ungeheuer geschichtenreich, je mehr man da hineinhört, desto mehr erzählt sie einem», sagte Walser, die 1967 in Friedrichshafen geboren wurde, der Nachrichtenagentur dpa. «Und natürlich war das beim Schreiben eine Freude, mit all diesen seit der Kindheit vertrauten Namen und Orten zu spielen, dabei erschienen einem die 600 Jahre gar nicht mehr so fern.»

Im Mittelpunkt des Werkes stehen zwei einfache Bürger, Hintz und Kuntz. Sie haben beim anstehenden Konzil, das von 1414 bis 1418 in der damaligen Bistumsstadt Konstanz tagte, eine wichtige Aufgabe: Sie sollen für die bedeutenden Gäste einen Baldachin halten. Dabei erleben sie alles hautnah mit - und erzählen ihre Geschichten gerne im Wirtshaus weiter. Inszeniert wird «Konstanz am Meer» von Regisseur Johannes von Matuschka auf einer Open-Air-Bühne am Münsterplatz. «Unmittelbar dort, wo einst das Konzil tagte», heißt es beim Theater Konstanz.

Sie hätten sich bei der Recherche für das Stück in Unmengen historischer und theologischer Schriften einlesen müssen, sagte Walser. «Auf den ersten Blick war da nicht viel Theatralisches zu finden. Damit am Ende kein Schulbuchtheater herauskommt, versuchten wir, alles Angelesene wieder, so gut es geht, zu vergessen und nur noch das zu benutzen, was hängen blieb.»

Sie kehre immer gerne an den Bodensee zurück, sagte Walser, deren Vater und Schriftsteller Martin Walser seit vielen Jahren in Überlingen lebt. «Sobald ich von der Autobahn aus die Hegauberge sehe, und mir zum ersten Mal der See entgegenleuchtet, denke ich jedes Mal, egal in welcher Stimmung man kommt: Ankünfte am See haben was Erhebendes.»

Konstanz am Meer

news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser