Musik: Luther Dickinson: Blues auf Punk-Basis

Berlin - «Acoustic Punk Country Blues» schlägt Luther Dickinsons Label als Stilbezeichnung für das dritte Soloalbum des Frontmannes der Südstaaten-Band North Mississippi Allstars vor. Das trifft's ganz gut.

Luther Dickinson: Blues auf Punk-Basis Bild: dpa

Der Albumtitel «Rock 'n Roll Blues» (New West/ADA Warner) lässt ebenfalls erkennen, dass es sich hier um einen Hybriden aus durchaus unterschiedlicher Musik verschiedener Epochen handelt. Und gleich im ersten Track «Vandalize» schildert der 41-jährige Dickinson, wie er als Junge vom Lande mit Punk aufwuchs.

In der Tat feierte Luther Dickinson schon als 14-Jähriger seinen Einstand als Gitarrist auf dem richtungweisenden Album «Pleased To Meet You» der US-Alternative-Band The Replacements. Der Grund: Sein Vater war Jim Dickinson (1941-2009), der eine Unmenge von Produzentenjobs erledigte, neben den Replacements auch für Bob Dylan, The Rolling Stones, Big Star oder Ry Cooder.

Diese urwüchsigen, oft vom Sound des amerikanischen Südens geprägten Platten haben auch die Songs des Sohnemanns geprägt. Das galt zuletzt für das herausragende Southern-Bluesrock-Werk «World Boogie Is Coming» (2013) seiner Allstars und nun für «Rock 'n Roll Blues». Mit sonorer Stimme erzählt der immer noch jungenhaft wirkende Luther Dickinson zu Akustikgitarre, Standbass und etwas rustikalem Schlagwerk seine Geschichten.

Das klingt alles so wunderbar warmherzig, authentisch und ungezwungen, als säße man neben dem Sänger und seiner Co-Vokalistin Amy LaVere auf einer Holzveranda mit Mississippi-Blick. Und welch toller Gitarrist hier am Werk ist, das lässt Dickinson immer mal völlig uneitel aufblitzen, etwa im virtuosen «Some Of Day». Ein Album für Traditionalisten - am Ende dann wohl doch weniger für Punks als für Blues- und Countryfolk-Fans.

Konzerte von Luther Dickinson mit den North Mississippi Allstars als Support von Robert Plant: 20.6. Hamburg, Stadtpark; 23.6. Köln, Tanzbrunnen; 16.7. Berlin, Zitadelle; 17.7. Dresden, Junge Garde

Website Luther Dickinson

news.de/dpa

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