Kings of Leon: Rock am Ring oder Rock im Park? Der große Festival-Vergleich

Über 150000 begeisterte Rock-Fans feiern auch in diesem Jahr auf dem Nürburgring und dem Zeppelinfeld in Nürnberg Partys der Extraklasse. Metallica, Kings of Leon oder Queens of the Stone Age heizen in diesem Jahr unter anderem auf den Zwillingsfestivals ein.

Zum letzten Mal wird es Rock am Ring in der Eifel geben, dann zieht das Festival um

Bild: ddpimages/spot on news

Die Musikszene streitet sich seit Jahren. Welches Festival ist das Bessere? Viele alteingesessene Festival-Fans favorisieren das ehrwürdige Rock am Ring, doch auch das 1993 ins Leben gerufene Zwillingsfestival Rock im Park (über die Stationen Wien und München, mittlerweile fest in Nürnberg beheimatet) hat durchaus seine Vorzüge. Die gleichen Bands für den fast identischen Preis - eigentlich kein Unterschied? Von wegen! Hier gibt es den ultimativen Rock-Check!

Das Gelände

Alle Infos zu dem legendären Festival Rock am Ring gibt es hier zum Nachlesen

Rock am Ring findet seit 1985 (mit einer kurzen Pause von zwei Jahren Ende der 1980er) an der Formel-1-Strecke des Nürburgrings in der Eifel statt, Rock im Park auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände, in unmittelbarer Nähe des Nürnberger Fußballstadions. Beide Areale sind für solche Großveranstaltungen bestens gewappnet. Dem Platz in Nürnberg steht die malerische Eifel-Landschaft des Nürburgrings gegenüber. Seit kurzem ist aber auch klar: Rock am Ring findet letztmals an alter Wirkungsstätte statt. Veranstalter Marek Lieberberg und der neue Ring-Besitzer konnten sich nämlich nicht über eine weitere Zusammenarbeit einigen. Nach fast 30 Jahren geht damit eine Ära zu Ende. Im Vergleich der beiden Festivals geht dadurch der Punkt dieses Jahr aber noch ganz klar an Rock am Ring - allein aus Nostalgie-Gründen. Rock am Ring - Rock im Park 1:0

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Die Sicherheit

Die Sicherheit wird prinzipiell bei beiden Monster-Veranstaltungen großgeschrieben. Viele Sicherheitsschleusen und Kontrollen müssen die Besucher über sich ergehen lassen. Wer sich nicht betatschen lassen will, ist bei den Veranstaltungen der Marek-Lieberberg-Konzertagentur sicher fehl am Platz. Dennoch geht das zweite Duell nach Nürnberg: Das bayerische Pendant glänzt durch ein fühlbar gutes Sicherheitskonzept. Am Nürburgring kann es schon mal zu chaotischen Situationen kommen. Auch die Eingangskontrollen sind in Nürnberg schärfer. Gut so! Rock am Ring - Rock im Park 1:1

Die Hygiene-Standards

Klar: Bei ca. 85.000 Besuchern am Ring und ca. 75.000 Fans im Park ist es unmöglich, die zahlreichen Dixi-Toiletten in einem einwandfreien Zustand vorzufinden. Auch müssen sich vor allem die Damen an Warteschlangen vor den WC-Inseln gewöhnen. Dennoch sind im Vergleich zu anderen Festivals die Hygiene-Standards recht hoch. In der Regel werden zweimal am Tag die Häuschen gereinigt und mit Toiletten-Papier ausgestattet. Einen Vorteil für eines der beiden Festivals kann man nicht ausmachen. Erneut ein Punkt für beide. Rock am Ring - Rock im Park 2:2

Das Publikum

Ein heikles und schwieriges Thema, da objektive Maßstäbe schwer auszumachen sind. Zur Erklärung: Durch die unmittelbare Stadtlage finden auch viele Altrocker mit Frau und Kindern den Weg in den Park. Auch generell sieht man viele Besucher, die nicht dem typischen Festivalgenre zugeordnet werden können. Viele nutzen die Vorzüge der zahlreichen billigen Hotels und Hostels in unmittelbarer Umgebung. Am Ring ist hingegen klassisches Publikum vor Ort. Jünger als im Park, man steht auf Camping, Schlamm, wenig Hygiene und extrem viel Alkohol. Sicher nicht für jeden etwas, aber selbstverständlich Geschmacksache. Deswegen: Remis in Sachen Publikum. Rock am Ring - Rock im Park 3:3

Zuschauerzuspruch

Wie schon erwähnt finden ca. 85.000 Menschen den Weg in die Eifel - etwa 10.000 mehr als nach Nürnberg. Diese Tatsache ist allerdings nicht nur den mittlerweile völlig ausgereizten Kapazitäten geschuldet, sondern auch dem größeren Andrang bei Rock am Ring. Die Karten für das Urfestivel RiR sind bereits Monate vor dem Start restlos ausverkauft. Der Park holt zwar auf, aber einholen wird es seinen großen Bruder wohl nicht. Klarer Punkt daher für den Ring. Rock am Ring - Rock im Park 4:3

Die Anreise und Bänderausgabe

Klare Sache, Ring! Zwar ist die Anreise in Nürnberg per Zug oder sogar Flugzeug einfacher als am Nürburgring, aber die meisten Besucher kommen mit dem Auto und da hat der Park keine Chance. Der Ring besticht durch keinen störenden Stadtverkehr, keinen Stau und gut gelegene Parkplätze. Auch die Bänderausgabe liegt zentral und ist von allen Zeltplätzen aus leicht zu erreichen. In Nürnberg entwickelt sich alle Jahre wieder eine große Schlange. Wartezeiten von bis zu einer Stunde inbegriffen. Der Ring baut die Führung aus! Rock am Ring - Rock im Park 5:3

Die Campingplätze

Erneut gibt es ein Unentschieden. Aufgrund der Stadtlage sind die Auflagen in Nürnberg schärfer: Keine laute Musik am Zelt, keine Stromaggregate und viele weitere Verbote zaubern eine für Festivals untypische Stimmung auf die Zeltplätze rund um den Dutzendteich in Nürnberg. Es gibt allerdings ein großes Aber: Die unmittelbare Nähe der Campingplätze sticht die ellenlangen Fußmärsche in der Eifel aus. Das Areal am Ring ist extrem weitläufig, viele Campingplätze sind nur mit Shuttle-Bussen zu erreichen. Eine Qual nach einem harten Tag auf dem Gelände. Stimmung vs. Nähe? Remis! Rock am Ring - Rock im Park 6:4

Die Bühnen

Ganz klarer Punkt an den Park! Die Centerstage, die Alternastage und die Clubstage stehen ca. 200 Meter auseinander, sind wunderbar zu erreichen und keine störenden Klänge von den Nachbarbühnen sind zu vernehmen. Ganz anders am Ring: Erneut muss man ewige Strecken zu Fuß zurücklegen und wird es auch schwer haben, seinen Wunsch-Gig in vorderster Front zu erleben. Zu dicht gedrängt stehen die Fans an den Bühnen. Ein Vordrängeln in wenigen Minuten ist schlicht unmöglich. Auch nimmt man die Clubstage auf der Alternastage störend wahr. Die Aufteilung in Nürnberg mit Clubstage in der Eishockey-Halle der Thomas Sabo Ice Tigers und den beiden riesigen Freiflächen der beiden Hauptbühnen ist unschlagbar. Anschlusstreffer! Rock am Ring - Rock im Park 6:5

Das Drumherum

Zwar ist am Ring mehr auf dem Gelände geboten als im Park, allerdings kann das die Stadt Nürnberg als Argument nicht verdrängen. Im Park ist neben einigen Promotion-Ständen von Sponsoren, einem Bungee-Turm und einem kleinen Markt mit Kleidern und Accessoires nichts geboten. Wer allerdings eine Pause von der Musik braucht, kann sich entweder im direkt am Gelände angrenzenden Dokumentationszentrum über die Nazi-Zeit informieren, oder sich einfach mit der Straßenbahn in 15 Minuten in der Innenstadt auf einen Stadtbummel begeben. Diesen Vorteil macht auch der Free-Fall-Tower am Ring nicht kaputt. Rock am Ring - Rock im Park 6:6

Das Feeling

Dieser Punkt geht ohne Zweifel und völlig klar an die Eifel! Wer einmal die Stimmung auf der Centerstage bei einem der Hauptacts miterlebt hat, der hat eigentlich in Sachen Konzertstimmung alles gesehen. Gänsehaut pur und ein nicht zu übertreffendes Gemeinschaftsgefühl. Dieses Feeling gepaart mit dem Wissen, dass es das letzte Festival an altbekannter Stätte sein wird, dürften dieses Jahr für noch mehr Stimmung sorgen. Diese ist im Park sicher auch nicht schlecht, aber meilenweit vom Enthusiasmus der Besucher und auch der Bands auf der Bühne in der Eifel entfernt. Der Siegtreffer in der 90. Minute für das Mutter-Festival! Rock am Ring - Rock im Park 7:6

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