Marco Heinsohn ist tot

Beliebter Sat.1-Moderator stirbt mit 49 Jahren

Marco Heinsohn ist tot. Der gebürtige Hamburger wurde vor allem als Sat.1-Moderator und Hallensprecher des HSV Hamburg bekannt. So nehmen seine einstigen Weggefährten Abschied.

mehr »

Musik: Schönes Biest: Bakken singt Waits

Berlin - Die Schöne und das Biest, eleganter Jazzgesang statt kaputter Krächzstimme - diese Gegensätze kommen in den Sinn, wenn man die Tom-Waits-Interpretationen der attraktiven Norwegerin Rebekka Bakken hört.

Schönes Biest: Bakken singt Waits Bild: dpa

Auf «Little Drop Of Poison» (Emarxy/Universal) hat sich die renommierte Jazz- und Folk-Vokalistin aus Oslo 16 Lieder des großen US-Singer/Songwriters vorgenommen. Die Zerschossenheit und die Abgründigkeit der Originale werden bewusst nur gestreift, auch sind die mächtigen Arrangements der Bigband des Hessischen Rundfunks ziemlich weit weg vom schrabbeligen Waits-Sound.

So klingt das von fetten Bläsersätzen ausgepolsterte «Downtown»-Arrangement eher nach Frank Sinatra mit seinen berühmten Rat-Pack-Kumpels, und Bakken röhrt/swingt dazu wie weiland Ella Fitzgerald. «Hang On St. Christopher» stampft ziemlich bluesig, fast funky daher.

Und auch wenn die 43-Jährige ihre Waits-Lieblingslieder zum Glück nicht mit glatter Schönsingerei gegen den Strich bürstet, wünscht man sich doch des Öfteren die Spinnweben, den Staub, den Dreck - all das, was die Songs ursprünglich so kurios hässlich wie funkelnd-faszinierend machte. Und ein dem Wahnsinn nahes Spoken-Word-Geraune wie im Bonustrack «What's He Building?» passt einfach nicht zu Bakken.

Aber das sind eher marginale Einwände, denn man kann das Projekt «Bakken sings Waits» natürlich auch ganz anders bewerten - als selbstbewusste Barjazz-Variante eines einmaligen Songwriter-Stoffs. Und dass diese formidable Sängerin melancholischen Balladen wie «Christmas Card From A Hooker In Minneapolis» oder «If I Have To Go» in jeder Hinsicht gewachsen ist, darüber dürfte kein Zweifel bestehen.

Man verneigt sich also vor der Klasse Rebekka Bakkens, noch mehr aber vor dem Genie des Tom Waits, dessen Lieder - das weiß man freilich schon viel länger - für die Ewigkeit sind. Das von der Norwegerin ebenfalls ausgewählte «Bad As Me» etwa stammt von 2011, ein gutes Indiz, dass dieser wunderbar widerspenstige US-Künstler mit jetzt 64 Jahren noch lange nicht im Ruhestand ist.

Konzerte: 19.07. Dreieich; 20.07. Nürnberg; 25.07. Rottenburg/Neckar; 20.10. Graz; 21.10. Wien; 22.10. Linz; 23.10. St. Veit; 05.11. Lübeck; 07.11. Heidelberg; 08.11. Freiburg; 09.11. Biberach; 12.11. Stuttgart; 13.11. Kaiserslautern; 14.11. Kreuztal; 22.11. Leipzig; 23.11. Essen

Rebekka Bakken bei Facebook

news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser