Kultur: Althamer schafft «Kinderkönigreich» in Aachen

Aachen - Der polnische Künstler Pawel Althamer will Kindern in dem experimentellen Kunstprojekt «Kinderkönigreich» (1.6.-21.9.) in Aachen die Macht überlassen.

Althamer schafft «Kinderkönigreich» in Aachen Bild: Henning Kaiser/dpa

Kinder dürfen im Ludwig Forum für Internationale Kunst (Lufo) - allerdings in begrenztem Rahmen - Wände und Böden bemalen und eigene Kunstwerke schaffen, die dann auch aufgehängt werden, wie das Museum mitteilte. Höhepunkt sei das «Goldene-Zeiten-Fest» und eine Parade der Kinder auf einer der Hauptzufahrtstraßen in die Aachener Innenstadt. Die werde dafür gesperrt.

«Die Idee der Freiheit ist zentral», sagte Museumschefin Brigitte Franzen. Es gehe um die Macht und um die Umkehrung von Macht. Anlass ist das Karlsjahr zum 1200. Todestag Karls des Großen. Das Projekt sei eine Ergänzung zu der dreiteiligen Ausstellung «Karl Charlemagne der Große» (20.6. - 21.9.) zu den Themen Macht, Kunst und Schätze.

Zentrales Element im Kinderkönigreich ist der sogenannte Zeichnerkongress: Ein 90 Quadratmeter großer, zu Beginn der Pressekonferenz klinisch weißer Raum mit weißem Tisch, Malutensilien mit schwarzen Farben. So hätte das bis zur Eröffnung auch bleiben sollen.

Der Künstler Althamer drückte aber schon am Freitag mit Leuten seiner Künstlergruppe «Reactor-Sculpture Lab» die schwarze Farben aus den Tuben und forderte die Presseleute auf, ihre Fragen an die Wand zu schreiben.

Mit dem «Kinderkönigreich greift der 1967 in Warschau geborene Künstler Althamer die Geschichte «König Hänschen» des im NS-Vernichtungslager Treblinka ermordeten Autors und Arztes Janusz Korczak auf, in dem es um die Idee einer Kinderrepublik geht.

Janusz Korczak

news.de/dpa

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