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Musik: Joe Henry: Veranda-Musik vom Madonna-Schwager   

Berlin - Man sieht die Landschaften der US-Südstaaten förmlich vor sich, wenn man die Lieder des Singer/Songwriters Joe Henry hört. Dort auf einer Veranda sitzen, in die Natur schauen und diesen kargen, beruhigenden Folkballaden lauschen - ja, das passt.

Joe Henry: Veranda-Musik vom Madonna-Schwager    Bild: Daniel Wheeler/dpa

Auf seinem 13. Soloalbum «Invisible Hour» (earMUSIC/Edel) hat Henry, auch als Produzent berühmter Kollegen vielbeschäftigt, wieder elf solche Wunderwerke der Erzähl- und Kompositionskunst versammelt. Seit dem Debüt «Talk Of Heaven» (1986) entwickelte der Mann mit dem Allerweltsnamen sein Markenzeichen weiter, seriös, geduldig und ohne auf den Mainstream zu schielen: meist akustische Americana-Songs mit Ausflügen in Jazz, Blues, Soul und Gospel.

Auch auf dem neuen Album genügen dem 53-jährigen Gitarren, Bass, Schlagzeug und einige von Sohn Levon bediente Holzblasinstrumente - heraus kommt dieser typisch erdige Henry-Sound, der Stars wie Norah Jones, Hugh «Doctor House» Laurie oder Bonnie Raitt massiv beeinflusst und ihm diverse Produzenten-Grammys beschert hat. Bleibt nur zu hoffen, dass auch der Solokünstler Joe Henry mit «Invisible Hour» den längst verdienten Rang neben Paul Simon, Ry Cooder und Tom Waits erhält.

Das vom Schriftsteller Colum McCann mitgeschriebene Titelstück, der sanfte Swing von «Lead Me On», die düstere Moritat «Sign» - das sind wieder einmal kluge, perfekt instrumentierte und mit großer Intensität gesungene Lieder für den Songwriter-Olymp.

Liebe und Ehe, Hingabe und Verzicht seien diesmal sein Thema gewesen, erzählt der seit langem mit einer Schwester von Superstar Madonna verheiratete Henry. Vielleicht fehlt ihm der Glamour seiner Schwägerin (für die er immerhin den Hit «Don't Tell Me/Stop» schrieb), um solo ganz nach oben zu kommen. Vermutlich will er das aber auch gar nicht - und einfach weiterhin exquisite Musik für die Südstaaten-Veranda schreiben.

Konzerte: 31.5. Bremen, Monuments Club; 1.6. Berlin, Quasimodo

Website Joe Henry

news.de/dpa

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