Ausstellungen: Hermann Hesse als Maler - Ausstellung in Bonn

Bonn - Der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse (1877-1962) hat sich immer als Literat verstanden. 20 Jahre lang, von 1916 bis 1937, hat er sich, ausgelöst durch eine schwere Lebenskrise, aber auch intensiv der Malerei gewidmet.

Hermann Hesse als Maler - Ausstellung in Bonn Bild: dpa

«Das Malen ist das einzige, das mir reine Freude vermittelt», zitiert die Leiterin des Hesse-Museums in Montagnola, Regina Bucher, den Künstler. Sie ist Kuratorin der Ausstellung «Hermann Hesse - Mit Feder und Farbe», die bis zum 14. September im August Macke-Haus in Bonn zu sehen ist. Rund 150 Aquarelle, Zeichnungen, illustrierte Gedichte und Briefe aus dem Nachlass von Hesses Sohn Heiner werden präsentiert.

Sein Psychotherapeut habe Hesse 1916 geraten, seine Träume zu malen, sagt Bucher. Was mit eher ungelenken Selbstporträts beginnt, entwickelt sich dann zu Landschaftsmalerei. 1919 trennt Hesse sich von seiner Familie und geht ins Tessin. «Seine Bilder erhielten damals eine neue Qualität», sagt Bucher. Hesse habe unter Schlafstörungen und zeitweise unter einer Schreibblockade gelitten. So habe er sich etwa zu seinem Roman «Steppenwolf» eine farbenfrohe Gegenwelt geschaffen.

Aus vielen Bildern spricht die Sehnsucht nach Harmonie und Glück. Aber auch Einsamkeit und Leid lassen sich an manchen Werken ablesen. Da gibt es abweisende Häuser ohne Fenster und Berggipfel in unerreichbarer Ferne.

Heiner Hesse ist es laut Bucher zu verdanken, dass Vater Hermann als Maler in Ausstellungen gewürdigt wird. Er kümmerte sich intensiv um die Aufarbeitung des bildnerischen Nachlasses. Zudem recherchierte er auch den Verbleib vieler Briefe. Mit Energie und Hingabe setzt er sich noch im hohen Alter für die Einrichtung eines Hermann-Hesse-Museums im Tessin ein.

In Kooperation mit dem Hesse-Museum in Montagnola hat das Kunsthaus Stade die Schau konzipiert. Sie war dort von Februar bis Anfang Mai zu sehen. Weitere Stationen der Ausstellung nach Bonn werden Heilbronn und Zwickau sein.

news.de/dpa

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