Katharina Saalfrank: Collien Ulmen-Fernandes: "Ich wünsche mir noch ein Kind"

Ein Kind verändert alles. Egal, wer oder was man vorher war. Das weiß auch Collien Ulmen-Fernandes, die vor zwei Jahren zum ersten Mal Mutter wurde. Ihre Erfahrungen hat die Moderatorin und Schauspielerin jetzt in ihrem Buch "Ich bin dann mal Mama" aufgeschrieben.

Collien Ulmen-Fernandes und Christian Ulmen sind seit fast drei Jahren miteinander verheiratet

Bild: imago/APress/spot on news

Seit drei Jahren ist Collien Ulmen-Fernandes (32) mit Schauspieler Christian Ulmen (38) verheiratet, vor zwei Jahren kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt. Dabei wollte die Schauspielerin und Moderatorin lange Zeit gar nicht Mutter werden. Wie sie sich in ihre neue Rolle eingefunden und welche Probleme sie zu meistern hatte, verrät sie in ihrem Buch "Ich bin dann mal Mama" (Kösel-Verlag), das am heutigen Montag erscheint.

In Interviews zwischen den Kapiteln lässt sie Experten wie "Super Nanny" Katharina Saalfrank oder Kulturwissenschaftlerin Sonja Eismann zu Wort kommen, und sprach unter anderem auch mit Ex-"Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman und dem elffachen Vater George Foreman. Auch ihren Ehemann hat die 32-Jährige interviewt. Warum der Schauspieler in mancher Hinsicht strenger ist als sie, ob noch ein weiteres Kind geplant ist, und warum sie überhaupt unter die Autoren gegangen ist, erklärt Ulmen-Fernandes im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news.

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Wann war Ihnen klar, dass Sie ein Buch über das Mama-Sein schreiben wollen. Gab es da einen Schlüsselmoment?

Collien Ulmen-Fernandes: Aufgrund meiner Kolumnen wurde ich immer mal wieder von Verlagen angefragt, ob ich nicht ein Buch schreiben möchte. Allerdings hat mich nie ein Thema so richtig angesprungen, mit dem ich ein ganzes Buch hätte füllen können. Als dann allerdings mein Kind auf der Welt war, hätte ich auf einmal 20 Bücher schreiben können. Wenn man so will, war die Geburt eigentlich der Schlüsselmoment.

Besonders viel Zündstoff bietet das Kapitel "Mütterbilder und Lebenspläne". Darin lassen Sie zum einen Eva Herman, die für ihren sogenannten "Mütterkreuzzug" viel Kritik einstecken musste und zum anderen Sonja Eismann, Feministin und Herausgeberin des "Missy Magazine", zu Wort kommen...

Ulmen-Fernandes: Ja, ich wollte den Lesern ein Potpourri möglichst konträrer Mütterbilder und Familienmodelle aufzeigen. Ich merke ja selbst, dass es einen regelrechten Kampf zwischen den verschiedensten Haltungen gibt. Als ich zum ersten Mal nach der Geburt "The Dome" moderiert habe, löste das richtig hitzige Diskussionen in bestimmten Foren aus. "Wie kann sie denn nur jetzt schon arbeiten gehen, warum ist sie denn nicht bei ihrem Kind?" schimpften die einen, andere wiederum schrieben "Moment mal, es gibt doch auch einen Vater. Da kann doch auch mal die Frau arbeiten gehen und er sich um das Kind kümmern". Als die Leute sich darüber stritten, wie ich mich denn jetzt zu verhalten hätte, habe ich gemerkt wie viel Konfliktpotenzial dieses Thema birgt. Und diesen Kampf wollte ich unbedingt in meinem Buch aufzeigen. Und mit Sonja Eismann und Eva Hermann habe ich zwei komplett gegensätzliche Meinungen abgebildet. Eigentlich wollte ich als drittes Familienmodell auch noch Patrick Lindners Lebensweise. Aber das Interview musste ich aus Platzgründen leider streichen.

Haben Sie denn mittlerweile den richtigen Weg für sich gefunden, Beruf und Kind unter einen Hut zu bringen?

Ulmen-Fernandes: Ich glaube nicht, dass es überhaupt einen richtigen Weg gibt. Natürlich findet es das Kind doof, wenn die Mutter nicht da ist. Neulich musste ich für Dreharbeiten nach Bayern. Als ich mit dem Koffer in der Tür stand und mich von meinem Kind verabschieden wollte, hat sich mein Kind an mir festgeklammert und geschrien und geweint: "Nein Mama, nicht gehen." Da fühlt man sich natürlich extrem schlecht, wenn man sich dann von seinem weinenden Kind losreißen muss, um den Flieger nicht zu verpassen. In solchen Situationen kommen einem schon die Gedanken, einfach zu Hause zu bleiben und nicht mehr arbeiten zu gehen. Aber ich mag meine Arbeit und versuche einfach, nicht mehr so viele Termine wie früher wahrzunehmen. Ich möchte nicht zu Hause bleiben und meinen Mann arbeiten lassen. Diese Rollenverteilung kann ich mir für mich nicht vorstellen.

Sie schreiben, dass sie lange gar nicht wussten, ob sie überhaupt Mutter werden wollen. Was hat Ihre Meinung schließlich geändert?

Ulmen-Fernandes: Damit wollte ich genau die Frauen ansprechen, die noch ein bisschen Bammel vor der ganzen Sache haben. So ging's mir auch lange. Ich kannte so viele Mütter, bei denen ich dachte, ich will niemals so werden wie die. Aber jetzt, wo ich selbst Mutter bin, lerne ich auch immer mehr Mütter kennen, die versuchen, sich möglichst viel von ihrem alten Leben zu bewahren. Man muss nicht plötzlich komplett spießig werden und ein ganz neues Leben beginnen. Aber klar, viele Dinge ändern sich natürlich auch zwangsweise.

Was hat sich denn seit der Geburt verändert, was ist gleich geblieben?

UImen-Fernandes: Direkt nach der Geburt war es noch schlimm, da musste ich erst mal meine Rolle finden. Plötzlich denkt man sich: "Okay ich bin jetzt Mutter, wie muss ich mich jetzt verhalten, muss ich mich jetzt anders anziehen? Wie ist man jetzt als Mutter?" Aber je länger die Geburt zurück liegt, desto mehr finde ich wieder zu mir selbst und konnte vieles aus meinem alten Leben hinüberretten. Was ich allerdings gar nicht mehr mache, ist einfach auf der Couch sitzen und fernsehen. Wenn ich nicht arbeite, kümmere ich mich um mein Kind und das hat leider gar kein Interesse daran, mit Mama auf der Couch zu sitzen und auszuruhen.

Was ist Ihnen bei der Erziehung wichtig? Was sind Ihre Grundprinzipien?

Ulmen-Fernandes: So richtig gut kenne ich mich mit der Erziehung ja noch nicht aus. Deswegen halte ich mich noch sehr an die Tipps von Katja Saalfrank, die auch in meinem Buch zu Wort kommt. Intuitiv neigt man ja oft dazu, das Falsche zu machen. Wenn das Kind zum Beispiel weint und schreit, weil es irgendetwas nicht will, möchte man am liebsten sagen: "Okay, dann halt nicht." Aber das geht natürlich nicht. Ich denke, man muss vor allem sehr geduldig sein.

Was macht denn eine gute Mutter für Sie aus?

Ulmen-Fernandes: Dass man für sein Kind da ist und ihm Liebe schenkt. Das ist meiner Meinung nach das Allerwichtigste. Wenn es doch mal Auseinandersetzungen gibt, kann das Kind denke ich besser damit umgehen, weil es ja grundsätzlich spürt, dass es geliebt wird.

Wer von Ihnen ist denn strenger, Sie oder Ihr Mann?

Ulmen-Fernandes: Das kann man so gar nicht sagen, Christian ist in gewissen Dingen strenger, vor allem weil er Angst hat, dass unserem Kind irgendetwas passieren könnte. Wenn unser Kind z.B. schaukelt, will er lieber daneben stehen, nicht dass es von der Schaukel fällt. Ich denke mir, das muss es halt lernen. Ich würde jetzt nicht unbedingt bei allen Dingen, die das Kind macht, mit einem halben Meter Abstand daneben stehen.

Finden Sie und Christian trotz Kind noch Zeit für Zweisamkeit?

Ulmen-Fernandes: Wir nehmen uns manchmal die Zeit und fahren nur zu Zweit über das Wochenende weg. Einmal gab es jedoch die Situation, dass wir in ein Hotel gefahren sind, das nicht in Berlin war. Kaum waren wir auf dem Zimmer, kamen auch schon die ersten Sorgen. Was wenn unserem Kind was passiert? Also sind wir wieder abgehauen und haben uns ein Hotel in Berlin gesucht, damit wir im Notfall schnell nach Hause fahren können.

Wollen Sie denn noch ein Geschwisterchen für Ihr Kind oder ist die Familienplanung abgeschlossen?

Ulmen-Fernandes: Ich wünsche mir auf jeden Fall noch ein Geschwisterkind, aber wann dafür der richtige Zeitpunkt ist, kann ich noch nicht sagen. Irgendwann sagt einem das Bauchgefühl, das es so weit ist, und dann soll es auch so sein.

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