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Filmbesprechung: «Words and Pictures»: Gelungener Schlagabtausch

München - Was sagt mehr aus - ein Bild oder tausend Worte? Worte natürlich, da ist der Englischlehrer Jack ganz sicher. Die hübsche, undurchdringliche Kunstlehrerin Dina ist da ganz anderer Ansicht.

«Words and Pictures»: Gelungener Schlagabtausch Bild: Doane Gregory/dpa

Und weil Jack Duelle jeder Art liebt, verwickelt er seine neue Kollegin in einen Wettstreit um genau diese Frage, der wie ein Fieber bald die gesamte Schule erfasst. Die Aufgabe: Finde möglichst viele Beweise für Deine Überzeugung. Clive Owen und Juliette Binoche spielen in der charmanten und humorvollen Komödie «Words and Pictures» das äußerst gegensätzliche Lehrerpaar, das neben seinem Zweikampf um den Wert von Kunst und Literatur auch eigene Schwächen und Problemen meistern muss.

Fred Schepisi hat den künstlerisch-intellektuellen Schlagabtausch nach einem Drehbuch von Gerald di Pego inszeniert. Die beiden Hauptdarsteller erweisen sich dabei als Glücksgriff. Owen gibt wunderbar den bissig-zynischen, selbstmitleidigen Jack, der seine echten Problemen verdrängt. Stattdessen betäubt er sich mit Alkohol und scheut nicht mal davor zurück, seinen Sohn schamlos auszunutzen. Seine Schüler feuert er jedoch zu Höchstleistungen an, gerne mit markigen Sprüchen: «Was für ein langweiliger Satz! Sie geben mir Haferflocken, wenn Sie mir ein Steak hätten geben können», empört er sich über einen Aufsatz. Die Jugendlichen lieben ihn für seine Leidenschaft, die Schulleitung dagegen würde Jack gerne los werden. Der Wettbewerb ist seine Chance, sich zu beweisen und in den Schönheiten der Literatur zu schwelgen. Sein Credo: «Worte sind eure Götter».

Binoche gelingt als Dina ein wunderbares Wechselspiel aus Hingabe und abrupter Zurückweisung, aus Wut und Freude, aus Trauer und bissigem Humor. Sie schlüpft in die Rolle der unnahbaren Künstlerin, genannt Eiszapfen, die dem selbstgefälligen Jack eins auswischen will und ihre Schüler auf den Wettbewerb kämpferisch einschwört: «Worte sind Lügen, Worte sind Fallen, traut nicht den Worten». Dabei ahnt keiner, dass auch sie eine Schwäche hat: Rheumatische Arthritis, die ihr unsägliche Schmerzen bereitet. Nur unter großen Schwierigkeiten kann sie deshalb an ihren eigenen Gemälden arbeiten, die Binoche im Film übrigens tatsächlich auch selbst gemalt hat. So verbirgt sich unter ihrem herben Auftreten eine empfindsame Frau, die zutiefst frustriert ist und aus Angst vor seelischen Verletzungen niemanden an sich heran lässt. Nur Jack gelingt es, sich ihr zu nähern. Zwei verletzte Seelen, die aber nichts mehr fürchten, als Nähe - eine Liebe, die ganz klar auf ein Drama zusteuert.

Dabei nimmt sich Schepisi viel Zeit, um die Beziehung von Jack und Dina zu analysieren. Mitunter etwas anstrengend, meistens aber sehr eindringlich, vor allem auch wegen der gut geschriebenen Dialoge. Wer die Zustände an deutschen Schulen kennt, dürfte allerdings mitunter etwas neidisch werden angesichts der Möglichkeiten, die dort vor Augen geführt werden. Der Film zeigt einen Wettbewerb und eine Begeisterung, wie man sie sich auch an deutschen Schulen wünschen würde, trotz vollgestopfter Lehrpläne und Zeitnot. So ist der Film äußerst sehenswert, nicht nur für Lehrer, sondern für alle Menschen, die Freude an humorvollen, intelligenten Geschichten haben, seien sie mit Worten oder mit Bildern erzählt.

Words and Pictures

news.de/dpa

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