Musik: Yellow Ostrich: Pop trifft auf Experiment

Berlin - Die nordamerikanische Indie-Szene scheint unerschöpflich: Im Wochentakt betreten neue Acts aus den USA und Kanada die Bühne. Zuletzt Yellow Ostrich aus New York mit einem Sound zwischen The Shins, Radiohead und The War On Drugs.

Yellow Ostrich: Pop trifft auf Experiment Bild: dpa

Die Beschrebung lässt bereits vermuten, dass wir es bei «Cosmos» (Barsuk/Cargo) mit einer ambitionierten Mixtur aus smarten Pop-Elementen und (teils elektronisch grundierter) Alternative-Rock-Experimentierlust zu tun haben. Und in der Tat ist die helle Stimme des Yellow-Ostrich-Frontmanns Alex Schaaf durchaus mit der von James Mercer (The Shins, Broken Bells) zu vergleichen (etwa im Opener «Terrors» oder in «You Are The Stars») - derweil dahinter manche vertrackten Sound-Konstrukte den Songs einen gelegentlich anstrengenden Artrock-Anstrich verleihen.

So scheut sich das Quartett nicht, beispielsweise «My Moons» mit einem wütenden Gitarren-Ausbruch aufzuladen oder das schon erwähnte «You Are The Stars» in einem noisigen Outro implodieren zu lassen. Auch der bei US-Indiebands derzeit so beliebte Krautrock-Groove findet sich, etwa im mächtig treibenden «Any Wonder».

In manchen Songs ist der Wunsch dieser talentierten Band, ihre Zuhörer mit einer Masse an Ideen zu (über)fordern, vielleicht allzu sehr spürbar. Ein hübscher Popsong wie «How Do You Do It» wirkt dann nicht ganz ausformuliert, und auch «Things Are Fallin'» mäandert zeitweise etwas ziellos vor sich hin. Umso schlüssiger klingt das hymnische «Don't Be Afraid» am Schluss der Platte.

Alles in allem ist Yellow Ostrich ein facettenreiches, überzeugendes Album gelungen. Es dürfte sich lohnen, diesen Neuzugang im US-Indierock-Lager auf dem Schirm zu behalten.

Konzerte im Mai: 17.5. Köln, Gebäude 9; 19.5. Hamburg, Grüner Jäger; 20.5. Berlin, about blank

Website Yellow Ostrich

news.de/dpa

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